Ein Wiederholungstäter – in Bezug auf die Löwen – ist der Mann an der Pfeife, wenn es am Sonntag Nachmittag in Giesing zum Duell zwischen München blau und München rot kommt. Felix Wagner hat schon das erste Saisonspiel des TSV 1860 in dieser Regionalliga-Saison am 2. Spieltag in Schweinfurt (2:2) gepfiffen. Nun begegnet man sich wieder. Vom noch 25jährigen Schiedsrichter wird beim Derby viel Fingerspitzengefühl und Ruhe erwartet, wenn sich die hitzige Atmosphäre auf den Rängen des Sechzgerstadions auf den Rasen überträgt. Über die Auswahl des Vierten Offiziellen für das Derby darf man mindestens den Kopf schütteln, wie weiter unten nachzulesen ist.

Heuer schon Schweinfurt und letztes Jahr Mannheim

Details über Schiri Felix Wagner sind logischerweise schon dem Artikel aus dieser Reihe vor dem Saisonauftakt für die Löwen in Schweinfurt zu finden. Und auch in der vergangenen Drittligasaison, in der wir ja begonnen hatten, unseren Leser*innen den Referee der jeweils nächsten Partie der Löwen näher vorzustellen, war er schon bei einem Spiel von Münchens Großer Liebe im Einsatz: Im Oktober vor einem Jahr beim 1:3 in Mannheim. Hier findet Ihr auch den Text über Felix Wagner vor der Partie beim Waldhof.

Strenger Wagner

Für das Derby schickt der Bayerische Fußballverband vernünftigerweise also einen Schiedsrichter, der schon Erfahrungen im Profifußball gesammelt hat. Inzwischen elf Partien der 2. und 22 in der 3. Liga sowie 30 Einsätze in der Regionalliga Bayern sind für Wagner verzeichnet. Inklusive unseres Spiels bei den Schnüdeln am 1. August sind seitdem insgesamt fünf Partien in den verschiedenen Ligen hinzugekommen, die allerdings an seiner Verwarnungsstatistik von damals wenig geändert haben. Mit nun 606 Gelben Karten in 114 Spielen kann Wagner weiterhin als ziemlich strenger Regelhüter bezeichnet werden. Alle knapp sieben Spiele zeigt er Gelb-Rot und sogar alle fünf Partien stellt er Akteure direkt vom Platz. Beides relativ auch häufig. Ob auch das Derby ein farbenfrohes Spektakel wird?

Bilanz mit Sechzig und den Roten

Das Derby wird für Wagner die siebte Begegnung unter Teilnahme der roten Bubis und die fünfte mit den Löwen. Nach Siegen für 1860 im Sommer 2023 im bayerischen Landespokal in Aindling und im Februar 2025 in der 3. Liga bei Viktoria Köln, waren die Löwen unter der Spielleitung dieses Unparteiischen leider nicht mehr so erfolgreich und erlebten – wie oben schon erwähnt – eine Niederlage (in Mannheim) und ein Remis (in Schweinfurt). Am Sonntag darf wieder mal ein Sieg unter Wagner her!

Der würde auch seine Bilanz mit der Zweitvertretung aus der Seitenstraße ein wenig optimieren. Denn die sieht in den sechs Spielen seit März 2023 – aus unserer Perspektive – extrem unschön aus: Nach einem 8:1-Auswärtssieg der Roten in Heimstetten folgte ein 4:0 gegen Bayreuth und dann zwei weitere Siege gegen Eintracht Bamberg (2:0 und 6:0). Die zwei dazwischen gelegenen Partien gegen die SpVgg Ansbach, die Wagner pfiff, endeten wenigstens beide nur unentschieden. Eine Niederlage für die Roten hat Wagner noch nicht verantwortet. Zeit werd’s!

Die Linienrichter für Sonntag

Felix Wagner zur Seite stehen am Sonntag Maximilian Hafeneder (25) und Martin Speckner (30).

Maximilian Hafeneder

Der Holzkirchener war schon bei der Heimpremiere dieser Saison gegen den FC Augsburg II an der Seitenlinie im Sechzgerstadion mit dabei. Als Schiri ist er in beiden Staffeln der Bayernliga aktiv, als Assistent hat er seit Sommer 2022 36 Spiele in der Regionalliga Bayern begleitet. In dieser Saison schon sieben. Weitere Berührungspunkte mit der ersten Mannschaft der Löwen sind für Hafeneder keine verzeichnet.

