Fußball ist beim TSV 1860 natürlich die bekannteste Sportart. Doch wer glaubt, dass sich das sportliche Leben der Löwen damit erschöpft, der kennt den Verein nicht. Und zwar gar nicht!
Mit einem Fokus auf die Bewerbung um Ausrichtung der olympischen Sommerspiele in München in der Zukunft, wollen wir – in einer mehrteiligen Serie – einen Blick auf olympische (Sommer-)Sportarten werfen, die bei 1860 schon jetzt angeboten werden.
Die olympische Bewerbung wird der Sportbegeisterung – speziell aber sicher nicht nur im Großraum München – einen Schub geben. Und es ist zu hoffen, dass sich in den kommenden Jahren viele Sportler*innen unserem Verein anschließen. Möglicherweise auch mit dem Ziel, dass einer der Goldmedaillengewinner von 2036, 2040 oder 2044 aus dem Löwenlager kommt.

Vom Olympiasieger bis zum Rugby-Löwen: In diesen Olympiasportarten sind die Löwen aktiv

Bei Sechzig wird in zahlreichen olympischen Disziplinen trainiert, gespielt und gekämpft – von Badminton bis Ringen, von Golf bis Rugby. Und die Geschichte dahinter reicht teilweise weit zurück. Der TSV München von 1860 e.V. bietet inzwischen mehr als 50 Sportarten und (sportliche) Betätigungsfelder an. Darunter befinden sich zahlreiche Dirziplinen, die auch auf dem Programm der Olympischen Sommerspiele stehen oder künftig stehen werden. Für diese Übersicht haben wir uns deshalb einmal genauer angesehen, welche olympischen Sportarten bei den Löwen tatsächlich angeboten werden, auf welchem Niveau sie betrieben werden und welche Geschichten sich dahinter verbergen.

Große Namen und viele Geschichten

Dabei stößt man zwangsläufig auf Namen wie Josef Straßberger, Rosa Kellner, Innozenz Stangl oder Zenta Kopp. Denn olympische Geschichte haben die Löwen nicht erst seit gestern. Da das Thema sehr umfangreich ist, bearbeiten wir es in einer mehrteiligen Artikelserie. Ein besonderer Dank geht dabei an Stefan Markt (“Kraiburger”) und Claus Melchior von der Abteilung Vereinsgeschichte für die Idee und Vorlage und die Unterstützung zu diesen Beiträgen.

Badminton – klein, aber fein

Badminton ist eine der jüngeren Sportarten im olympischen Programm. Bei den Löwen wird der Sport ganz bewusst als Freizeitaktivität betrieben. Die Badmintonsparte entstand im Jahr 2010 und gehört offiziell zur Leichtathletikabteilung. Rund 10 bis 15 Spielerinnen und Spieler nehmen durchschnittlich am wöchentlichen Training teil. Einen Wettkampfeinsatz gibt es derzeit nicht. Hier ist richtig, wer nach Feierabend ein wenig den Schläger schwingen möchte. Damit gehört Badminton zu den Beispielen dafür, dass “olympisch” nicht automatisch Leistungssport bedeuten muss. Bei Sechzig kann man auch einfach ohne Leistungsdruck Spaß an einer olympischen Sportart haben!

Basketball – eine Löwen-Tradition mit Bundesliga-Vergangenheit

Beim Basketball sieht die Sache rein sportlich etwas anspruchsvoller aus. Aktuell spielen die Löwen in der Bezirksklasse Oberbayern Mitte. Das Team ist dabei ausdrücklich als Freizeitsportmannschaft aufgestellt. Dabei hat Basketball bei Sechzig eine erstaunliche Vergangenheit. Die heutige Abteilung feierte 2025 bereits ihr 60-jähriges Bestehen. Nach der Gründung 1965 wurden Spieler des Polizei SV und des Post SV München übernommen. Die Löwen schafften daraufhin sofort den Sprung in die Bundesliga und gehörten 1966 zu den Gründungsmitgliedern der neuen Bundesliga Süd. Bis 1975 spielte 1860 mehrfach in der höchsten deutschen Spielklasse. Danach wurde die Abteilung im Zuge der Einführung der eingleisigen Bundesliga in eine Spielgemeinschaft mit dem USC München überführt. Basketball verschwand damit zwar aus dem Spitzensport bei Sechzig, aber nicht aus dem Verein. Seit 1977 gibt es wieder eine eigene Löwen-Mannschaft. Die siebtklassige Bezirksklasse ist aktuell das sportliche Zuhause der Basketball-Löwen.

