Das Warten hat endlich ein Ende. Ab 18:60 Uhr kann sich jeder das einmalige Heimtrikot mit dem FA-Wappen selbst bestellen. Für die Vorbestellung öffnet der neue Onlineshop der Spielbetriebs-GmbH unter www.1860shop.de seine digitalen Türen.

Darüber hinaus wurde das Trikot auch noch einmal angepasst. Dabei wurde auch auf das Feedback der Fans reagiert: Die Wappen von Verein und Ausrüster wurden neu platziert. Zudem werden unter den Nummern der Spieler auch ihre Namen zu finden sein. Damit steht dem Verkaufsstart nichts mehr im Weg. „Was lange schwer war, wird morgen gut“, kommentierte das Präsidium die Ankündigung gestern auf Instagram.

„Freiheit für Sechzig“ und „Football for the People“

Weiterhin zieren die bereits bekannten Botschaften „Freiheit für Sechzig“ auf der Brust und „Football for the People“ auf dem Rücken das Trikot. Ausrüster ist die Münchner Designagentur Societas, die bereits zwei Vereinstrikots für die Fußballabteilung sowie Trikots für die Radler und Darter der Löwen entworfen und produziert hat.

Wie groß das Interesse am ersten Trikot der freien Löwen ist, dürfte sich bereits beim Verkaufsstart zeigen. Präsident Gernot Mang hatte zuletzt gegenüber der tz erklärt (hier gehts zum Interview), dass zunächst 20.000 Trikots bestellt wurden.

Gewinne fließen wieder in den Profifußball

Damit haben alle Löwenfans ab heute Abend wieder die Chance, mit einem Trikotkauf nicht Hasan Ismaik zu bereichern, sondern den Profifußball bei Sechzig direkt zu unterstützen. Nach 14 Jahren, in denen das Merchandising in den Händen des Investors lag und viele Fans den Fanshop gemieden haben, ist heute genau der richtige Zeitpunkt, um sich das optisch gelungene Löwendress zuzulegen – ganz ohne schlechtes Gewissen.

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Eurasburger1860

Ein weiterer Schritt in Richtung Normalisierung…

Eigentlich klingt dieser Satz ziemlich unspektakulär. Für einen Fan des TSV 1860 München ist „Normalisierung“ nach den vergangenen Jahren aber fast schon ein revolutionärer Begriff.

Wenn man sich einmal überlegt, mit welchen Themen wir uns über mehr als ein Jahrzehnt beschäftigen mussten, könnte ein Außenstehender kaum auf die Idee kommen, dass wir eigentlich Fans eines Fußballvereins sind.

Wir haben uns mit der Funktionsweise einer GmbH & Co. KGaA beschäftigt selbstverständlich immer im Kontext mit der 50+1-Regel und der Verteidigung selbiger, was in unserem Fall akuter, aktiver Selbstschutz war.

Wir haben Insolvenzrecht diskutiert und darüber philosophiert, was nach einer möglichen Insolvenz eigentlich passiert. Weltuntergang? C-Klasse? Regionalliga?

Wir haben ernsthaft darüber nachgedacht, ob es überhaupt sinnvoll ist, den Profifußball unseres eigenen Vereins finanziell zu unterstützen.

Das muss man sich mal ernsthaft geben und wirken lassen.

Hilft der Kauf einer Eintrittskarte, oder gar ein Sponsoring Sechzig?
Oder verlängere ich damit nur das Elend? Mache ich es am Ende sogar dem Investor gemütlicher, weil jeder Euro, den andere aufbringen, einer ist, den er sich spart?

Man muss sich das einmal vorstellen, Fans eines Fußballvereins mussten darüber nachdenken, ob sie ihrem eigenen Verein mit ihrer Unterstützung möglicherweise schaden.

Verrückter geht es eigentlich kaum! Willkommen bei Sechzig München!

Und dann das Merchandising,eine der wichtigen Erlösquellen eines Profivereins, von der Sechzig über Jahre wirtschaftlich weitgehend abgeschnitten war.
Während man Trikots, Schals und andere Fanartikel kaufte, landeten die Erträge daraus nahezu vollständig beim Investor und finanzierten damit ein System, das wir nicht wollten.

Damit finanzierte Ismaik Mitarbeiter, Anwälte, Gremienvertreter und vielleicht sogar den einen oder anderen publizistischen Unterstützer. Personen die im Zweifel dafür gesorgt haben, dass Hass und Zwitracht unter den Fans gefördert wurde, von den Abartigkeiten, die die ehrenamtlichen Vertreter des Vereins ertragen mussten, ganz zu schweigen.

Dieser Wahnsinn hat ein Gott sei Dank ein Ende gefunden!