Martin Speckner

Der aus Schloßberg im Landkreis Rhön-Grabfeld kommende Speckner blickt als erfahrener Hauptschiedsrichter auf 53 Spiele in der 3. Liga zwischen 2020 und 2025 zurück. Sein bislang letzter Einsatz in Deutschlands dritthöchster Profiliga fand ausgerechnet auf Giesings Höhen beim Heimspiel der Löwen gegen Erzgebirge Aue beim Saisonfinale 2025 statt. Davor hatte er schon 2024 einen 3:0-Sieg in Essen und 2023 ein 2:0 in Halle gepfifen. Als Linienrichter ist er auch schon seit über sechs Jahren und bis heute in 60 Partien der 2. Bundesliga im Einsatz gewesen. Hinzu kommen noch 33 Drittligaspiele an der Seitenlinie.

An Begegnungen mit den Löwen, die er mit der Fahne in der Hand begleitete sind unsere Erinnerungen leider eher unerfreulich: Ende April 2019 war es das 2:3 und das Ausscheiden im Totopokal-Halbfinale in Aschaffenburg und im Juni 2020 das 0:1 gegen Hansa Rostock in einem Corona-bedingten Geisterspiel auf Giesings Höhen, mit dem – mal wieder – die Aufstiegshoffnungen auf der Zielgerade der Saison weitgehend verspielt wurden.

Der Vierte Offizielle ist ein Roter!

Ob angesichts der Brisanz der Partie am kommenden Sonntag der Vierte Offizielle, den der BFV entsendet, zwischen den Trainerbänken und somit zwischen Alper Kayabunar und dem wohl nach einem spätmittelalterlichen Dichter und Philosophen benannten Coach der Bayernbubis platziert wird, wissen wir aktuell nicht. Aber wer es sein wird. Und dass es angesichts seiner Vita vielleicht wirklich besser wäre, wenn er auf der Haupttribüne des Sechzgerstadions bleibt. Der Mann heißt Valentin Schuster und gehört offiziell der Schiri-Gruppe der Seitenstraßler an. Für diese pfeift er seit vielen Jahren Spiele bis zur Kreisliga, wurde aber in dieser Funktion auch schon als Schiedsrichter bei Jugenturnieren am Campus des FCB im Münchner Norden eingesetzt. Das klingt arg nach Stallgeruch… Man darf an dieser Stelle fragen, ob dieser Schuster für die Aufgabe am Sonntag wirklich der richtige Mann ist und warum der BFV keinen neutraleren Vertreter gefunden und entsendet hat.

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Titelbild: Samstag, 1. August 2026 – Erstes Saisonspiel für den TSV 1860 in dieser Saison. Angeführt von Schiedsrichter Felix Wagner kommen die Löwen und die Schnüdel auf den Platz des Schweinfurter Sachs-Stadions.

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60er

Auch wenn der 4. Offizielle ja in der Regionalliga keinen Einfluss auf das Spiel hat, ist diese Wahl völlig unverständlich.
Ist man beim BFV wirklich nicht auf den Gedanken gekommen, dass so eine Wahl nur nach hinten losgehen kann und zwangsläufig zu einer Diskussion über die “unparteiischen” Schiedsrichter führt?

Last edited 2 Minuten zuvor by 60er
D.Pest

Als 4. Offiziellen ein Mitglied der Roten einzusetzen zeugt von wenig bis gar kein Fingerspitzengefühl. Da hätte man auch anders vorgehen können. Klar hat der nicht so viel zu melden als die Kollegen auf dem Platz, dennoch könnte man davon ausgehen, dass bei der Planung grösstmögliche Neutralität gewährleistet wird. Hier offensichtlich nicht.

Bruck Loewe

Das is schon äußerst fragwürdig mit dem vierten Offiziellen.
Aber auch die Wahl des Schiris wirft Fragen auf.
Hätte man da nicht für so ein brisantes Spiel einen Schiri aus der 3.Liga nehmen können oder einen mit mehr Erfahrung