Mit den Augen eines jugendlichen, fast 16jährigen Löwenfans betrachtet unser Leser Mathias ab sofort in unregelmäßigen Abständen das Geschehen rund um den TSV 1860. Unter dem Titel “Giesing und zurück” wird die Artikelreihe erscheinen. Heute geht es natürlich um das Derby vom Sonntag Nachmittag. Ein für den Autor bekanntes, unbekanntes Spiel.
Viel Spaß mit einer – für die meisten Leser*innen – wohl eher ungewohnten Perspektive. 

Das erste Derby

Was meine ich mit dem bekannten, unbekannten Spiel? Logisch, es geht um das Derby gegen die Seitenstraße. Doch was hat das Ganze jetzt mit bekannt und unbekannt zu tun? Na ja, es war das erste Derby, das ich live im Grünwalder Stadion anschauen durfte, und ich behaupte, es war auch das emotionsreichste Spiel meines Lebens. Es war ein Feuerwerk der Gefühle mit noch mehr Emotionen und Feuer auf den Rängen. Und eben das meine ich mit bekannt und unbekannt. Es war im Vorhinein allseits bekannt, dass es ein Derby ist und dass es kein Kindergarten wird, aber es ist kaum in Worte zu fassen, was das für ein Spiel war. Und genau das ist eben dieses Unbekannte: Es war etwas ganz Besonderes, und ich würde es jedes Mal wieder so machen wie an diesem Tag. Ich kann jedem nur ans Herz legen, sich ein solches Spiel einmal live anzuschauen. Gerade im Vergleich zu einem anderen Spiel ist es schon etwas ganz Besonderes.

Gewohnte Abläufe

Nehmen wir als Gegenstück einfach mal das vorherige Heimspiel gegen Ansbach. Am 3. Oktober 2026 habe ich mich, wie vor fast jedem Heimspiel, gegen 13:00 Uhr zusammen mit meinem Vater und meinem Onkel getroffen. Dann ging es nach Giesing zum Candidplatz. Dort wurden die Fahrräder abgestellt, und mit einem Wegspezi bewaffnet ging es den Berg hinauf in Richtung des schönsten Stadions der Welt – ab in die Stehhalle, von wo aus ich dann am Sonntag auch das Derby verfolgt habe. Nach dem Spiel ging es noch ins Giesinger und danach, mit einem Abstecher über die Bavarian-Patrol-Tankstelle, wieder gen Heimat. Das war also ein normaler Stadiontag.

Derbytag startet an der Heilig-Kreuz-Kirche

Doch was hat sich beim Derby geändert? Der ganze Tag hat ja schon damit begonnen, dass ich mich bereits vier Stunden vor Anpfiff mit vielen anderen an der Heilig-Kreuz-Kirche eingefunden habe, von wo aus es dann zum Einsingen auf den Fanmarsch ging. Was für eine Gaudi! Danach ging es – wie gewohnt – in die Stehhalle, wo es fast direkt mit dem Weltklasse-Support weiterging. Dieser ließ sich auch durch die beiden Gegentore nur mäßig bremsen, richtete sich immer mehr gegen die Seitenstraßler und wurde stetig emotionaler. Mein persönlicher Höhepunkt war das 1:2 in der ersten Halbzeit. Ich glaube, ich habe noch nie so laut geschrien. Nach der Halbzeit ging es genauso stark weiter. Dass wir letztlich mit 2:4 verlieren, tut ja nichts zur Sache. Ein weiteres Highlight war für mich die sechzigste Minute. Was für eine Atmosphäre! Wie gewohnt ging es danach noch auf einen Absacker ins Giesinger Bräu und von dort wieder nach Hause.

Ein aufregender Tag

Als Fazit lässt sich sagen: Es war ein wahnsinnig aufregender Tag mit brutal vielen Emotionen und ganz vielen geilen Erinnerungen. Der Ausgang dieses Spiels war ja leider nicht ganz so erfolgreich, wie erhofft, aber auch das gehört dazu. Es ist eben nicht alles Gold, was glänzt. Und es gibt ja auch noch das Rückspiel.

Auf die Löwen!

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