Und genau deshalb werden wir gerade Stück für Stück wieder normal.
Normalität bedeutet nämlich auch, dass ich als Fan wieder ein Trikot meines Vereins kaufen kann, ohne vorher über Gesellschaftsrecht, Beteiligungsstrukturen und Zahlungsströme nachdenken zu müssen.

Ich kann ein Löwentrikot kaufen, weil ich Löwenfan bin und ich kann und darf mich einfach darauf freuen!

Dass das neue Trikot dann auch noch richtig gut aussieht und von einem stilprägenden Unternehmen wie Societas kommt und nicht wie mancher lieblose Nike-Lappen der Vergangenheit daherkommt, macht die Sache für mich nur noch schöner.

Ich weiß ehrlich gesagt gar nicht mehr, wann ich mir zuletzt ein Trikot von Sechzig gekauft habe.

Ich weiß aber ziemlich genau, was ich heute um 18:60 Uhr machen werde:
Ich sitze vor dem Rechner und bestelle 9 Trikots für mich und meine Familie.

Der Boykott hat hungrig gemacht und war speziell letztes Jahr mit den wirklich schönen Trikots nicht immer einfach. Wie erklärt man das Kindern?

Und vielleicht steckt in diesen neun Trikots sogar ein bisschen mehr als nur die Vorfreude auf ein schönes neues Löwentrikot.

Für mich stehen sie auch für einen Weg, den wir gerade gemeinsam gehen.
Den Weg zurück zu Freiheit und Selbstbestimmung.

Dieser Weg wird nicht immer gerade verlaufen. Es wird ruckeln. Wir werden Fehler machen. Entscheidungen werden sich im Nachhinein vielleicht als falsch herausstellen. Sportlich wird nicht alles funktionieren. Wirtschaftlich werden wir Rückschläge erleben und selbstverständlich werden wir uns auch weiterhin wunderbar miteinander streiten, wir sind schließlich Sechzig München!

Gerade wenn es einmal schwierig wird, geraden wenn vielleicht die Euphorie abebbt, sollten wir uns daran erinnern, worum es eigentlich geht:

Es ist unser Weg, es ist unser Verein.
Wir haben uns Sechzig zurückgeholt.

Damit haben wir Verantwortung übernommen.
Jetzt sind wir alle gefordert, Mitglieder, Fans, Sponsoren, Verantwortliche und Unterstützer, unseren Teil dazu beizutragen, dass aus dieser wiedergewonnenen Freiheit eine großartige Zukunft entsteht.

Die größte Normalisierung wird am Ende darin bestehen, dass wir irgendwann wieder hauptsächlich über Dinge diskutieren, über die Fußballfans eben diskutieren sollten…
Aufstellung, Trainer, Transfers, Tore, Siege, Niederlagen.

Und darüber, ob das neue Trikot geil aussieht….oder geil!

Freiheit für Sechzig!

Sers Eurasburger

Last edited 27 Minuten zuvor by Eurasburger1860
Jochbergler

Sehr treffend, genau so ist es!

daOstl

Dieser Beitrag ist meiner Meinung nach der beste seit Monaten, er spiegelt meine Gefühlslage zu 100% wieder!
Wunderschön zu lesen und vom ersten bis zum letzten Buchstaben perfekt zusammengefasst! Hut ab und danke dafür!

vogginger

Weiß jemand, ob man direkt Flocks bestellen kann? 🙂

age

Gewinne fließen wieder in den Profifußball
Das ist so wichtig!

Damit kann Sechzig endlich wieder den enormen finanz. Schaden gegenüber allen anderen Clubs kompensieren.
Vielleicht merken es bald die Verfechter des HI-Clans was alles möglich gewesen wäre.

Last edited 45 Minuten zuvor by age
Eurasburger1860

Ismaiks Vasallen bekommen die Zusammenhänge nicht zusammen. Da fehlts am verstehen können und wenn das möglich ist, dann am verstehen wollen.
Man wird es nicht allen Recht machen können, damit muss man leben.

BenTen

Da kribbelts überall. 🤗

Bruck Loewe

Die 20.000 könnten schnell weg sein

Niederbayer

Hoffentlich hält der Server das heute Abend aus! 😀

rude6977

Weiß jemand, wie die Trikots von der Größe her ausfallen?

Eurasburger1860

Es wird eine “Größentabelle” im Shop geben, damit man das einsortiert bekommt.

Vorstopper

Wobei natürlich M bei Joma schon deutlich enger ist, als bei dem Zeug von Societas .

Eurasburger1860

Nachdem ich mir von Joma nichts gekauft habe, fehlt mir der Vergleich

Vorstopper

Ich gebe es zu, ich konnte letzte Saison nicht widerstehen. Societas ist einfach nicht so körperbetont, die Trikots fallen weiter aus.