Tsv 1860 München Basketball
Gut gelaunte Löwen-Basketballer nach einem Sieg im Februar 2025

Boxen – von Ludwig Haymann bis Magomed Schachidov

Beim Boxen treffen beim TSV 1860 Tradition und Gegenwart besonders eindrucksvoll aufeinander. Die Boxabteilung wurde 1919 gegründet. Schon wenige Jahre später gab es den ersten großen internationalen Erfolg: Ludwig Haymann wurde 1924 deutscher Schwergewichtsmeister und nahm im selben Jahr an den Olympischen Spielen in Paris teil.
Heute ist Boxen eine der größten Abteilungen des e.V. Mit mehr als 700 aktiven und passiven Mitgliedern gehört die Faustkampfriege zu den mitgliederstärksten Abteilungen des TSV 1860. Trainiert wird vom Bambini-Alter bis zu den Erwachsenen und vom Anfänger bis zum Wettkämpfer. Und die sportliche Spitze war zuletzt sogar olympisch unterwegs: Magomed Schachidov nahm 2024, also 100 Jahre nach Ludwig Haymann für Deutschland an den Olympischen Spielen in Paris teil. Bekanntermaßen wieder in der französischen Hauptstadt. Schachidov wechselte ein Jahr später allerdings zur Frankfurter Eintracht, für die er nun boxt.
In der langen Geschichte der Löwenboxer stehen zahlreiche deutsche, bayerische und regionale Meistertitel. Ein ganz spezieller und bei vielen Boxsportfreunden beliebter Klassiker ist außerdem das jährliche Vatertagsboxen in Trudering – mit einem Boxring mitten im Festzelt.

Magomed Schachidov TSV 1860 Boxen Olympische Spiele Olympischen Spielen Olympia
Olympia-Teilnehmer Magomed Schachidov im Einsatz

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Cricket – der jüngste Exot im Löwenrudel

Cricket ist seit Januar 2026 neu im Sportangebot des TSV 1860. Gespielt wird zwischen zwei Mannschaften mit Schläger und Ball. Ziel ist es, Runs zu erzielen, während die gegnerische Mannschaft versucht, die Schlagleute auszuschalten. Das Besondere: Cricket gehört zu den Sportarten, die bei den nächsten Olympischen Spielen 2028 in Los Angeles wieder in das Programm zurückkehren werden.
Bei den Löwen befindet sich die Sportart aufgrund ihres jungen Alters natürlich noch im Aufbau. Es gibt ein Herrenangebot, außerdem ist ein Kindertraining vorgesehen. Eine aktuelle Mitgliederzahl wird vom e.V. bislang nicht veröffentlicht.
Cricket eine der jüngsten olympischen Sportgeschichten bei 1860 – eine Sportart mit enormer internationaler Verbreitung.

Mit zwei Siegen starteten die Cricket-Löwen in diesem Jahr in die Saison.

Fechten – nach fast 100 Jahren zurück

Das Duell mit Degen und Florett gibt es bei Sechzig seit 2022 wieder. Das ist deswegen bemerkenswert, weil es davor fast 100 Jahre lang keine Fechtabteilung gegeben hatte. Über den Start vor gut vier Jahren berichtete hier bei sechzger.de der (inzwischen ja leider ehemalige) Kollege Jan in einem eigenen Artikel.
Heute umfasst die Sparte rund 40 Mitglieder. Kinder, Jugendliche und Erwachsene trainieren gemeinsam. Erste Erfahrungen wurden bereits bei nationalen Turnieren und Bayerischen Mannschaftsmeisterschaften gesammelt. Der Wiedereinstieg war dabei durchaus erfolgreich: Bei den Bayerischen Mannschaftsmeisterschaften gingen zwölf Löwen in vier Mannschaften an den Start. Zwei Teams konnten die Bayerische Mannschaftsmeisterschaft gewinnen – wenn auch in kurioser Weise, weil die Gegner nicht antreten konnten.
Olympisch ist Fechten übrigens seit den ersten Spielen der Neuzeit. Beim TSV 1860 ist diese alte olympische Sportart also gleichzeitig eine ziemlich junge Löwen-Sparte.

TSV 1860 Degen Fechten Turnier
Junge Degen-Fechter der Löwen im Einsatz


Diese Vorstellung olympischer Sportarten beim TSV München von 1860 e.V. wird mit zwei weiteren Teilen in Kürze fortgesetzt.

 

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