Nach all den Emotionen, die der Heimsieg der Löwen gegen Buchbach am Freitag Abend ausgelöst hat, die auch aus unseren Stimmen zum Spiel herauszulesen waren und die noch heute – drei Tage später – nachhallen, kreisen meine Giesinger Gedanken um eine Erkenntnis, die eigentlich auf der Betrachtung trockener Zahlen basiert. Und diese Erkenntnis lautet: Unsere Mannschaft kann (inzwischen) mit Rückständen und -schlägen umgehen. Aus meiner Sicht ist das eine Entwicklung der letzten Wochen und Monate, die vielleicht gar nicht sofort auffällt. Wobei schon das Heimspiel gegen Bayreuth, als man in der letzten halben Stunde per Amperlkarte für Lance Fiedler in Unterzahl geriet, den Ausgleich kassierte und dann doch noch den 2:1-Siegtreffer erzielen konnte, in diese Richtung wies. Das Buchbach-Spiel hat nun den endgültigen Beweis erbracht – und das sollte uns zuversichtlich stimmen!
1860 im Sommer 2026 – fast nie im Rückstand
Rückstände kannte das Team von Alper Kayabunar in dieser Saison kaum. Schauen wir uns die nackten Zahlen einmal an. In den ersten 15 Saisonspielen in der Regionalliga Bayern (also in Summe 22,5 Stunden oder 1.350 gespielten Minuten) lag 1860 insgesamt nur in drei Spielen und insgesamt nur gut zweieinhalb Stunden (genau 151 Minuten) zurück. Mehr als die Hälfte davon entfällt allein auf das Spiel gegen die kleinen Roten – dessen Ausgang hinlänglich bekannt ist. Jeweils summiert eine gute halbe Stunde musste nur beim Auftaktspiel in Schweinfurt und Ende September in Burghausen einer Führung der Gastgeber hinterhergerannt werden. Bei den Schnüdeln war dies bekanntlich zweimal erfolgreich und am Ende wurde ein Punkt eingefahren. In Burghausen – trotz drückender Überlegenheit – ja leider nicht.
Keine Wende zu erwarten
In allen anderen zwölf Spielen dieser Saison – vor dem Buchbach-Spiel – gingen die Löwen stets selbst in Führung und mussten nie mit einem Rückstand umgehen. Ich gebe zu: Nachdem Buchbach am Freitag Abend in der Viertelstunde vor der Pause die Führung der Löwen, die nur fünf Minuten gewährt hatte, wieder in ein eigene 3:2-Führung drehen konnte, hatte ich große Zweifel an einem einigermaßen erfolgreichen Ausgang der Partie. Die Erfahrung dieser Saison sprach einfach nicht für uns. Und die zweite Halbzeit bestätigte die Zweifel. Die Einwechslungen vom eigentlich immer agilen Emre Erdogan für Fabio Wagner und von Brecher Arian Calderon für Flo Niederlechner zeigten wenig Wirkung, die Löwen agierten verunsichert und wenig planvoll. Bemüht aber glücklos schien alles auf die zweite Heimniederlage in Serie hinauszulaufen.
Eine Hoffnung für die Zukunft
Dann kamen die Schlußphase und die Nachspielzeit, in denen Giesing bebte und die junge Mannschaft allen Kritikern und Zweiflern (zu denen ich ja zugegebernermaßen in dem Moment auch noch gehörte) bewies, dass sie Rückschläge wegstecken und auch Rückstände drehen, ja sogar einen kompletten Spielverlauf auf den Kopf stellen kann! Wie schön wäre es, wenn die Ereignisse vom Freitag ein Beleg für den weiteren Reifeprozess, der erst im Sommer neu zusammengestellten Mannschaft wären und das Team auch in Zukunft mit den üblichen Rückschlägen, die das Leben und das Geschehen auf dem Fußballplatz eben so bereit halten, in genau dieser Form umgehen könnte.
Wobei – auf so viel Aufregung und emotionales Auf und Ab werden die allermeisten Löwenfans sicher gern verzichten…
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Trotz der wirklich verunsicherten Halbzeit zwei (wobei ich mir das Spiel zu Hause mit meiner Frau noch einmal in voller Länge, nach Rückkehr aus dem Stadion, angesehen habe und die Halbzeit im TV nicht so schlecht rüber kam wie vorher live im Stadion), hatte ich nie das Gefühl das wir das verlieren. Irgendwie war der Glaube da und scheinbar können wir das gegen Buchbach auch. Siehe letzte Regionalliga-Saison vor 9 Jahren mit dem späten (95. Minute) 2:1 Siegtreffer.
Man ist einfach geneigt, eher an diese Mannschaft zu glauben als an die Mannschaften der vergangenen Jahre. Sie tritt einfach anders auf.
Es ist kein “wenn” sonder “ein ist” .
Die Entwicklung wird weiter nach oben gehen und die ganzen Kritiker von Paula , Alper und diversen Spielern werden bald verstummt sein .
Diese sog. Kritiker bleiben nur so lange verstummt, bis der nächste Punktverlust erfolgt. Und der wird kommen und dabei ist es auch vollkommend egal unter welchen Umständen der zustande kommt.
Solange ein Blogger den e.V. weiter verteufelt, solange wird es diese Spaltung geben.