Das hätte nicht sein müssen! Das 1:3 der U19 des TSV 1860 gegen den Nachwuchs aus der Seitenstraße wird als eher unglückliche Derby-Niederlage in die Annalen eingehen. Mit etwas mehr Abschlussglück wäre für wirklich tapfer kämpfende Löwen sicher ein Punkt gegen die Bayern-Bubis drin gewesen, die ihren Verein mal wieder erwartungsgemäß würdig präsentierten: Überheblich und extrem unsympathisch, aber eben leider auch ziemlich abgeklärt eine Führung verwaltend und damit nach neunzig Minuten sportlich erfolgreich. Eben ganz im Sinne der DNA dieses Vereins.
600 Besucher beim A-Jugend-Klassiker
Rund 600 Besucher lockte der A-Jugend-Klassiker, bei dem sich die beiden Vereine auch in den schwierigsten Phasen der Löwen-Historie traditionell noch einigermaßen auf Augenhöhe begegnen, am Sonntag Vormittag um 11 Uhr auf das Trainingsgelände an der Grünwalder Straße 114. Ohne das vorabendliche Ois Giasing Festival wären es vielleicht noch ein paar mehr geworden, wobei sich der eine oder andere Löwe durchaus gezeichnet vom samtäglichen Feiern im Viertel am Fünferplatz zeigte.
Zu wenig Konsequenz der Löwen vor dem Tor der Roten
Anders als diese Zuschauer legten die Akteure gleich richtig los und erspielten sich erste Torchancen, die allerdings noch nicht den Weg ins Ziel fanden. In der ersten halbe Stunde sah man dann etwas mehr Ballbesitz bei den Roten, allerdings auch immer wieder Konter für die Löwen – vor allem über deren rechte Außenbahn – die allerdings nicht konsequent zu Ende gespielt wurden und insofern nicht zum Torerfolg führten. Diesen bejubelten dagegen die Roten nach 19 Minuten, als Wisdom Imade wiederum einen Konter aus halblinker Position mit rechts aus etwa 13 Metern eiskalt abschloss. Die Junglöwen zeigten sich vom Gegentreffer nicht geschockt, konnten aber die Ungenauigkeiten bei ihren Angriffen nicht abstellen, sodass ihnen erstmal kein Tor gelingen wollte.
0:2 – inklusive provokativem Jubel
Auf der anderen Seite schlugen wiederum die Gäste vor dem Halbzeitpfiff eiskalt zu. Nach einem umstrittenen Freistoß im linken Halbfeld, der für erste Debatten zwischen Aktiven und dem insgesamt mit diesem Derby etwas überforderten Schiedsrichter führte, chippte der Schütze den Ball in den Strafraum, wo Osmani ihn nur leicht berührte und den Löwentorwart Scholl so irritierte, dass dieser den Ball nur noch in die eigenen Maschen abwehren konnte. Eine kalte Dusche. Warum die Akteure in rot nicht – wie z.B. beim 1:0 – ihren inszenierten Jubel vor ihrem mitgebrachten Fotografen zelebrierten, sondern das Eck, in dem sich am Fünferplatz stets die engagierten Löwenfans versammeln, jubelnd provozieren mussten, bleibt ihr Geheimnis. Ein paar deutliche Worte an die Bayernbubis von den Rängen waren die logische und richtige Antwort.
Anschluss durch Curic
Nach der Pause kehrten die Junglöwen engagiert und voller Tatendrang auf’s Feld zurück und nahmen nun immer mehr das Heft des Handelns in die Hand. Die Roten taten nicht mehr, als unbedingt nötig, hatten aber mehrmals Glück – und einen starken Torwart zwischen den Pfosten – dass der Anschlusstreffer nicht direkt nach dem Seitenwechsel fallen sollte. In der 64. Minute war es aber dann endlich soweit. Einen Freistoß von Arda Efe konnte Podas-Stiube noch abwehren, gegen den Kopfball von Manuel Curic war er aber chancenlos. Bei der überwiegenden Mehrheit der Besucher keimte Hoffnung auf: Würden die Löwen doch noch den verdienten Punkt holen?
Elfmeter beendet Träume vom Derby-Punkt
Zwanzig Minuten durfte geträumt werden, dann setzte der Torschütze vom 0:2 mit einem Foulelfmeter (Estermann hatte Nuraj zu Fall gebracht) und seinem zweiten Treffer den Hoffnungen an diesem – inzwischen – Sonntag Mittag ein Ende. 1:3! In den letzten Minuten wurde es auf dem Platz dann nochmal hitzig, als beide Mannschaften im Strafraum der Roten verbal aneinander gerieten. Aber sowas gehört bei einem Derby wohl einfach dazu.
Analyse von Schittenhelm
Nach dem Spiel muss man konstatieren, dass der U19 von Münchens Großer Liebe wohl die letzte Überzeugung an die eigene Stärke und vor dem Tor die Durchschlagskraft fehlte, um diesem keineswegs überragenden Gegner mindestens ein Unentschieden abzutrotzen und damit alle Blauen ein wenig glücklich zu machen. Trainer Jonas Schittenhelm analysierte die Partie gegenüber der offiziellen Vereinsseite so: “Es war grundsätzlich kein schlechtes Spiel. Vielleicht waren wir in der ersten Halbzeit ein bisschen verhalten, nicht ganz so griffig und bissig, wie man vielleicht ein Derby spielen sollte, einfach zu abwartend. Trotzdem war es auch in der ersten Halbzeit ein offenes Spiel, bei dem Bayern nicht so viele Chancen hatte. Der Freistoß kurz vor der Pause, der zum 0:2 führte, tat richtig weh.”
Am Samstag nach Ingolstadt, Rück-Derby am 29.11.
Am kommenden Samstag (10.10.) reisen die Junglöwen nach Ingolstadt und treffen um 12 Uhr in der Beszirkssportanlage Süd-Ost auf den FCI. Die nächste Chance auf einen Derbysieg bekommen sie dann am Sonntag, den 29. November, wenn das Rückspiel in der U19-DFB-Nachwuchsliga auf dem Campus der Roten ansteht.













