Lange Zeit war es ruhig in Sachen Stadiondiskussion, nun überschlagen sich die Aussagen in letzter Zeit fast schon. Präsident Gernot Mang, Oberbürgermeister Dieter Reiter und die Stadtpolitik äußern sich in verschiedenen Formaten zum Grünwalder Stadion. Eine der neuesten Erkenntnisse: der Auszug der zweiten Mannschaft des roten Stadtrivalen scheint kurz bevor zu stehen.

Neue Machbarkeitsstudie soll im April vorliegen

Dass sich das neue Präsidium des TSV München von 1860 e.V. am liebsten eine langfristige Lösung am Standort Giesing wünscht, war schon vor der Wahl von Gernot Mang, Heinz Schmidt, Peter Schaefer und Christian Dierl bekannt. Nachdem zuletzt eine (vorläufige) Absage an den Standort in Riem öffentlich wurde, laufen die Planungen für eine mögliche Modernisierung des Sechzgerstadions auf Hochtouren. In einem Interview mit der Abendzeitung gab Präsident Mang an, dass mit den Ergebnissen für eine neue Machbarkeitsstudie im April zu rechnen sei. Sie würde die Grundlage für die erhofften 25.000 Zuschauer am Giesinger Berg schaffen – oder diese Pläne beerdigen. Noch ist freilich nicht klar, zu welchen Erkenntnissen die Studie kommen wird. Einen Plan B habe das Präsidium für diesen Fall allerdings natürlich im Kopf verriet Mang – und das ist weiterhin der mögliche, neue Standort in Riem.

Oberbürgermeister Reiter in Sachen Grünwalder Stadion optimistisch

Ein Neubau im Münchner Osten ist derzeit allerdings nicht im Fokus. Stattdessen werden alle verfügbaren Hebel in Gang gesetzt, um den Standort Giesing langfristig zu erhalten. Auch Oberbürgermeister Dieter Reiter zeigt sich dabei optimistisch und lobt insbesondere die derzeitige Zusammenarbeit mit den Löwen. Er könne sich durchaus vorstellen, dass 25.000 Zuschauer im Grünwalder Stadion möglich seien. Außerdem laufen bereits Überlegungen, wie die Stadt den TSV 1860 in finanzieller Hinsicht unterstützen kann. Wieviele von diesen Aussagen tatsächlich langfristig gelten und welcher Anteil davon dem laufenden Wahlkampf zuzuschreiben ist, wird sich voraussichtlich im Laufe des März zeigen.

FC Bayern II ab 2027 in Unterhaching?

Reiter deutete im Gespräch mit münchen.tv auch an, dass künftig nur noch die Löwen im Grünwalder Stadion spielen werden – ein Wunsch, den viele Löwenfans schon lange hegen. Tatsächlich deutet einiges auf einen Auszug des FC Bayern II hin. Da wäre zum einen der Kauf des Sportparks in Unterhaching, in dessen Rahmen der Mediendirektor der Roten bei einer Pressekonferenz eine Frage in Richtung des Bürgermeisters stellte. “Was bedeutet es, für Sie, für die Gemeinde Unterhaching, dass der FC Bayern in Zukunft hier Fußball spielen wird? Die Frauen des FC Bayern zunächst” hieß es bei der Veranstaltung. Zunächst – ein Wort, das in diesem Zusammenhang klar darauf hindeutet, dass künftig weitere Mannschaften folgen werden. Hinzu kommt, dass es sowohl in Hachinger Kreisen als auch bei den Bayern hinter vorgehaltener Hand heißt, dass die zweite Mannschaft der Roten ab 2027 im Sportpark Unterhaching spielen wird.

Optimismus in Sachen langfristige Heimat im Sechzgerstadion für den TSV 1860 München ist also tatsächlich weiterhin angebracht. Klar ist aber auch, dass Vieles – wenn nicht sogar alles – von der neuen Machbarkeitsstudie abhängt.

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United Sixties

Auch an dieser Stelle nochmals: die Finanzierung muss glaubhaft und nachhaltig stehen, Investoren bereit sein.
Hätte man 2001 die Schwabl-Pläne umgesetzt oder spätestens 2010 die tolle Machbarkeitsstudie realisiert hätten wir längst unser vollüberdachtes NEUES SECHZGER und zig Millionen am Müllberg gespart ( vlt. auch HI als Investor) und wären sportlich nicht zur Nummer 5-6 im Freistaat verkommen. Es ist weiter dringend darauf zu achten, dass uns die Stadt nicht ausschmiert und letztlich dauerhaft ins sanierte Oly drängt. Das neue Präsidium und die Arbeitsgruppe sollten uns Mitglieder in den Umbauplänen und der Umsetzbarkeit/ Finanzierungsfrage mitnehmen und informieren, nicht der Herr OB vor der Kommunalwahl am 8. März, welche evöllig andere Stadtratsbesetzung bringen wird.
Und der sog. Plan B an der Messe ist da Acta zu legen.

Bruck Loewe

Ich glaube nicht das Rot mit ihrer Zweiten freiwillig aus Giesing abzieht.Ausser man hat von Seiten Sechzig fixe Pläne beim Erbpachtmodell mit Umgestaltung der Sitzschalen in weissblau(Stehhalle) und grüngold(Haupttribüne) inkl Namensrechte vom Stadion an einen tiefblauen Sponsor (Giesinger Bräu).

Kraiburger

Die haben drei eigene Stadien, in denen sie mit ihrer zweiten spielen können. Es gibt wirklich überhaupt kein Argument, worauf sie irgendwelche Ansprüche für eine Miete im Sechzgerstadion ableiten könnten.

Magic

Der FCB will aber, dass seine Zweite im Sechzger spielt und dies wird reichen, dass dies so bleibt, alles andere ist Augenwischerei. Mir wäre es auch anders lieber. Aber ich glaube, es geht aktuell insbesondere um die Frage, ob Bayern II während des Umbaus ein anderes Stadion hätte. Danach wird man wahrscheinlich vertraglich festschreiben, dass Bayern II im Sechzger bleibt. Wie gesagt, ich wäre froh, wenn wir sie los wären, ich glaube nur nicht daran.

Canonier

Warum sollten sie das wollen? Um uns zu ärgern?
Kostet denen im Endeffekt auch Geld und im Gegensatz zu uns, werden die immer die finanziell vernünftigste Lösung wählen.

Sepp16

Falls die zweite in die dritte Liga aufsteigt fällt der Campus automatisch raus. Die AA fällt für die zweite aus wirtschaftlichen Gründen raus. Bleibt nur Haching. Da müsste man sich das Stadion mit den Frauen und Haching teilen. Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen das Bayern II freiwillig aus dem Grünwalder stadion rausgeht.