Nachdem die letzte englische Woche mehr schlecht als recht absolviert wurde, können die Löwen nun zeigen wie es besser geht. Am Anfang der nächsten eng getakteten Spieltage steht eine Partie gegen einen echten Traditionsverein. Fans hat die zweite Kraft aus der Hauptstadt des bayerischen Schwabens leider trotzdem keine. Egal, es gibt in der Regionalliga keine Kleinen. Auch die Löwen müssen jeden Gegner ernst nehmen, auch heute Abend wenn wir die Schwabenritter, den TSV 1847 Schwaben Augsburg e.V., empfangen !

Aktuelles – Die Ausgangssituation

Die eigentlich chronisch abstiegsbedrohten Schwabenritter – der Verein war damals nur wegen der vielen Verzichtserklärungen in die Regionalliga aufgestiegen – stehen aktuell nicht schlecht da. Als Zwölfter stehen acht Punkte zu Buche. Das Torverhältnis von 7:9 offenbart eine schwache Offensive und eine gute Hintermannschaft. Unsere Löwen haben genau so viele Treffer kassiert – jedoch in einem Spiel weniger.

Auch ist für unsere die Sechzger besondere Vorsicht geboten, weil der TSV Schwaben sechs der acht Zähler in der Fremde errang. Insgesamt zeigt die Formkurve aber nach unten. Im Länderpokal verloren die Schwabenritter gegen Landsberg und aus den letzten drei Ligaspielen holten sie nur drei Punkte durch einen Sieg gegen den punktlosen Tabellenletzten Ansbach.

Kader & Transfers

Mit einem Marktwert von nur 615.000 Euro liegen die Schwabenritter im Ligavergleich auf Platz 17. Weniger Kaderwert können nur Landsberg und Eltersdorf aufweisen. Nach Studium der Personalien muss ich zugeben von keinem einzigen Spieler bisher etwas gehört zu haben. Elf Zugänge – vier davon aus der eigenen U19 – und neun Abgänge wurden im Sommer verzeichnet.

Bei den Abgängen sind zwei bekanntere Personalien dabei. Zum einen Spielertrainer Matthias Ostrzolek (36) ist nun komplett auf die Trainerbank gewechselt und coacht Ligarivalen Wacker Burghausen. Der andere ist Iason Drobny (20) – Sohn des früheren Bundesligakeepers Jaroslav – der von 2021 bis 2024 im NLZ des TSV 1860 spielte. Auch bei den Scorern tut sich keine einzelner Akteur hervor, sieben Spieler haben jeweils einen Treffer erzielt. Interessant ist aber, dass alle Neuzugänge aus der Bayernliga oder niedriger zu den Schwaben stießen.

Vereinsgeschichte

Die Geschichte des TSV 1847 Schwaben Augsburg beginnt im Jahr 1847 mit der Gründung des TV 1847 Augsburg. Trotz eines politischen Verbots und zwischenzeitlicher Auflösung entwickelte sich der Verein zu einem wichtigen Ausgangspunkt der Augsburger Sportbewegung. Aus seinen Reihen gingen zahlreiche Vereine hervor; mehrfach übernahm der TV 1847 Patenschaften bei Neugründungen in der Region.

1899 wurde die Fußballabteilung gegründet, 1922 gewann die Mannschaft den Süddeutschen Pokal. 1924 machte sich die Fußballabteilung als SV bzw. SSV Schwaben Augsburg selbstständig. 1929 trat Ernst Lehner dem Verein bei, der später zu einer der bekanntesten Persönlichkeiten der Augsburger Fußballgeschichte wurde. In den 1930er-Jahren gehörte Schwaben Augsburg zur deutschen Fußballspitze und spielte von 1933 bis 1935 sowie von 1937 bis 1945 in der höchsten deutschen Spielklasse, der Gauliga. Ernst Lehner absolvierte 65 Länderspiele für Deutschland und bestritt 55 davon als Schwaben-Spieler. 1941 fusionierten TV 1847 Augsburg und SSV Schwaben Augsburg zum heutigen TSV 1847 Schwaben Augsburg.

Nach der Fusion

Der Zweite Weltkrieg brachte schwere Zerstörungen und 1945 die Auflösung des Vereins. Bereits 1946 erfolgte die Wiedergründung. Fußballerisch knüpfte Schwaben an frühere Erfolge an und spielte mehrfach in der Oberliga Süd, der damals höchsten deutschen Spielklasse. Die beste Platzierung war 1946 Rang fünf. In den folgenden Jahrzehnten entwickelte sich der TSV zu einem echten Mehrspartenverein. Neben Fußball entstanden zahlreiche Abteilungen wie Boxen, Tischtennis, Basketball, Tennis und Fechten. Mit der Sportanlage Süd und dem späteren Vereinsheim an der Stauffenbergstraße entstanden wichtige neue Sportstätten.

Einen Wendepunkt – auf für die deutsche Fußballgeschichte – stellt das Jahr 1969 dar. Die Lizenzspielerabteilung des TSV Schwaben schloss sich mit dem BC Augsburg zum FC Augsburg zusammen. Der TSV entschied sich anschließend bewusst gegen eine Rückkehr in den Profifußball und konzentrierte sich auf den Amateur- und Breitensport. Sportlich etablierte man sich im gehobenen Amateurfußball und wurde eine Art Fahrstuhlmannschaft zwischen Bayern- und Landesliga. Nach Abstiegen 2007 und 2008 gelang 2009 der Neustart in der Bezirksoberliga. Danach begann eine Erfolgsphase: 2016 Aufstieg in die Landesliga, 2017 in die Bayernliga Süd und 2023 erstmals in die Regionalliga Bayern. Dieser erfolge aber als Dritter, nachdem Meister Erlbach und Vize Heimstetten verzichtet hatten. Heute vereint der TSV Schwaben Augsburg rund 2.700 Mitgliedern unter dem lila-weißen Wappen mit dem Schwabenritter und in 14 Abteilungen.

Trivia

  • Schwaben Augsburg war Gründungspate des TSV Schwabmünchen.
  • Erfolgreichste Abteilung ist der – vom Hauptverein weitgehend unabhängige – Kanusport mit vielen Medaillen bei Olympia und Weltmeisterschaften.
  • Die Basketballer des TSV Schwaben Augsburg gehörten 1966 zu den zwanzig Gründungsmitgliedern der Basketball-Bundesliga.
  • Die Nachwuchsarbeit im Frauenfußball ist beim Schwaben Augsburg besonders stark.
  • Wenn junge Leser*innen einmal sehen wollen wie das Internet früher war, sollten sie einmal die Webseite des Hauptvereins besuchen.

Der 8. Spieltag im Überblick

Freitag 18:60 Uhr TSV 1860 München – Schwaben Augsburg
19:00 Uhr Illertissen – Nürnberg II
19:00 Uhr Buchbach – Seitenstraße 1b
19:00 Uhr Burghausen – Landsberg
19:00 Uhr Aubstadt – Unterhaching
Samstag 13:00 Uhr Augsburg II – Fürth II
14:00 Uhr Ansbach – Bayreuth
14:00 Uhr Eichstätt Schweinfurt – Haching
14:00 Uhr Memmingen – Vilzing
Spielfrei Eltersdorf

 

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