Die Löwen taten sich am dritten Spieltag auswärts bei Alemannia Aachen schwer. Es war eine zähe Nummer am Tivoli in Aachen. Trainer Patrick Glöckner hatte die gleiche Startelf wie beim 3:1 gegen Osnabrück aufs Feld geschickt, doch Aachen begann überraschend offensiv. Die Löwen taten sich schwer und kamen im ersten Durchgang kaum zu nennenswerten Chancen. Die zweite Hälfte war nach einer Ampelkarte gegen Aachens Gaudino sehr hektisch. Am Ende entschieden die Löwen-Joker das Spiel. Hobsch traf zum 1:0 (89.), Philipp machte zwei Minuten später den Deckel drauf. Sicher kein Traumspiel, aber ein wichtiger und erkämpfter Dreier für Münchens große Liebe.

Aachen presst hoch – Sechzig steht gut

Die Anfangseuphorie der sehr hoch pressenden Hausherren dauerte etwa 15 Minuten. Die Löwen standen zwar unter Druck, hielten aber ihre taktische Formation und standen gut. Torchancen auf Seiten der Alemannia gab es keine wirklichen. Einige Male musste Keeper Dähne das Spielgerät zwar aufnehmen, allerdings wurde er nicht ernsthaft geprüft. Am ehesten noch bei einem kurzen Kopfballrückpass von Jacobsen den er aber problemlos per Kopf klärte.

Zwei Halbchancen für die Löwen

Ab der Mitte des ersten Durchgangs konnten sich die Löwen zwar immer mehr befreien, wirklich zwingend wurde es aber auch auf die mit 2.500 Fans gut gefüllte Gäste-Kurve aber nur selten. Nach einem schnell ausgeführten Deniz-Freistoß aus dem rechten Halbfeld zog Niederlechner aus spitzem Winkel ab, doch Aachens Keeper Olschowsky klärte zur Ecke. Kurz vor der Pause ergab sich eine hoffnungsvolle Umschaltsituation für Münchens große Liebe. Doch Haugens Querpass auf den im Zentrum freistehenden Niederlechner wurde geblockt. So ging es letztlich verdient mit dem torlosen 0:0 in die Halbzeitpause.

Ohne Wechsel in den zweiten Abschnitt

Die Löwen lauerten schon im ersten Durchgang aus einer starken Defensive heraus auf Lücken und Konterchancen. So ging es auch ohne Wechsel in den zweiten Abschnitt. Nach einer guten Stunde flog dann Aachens Gaudino nach einem Frustfoul an Niederlechner mit Gelb-Rot vom Platz. Gaudino selbst hatte zuvor den Ball gegen zwei Löwen vertändelt. In Überzahl agierten die Münchner druckvoller, aber auch Aachen versteckte sich nicht und spielte weiter nach vorne.

Zwei Joker entschieden die Partie

Den Unterschied machte am Ende die große Qualität, die Trainer Patrick Glöckner noch von der Bank ins Spiel bringen konnte. Philipp, Wolfram, Hobsch, Jakob und Christiansen kamen im zweiten Abschnitt in die Partie und entschieden diese am Ende auch. Philipp hatte nach einem Zuckerzuspiel bereits 20 Minuten vor Ende die Entscheidung auf dem Fuß, der Ball landete aber über der Querlatte.

Hobsch trifft erneut spät in Aachen

Wie beim Ausgleich in der letzten Saison war es am Ende Hobsch, der in Aachen spät traf und die Löwen-Fans jubeln ließ. Nach starkem Aufbaupass von Jacobsen legte Volland mit etwas Glück leicht abgefälscht quer und Hobsch vollstreckte eiskalt über den Innenpfosten zum 0:1. Keine zwei Minuten später war es dann Philipp, der ein langes Zuspiel stark annahm und abzog. Sein Abschluss wurde abgefälscht und trudelte ins Netz. Das Spiel war entschieden.

Zähe Nummer beim 2:0-Sieg am Tivoli in Aachen

Insgesamt war es ein sehr erwachsener Auftritt der Löwen, die in Aachen nicht glänzte, aber siegten und somit nach drei Spielen sieben Zähler auf dem Konto haben. Die Sechzger hielten gerade in der Defensive auch in hektischen Phasen ihre taktische Vorgaben ein, fielen nicht aus dem System und am Ende machten die Joker den Unterschied. Der Auftakt ist also geglückt, so kann es weitergehen bei Münchens großer Liebe.

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6 Comments
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Robert von Giesing

Mir fehlt die Kreativität im Mittelfeld. Vielleicht könnte Philipp der Taktgeber sein und Deniz mal als Joker kommen

Schwarze

Man muss halt anerkennen, dass immer ein Gegner auf dem Platz steht der gegen uns besonders motiviert ist. Das Spiel war ausgeglichen und dann ist eben die doch sehr robuste Spielweise den Aachenern zum Verhängnis geworden. Da waren sehr viele harte Fouls dabei. Die Gelb/Rote finde ich schon gerechtfertigt. Bei der ersten wird ein guter Angriff von uns durch ein taktisches Foul unterbunden und bei der zweiten grätscht er zuerst hart gegen Deniz und 5 Sekunden später zu hart gegen Niederlechner. Der hat heute überhaupt sehr viel einstecken müssen. Kurioser Weise war er dann sogar selbst Gelb/Rot gefährdet. Seine Karte war ja genauso ein Witz wie die gegen Verlaat.
Gewonnen wurde dann eben durch die brutale individuelle Klasse von Volland, der beide Tore auflegt, sowie die allesamt guten Einwechselspieler!

Michael_aus_der_Kurve

Sehr gute Analyse!
Die Gelbe von Verlaat war völlig daneben. Das war eher Stürmerfoul. Bin gespannt, was Rafati dazu sagt.
Überragend fand ich übrigens Jacobsen (mal von der zu kurzen Kopfballrückgabe abgesehen, die ein starker Dähne übrigens per Bein klärte). Gefühlt meiste Ballkontakte und größte Laufleistung.
Dähne ist in meinen Augen ein klares Upgrade.

black_belt_blues

Die Mannschaft hat 3 Punkte geholt und muss erkennen, dass trotzdem noch sehr viel Arbeit vor ihr liegt.
Vielleicht ist genau das auch gut so. Wer die ersten Spiele überlegen gewinnt, fällt später oft ab. Alte Geschichte. Nicht dass sie bald glauben, im Mai gäbe es was zu feiern … 😅

Libero

Das war ein klassischer Arbeitssieg.Über 88 Minuten hüllen wir den Mantel des Schweigens,dann hat unsere bessere Bank zugeschlagen.Spielerisch war das aber Magerkost.Egal in 2 Wochen fragt keiner mehr,wie der Sieg zustande kam.

Posicelli

Vor noch nicht allzulanger Zeit hätten wir solche Spiele nicht gewonnen.
Nicht gut gespielt und trotzdem gewonnen, das war auch schon mal andersrum. Aus meiner Sicht hätte Glöckner schon etwas früher eingreifen können/müssen, eben weil wir so eine gute Bank haben.