Neue Liga – alte Rubrik. Trotz Zwangsabstiegs in die Regionalliga Bayern wollen wir an der in der vergangenen Saison begonnenen Tradition festhalten und unsere geneigten Leser*innen vor den Spielen des TSV 1860 ein wenig über die Vita des oder der im folgenden Spiel eingeteilten Unparteiischen informieren. Wenn wir dadurch einen kleinen Beitrag leisten können, dass dem jeweiligen Schiri vielleicht ein wenig mehr Respekt von den Rängen entgegen gebracht wird, ist das sicher nicht schädlich. Heute geht es hier also um Felix Wagner aus Glött im schwäbischen Landkreis Dillingen, der das Auftaktspiel der Löwen in der Regionalliga beim FC Schweinfurt 05 pfeifen wird.
Erfahrung in Liga 2 und 3
Ein Referee mit Dritt- und sogar Zweitligaerfahrung wird die beiden Teams am Samstag Nachmittag ins Schweinfurter Sachs-Stadion begleiten. Seit Sommer 2024 pfeift der 25jährige Wagner Spiele in der 3., seit einem Jahr auch Partien im Unterhaus. Neun Einsätze in der 2. und 21 in der 3. Liga stehen zu Buche. Im DFB-Pokal leitete er im August 2025 das Erstrundenmatch zwischen dem BFC Dynamo Berlin und dem VfL Bochum (1:3) vor fast 5.000 Zuschauern im Sportforum Hohenschönhausen. Ein aufregendes und hitziges Duell mit zwei Platzverweisen für die Gastgeber, das erst in der Verlängerung entschieden wurde. Der junge Mann kennt also richtige Fußballatmosphäre, was für die Partie der Löwen in Schweinfurt bei einem ausverkauften Gästeblock mit über 3.000 frenetischen und euphorischen Löwenfans sicher nicht verkehrt ist.
Zuletzt in Mannheim mit den Löwen
Sein bislang letztes Spiel unter Beteiligung des TSV 1860 war die 1:3-Niederlage in Mannheim am 25. Oktober letzten Jahres, in dem die Löwen im zweiten Spiel vom neuen Coach Markus Kauczinski zwar mit 1:0 in Führung gehen konnten, nach einem Doppelschlag in Halbzeit zwei aber letztlich verdient unterlagen. Entsprechend existiert natürlich auch schon eine ausführliche Vorstellung von Wagner hier bei sechzger.de. Nämlich vor diesem Spiel beim Waldhof. Diese kann hier nochmal nachgelesen werden.
Löwenpremiere für Wagner 2025 in Köln
In genau dem Artikel wird auch ein Sechzgerspiel vom 1. Februar 2025 am Kölner Höhenberg besprochen, an das viele Löwen – außer dem Ex-Spieler Morris Schröter – noch sehr positive Erinnerungen haben. Ein 2:1-Sieg, der nach einer für 1860 ganz schwierigen ersten Halbzeit, in der die Viktoria uns quasi schwindelig spielte, und zur Pause hoch verdient führte, einigermaßen überaschend daherkam. Ein Auswärtssieg und eine Auswärtsniederlage hat Wagner also mit den Löwen erlebt. Wären wir mit dem in der Reihe also noch fehlenden Auswärstremis in Schweinfurt am Samstag zufrieden?
Kartenstatistik – heuer ligenübergreifend
Wichtig ist – insbesondere, aber nicht nur dem mitreisenden Anhang – sicher auch, dass wir uns in unserem Liga-Auftaktspiel nicht gleich jede Menge Gelbe Karten oder gar Platzverweise abholen. In der vergangenen Saison betrachteten wir diesbezüglich lediglich die Statistik des jeweiligen Schiris in der 3. Liga, in der traditionell mehr Karten verteilt werden, als in den beiden DFL-Ligen. Da wir nun aber in der Regionalliga am Ball sind, wird heuer von den Referees einfach die Gesamtstatistik aller Spiele, die auf transfermarkt.de zu finden sind, betrachtet. Das sind dann Partien, bis zur Landesliga-Ebene und auch aus dem U17- bzw. U19-Juniorenbereich.
Als Referenz kann man folgende Durchschnittswerte für die ersten vier Ligen in Deutschland annehmen: Im Schnitt werden hierzulande pro Spiel rund vier Gelbe Karten gezeigt. Alle zehn Spiele schickt ein durchschnittlicher Schiri einen Akteur mit Gelb-Rot oder auch mit glatt Rot vom Platz. Elfmeter werden statistisch alle 3,5 Spiele verhängt. Dies sind die Zahlen, an denen wir uns in dieser Saison orientieren werden.
Wagner – ein strenger Regelhüter?
Wie sieht nun die Sanktions-Statistik (im Vergleich zu den oben genannten Referenzzahlen) des Unparteiischen Felix Wagner aus? In insgesamt 109 Spielen (von der B-Junioren-Bundesliga über die Landesliga bis zur 2. Bundesliga) seit Sommer 2020 zeigte der für den SSV Glöttl pfeifende Mann 579 Gelbe Karten, also 5,3 pro Spiel. Gelb-Rot gab’s von ihm alle 6,8 Spiele und sogar in jedem fünften Spiel musste er einen Spieler mit glatt Rot vom Platz schicken. Jeweils deutlich überdurchschnittliche Werte, wobei zu berücksichtigen ist, dass die Mehrheit der von Wagner geleiteten Partien in 3. Liga, Regionalliga und darunter stattfanden, wo traditionell mehr Karten verteilt werden, als in den beiden höchsten deutschen Profiligen.
Ob Wagner wirklich so streng ist, wie es den Anschein hat, werden wir vielleicht am Samstag Nachmittag in Mainfranken erleben. In Sachen Elfmeter ist Wagner übrigens ganz glatter Durchschnitt. 31 Mal zeigte er in seinen 109 Spielen auf den Punkt. Also alle 3,5 Partien.
Unterstützung am Spielfeldrand
Als Vierter Offizieller hat Felix Wagner übrigens auch schon in der Bundesliga Erfahrungen gesammelt. Apropos Vierter Offizieller: Für diese Aufgabe ist Samstag Nachmittag Marco Göbet eingeteilt. Der 50jährige wird beim BFV als Kreis-Spielleiter in seinem Heimatkreis Würzburg genannt. Linienrichter in Schweinfurt wird zum einen Kenny Abieba (28) aus Nürnberg sein. Er hat Erfahrungen als Schiri in der RL Bayern und als Linienrichter in der 3. Liga. Zweimal begegnete er dabei – im Frühjahr 2024 – den Löwen. Beim 3:1-Sieg über Viktoria Köln und bei der die Saison 23/24 abschließenden 0:2-Niederlage gegen Arminia Bielefeld. Jeweils ausgetragen auf Giesings Höhen. Als zweiter Mann an der Seitenlinie ist für Samstag Luca Fritsch (26) aus Hersbruck vorgesehen. Er ist als Assistent seit Frühjahr 2024 in der Regionalliga Bayern am Start.
Wünsche für die Saison
Wir wünschen allen Männern und Frauen, die für die Löwen in der anstehenden Saison als Unparteiische fungieren ein gutes Händchen bei ihren Entscheidungen und jeweils reibungs- und konflikfreie Spielleitungen. Dem dürften sich die allermeisten Leser*innen uneingeschränkt anschließen.
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Titelbild: 25. Oktober 2025: Strafraumszene vor dem Waldhof-Block. Klein an der Strafraumgrenze ist Felix Wagner zu erkennen, der dieses Spiel souverän leitete.










