Die sehr englische Woche mit drei Spielen in sechs Tagen ist für die Löwen ziemlich schlecht losgegangen. Das erste Mal in dieser Spielzeit ist so etwas wie Ernüchterung zu spüren. Davon dürfen sich Mannschaft und Auswärtsreisende aber nicht beeindrucken lassen, denn es geht gegen einen gefährlichen und bisher unbekannten Gegner, die Deutsche Jugendkraft Vilzing e.V.!
Wo spielen wir da eigentlich?
Vilzing ist ein Stadtteil der Kreisstadt Cham und liegt als separates Pfarrdorf rund 5,5km südlich des Stadtzentrums westlich der B20. Die Ortschaft hat rund 500 Einwohner und bis auf die Kirche St. Laurentius keine besonderen Sehenswürdigkeiten. Glaubt man Wikipedia ist dort auch noch nie etwas bewegendes passiert, man verfügt aber über die für ein bayerisches Dorf notwendige Grundausstattung aus Sportverein, Feuerwehr, Schützenverein, Obst- und Gartenbauverein, Soldatenkameradschaft und Frauenvereinigung.
Aktuelles – Die Ausgangssituation
Vilzing ist sehr gut in die Saison gestartet und rangiert nach 6 Spielen mit 12 Punkten auf Tabellenplatz 3. Bei einer von Bilanz von 4-0-2 und einer Tordifferenz 11:9 kann man aber erkennen, dass die Oberpfälzer alles andere als unschlagbar sind. Im Pokal ist man außerdem im Elfmeterschießen gegen Dingolfing (LL) ausgeschieden. Eigentlich fallen in Partien mit Vilzinger Beteiligung nicht so viele Tore. Nicht so in der vergangenen Runde, als man fast ein 4:0 herschenkte und am Ende doch noch mit 5:4 in Burghausen gewann. Davor hatte es Niederlagen gegen Augsburg II und Schweinfurt gesetzt.
Kader & Transfers
Wenig Fluktuation gab es im Sommer in der Oberpfalz. Bis auf den Abgang von Felix Weber nach München wirkten alle Abgänge nicht vom Fußball motiviert. Zwei Spieler zog es in die Bayernliga zu Fortuna Regensburg (Studium/Arbeit) und einen Außenverteidiger nach Wien zum FavAC in die Regionalliga Ost. Hier ist bestätigt, dass ein Studium der Grund für den Abgang ist.
Die Zugänge sind hauptsächlich Ergänzungsspieler. Nur der 19-jährige Max Meyer kam aus der Regionalliga von Fürth II und gehört bisher zum absoluten Stamm. Außenverteidiger Auburger (25) wechselte aus Landsberg in die Oberpfalz und ist ebenfalls Teil der erweiterten ersten Elf. Der Grundstein für den Erfolg ist aber die Kontinuität im Kader. Aufpassen müssen die Löwen besonders auf die Stürmer Andreas Jünger (32, 5 Tore) und Erol Özbay (22, 3 Tore). Ex-Löwe Markus Ziereis ist außerdem auch immer für ein Tor gut. Im Mittelfeld hat Paul Grauschopf (Ex-Haching) Drittliga-Erfahrung.
Der bekannteste Abgang war insgesamt, der Wechsel von Trainer Kirschbaum – nach Saisonbeginn – zum FC St. Gallen. Seit dem vierten Spieltag steht deshalb nun Nachfolger Wolfgang Beller (Ex-Cotrainer von Markus Weinzierl) an der Seitenlinie.
Vereinsgeschichte
Die Fußballer der DJK Vilzing spielten jahrzehntelang auf Kreisebene, ehe der regionale Unternehmer Manfred Zollner und der damalige Abteilungsleiter Karl Wanninger (Abteilungsleiter bis 2019) in den 1990er-Jahren begannen, den Verein finanziell zu unterstützen bzw. entsprechend zu organisieren. Von der B-Klasse ging es binnen 20 Jahren bis in die Bayernliga. Das Maximalziel der Verantwortlichen ist die Regionalliga Bayern.
1995 gelang mit Spielertrainer Thomas Bauer erstmals der Aufstieg in die Bezirksliga Oberpfalz. Mit der Bezirksligameisterschaft 1998 qualifizierte sich der Verein für die Bezirksoberliga, zwei Jahre später folgte der erstmalige Aufstieg in die Landesliga. Unterbrochen von zwei Abstiegen 2006 und 2011 spielte die DJK zwölf Jahre in der Landesliga. 2008 und 2013 scheiterte der Verein in der Relegation zur Bayernliga. 2014 gelang mit Trainer Sepp Beller schließlich der erstmalige Aufstieg in die Bayernliga. 2022 feierte man die Meisterschaft in der Nordstaffel der Bayernliga und stieg erstmals in die Regionalliga auf.
Verein
Die DJK hat rund 700 Mitglieder in den Abteilungen Fußball, Turnen und Ski. Das Schicksal der Schwarz-Gelben hängt seit einigen Jahrzehnten vom Hauptsponsor, der Zollner Elektronik AG, ab. Der größte Arbeitgeber des Landkreises mit ca. 12.500 Mitarbeitenden (weltweit) finanziert die sportlichen Höhenflüge im kleinen Dorf. Gegründet wurde der Verein erst 1967 und hat mittlerweile dem großen Nachbarn ASV Cham den Rang abgelaufen. Man ist weiterhin Mitglied im DJK-Sportverband. Dieser ist der katholische Sportverband in Deutschland mit über 458.000 Mitgliedern in rund 1100 Vereinen. “Jugendkraft” ist hierbei ähnlich der Verwendung von “Juventus” im italienischen Fußball zu verstehen.
Das Stadion
Der Sportplatz in Vilzing heißt Manfred-Zollner-Stadion und fasst rund 2500 Plätze, davon 300 überdachte Sitzplätze und 288 Stehplätze Gäste.

Das Stadion verfügt zwar über eine große Anzeigentafel, hat aber laut Vereinswebseite kein Flutlicht.

Auch ein Umbau im Jahr 2020 konnte den Standort nicht komplett Regionalliga tauglich machen. Immer wieder gibt es Probleme mit der Zuschauerkapazität und Genehmigungen.
Trivia – Unnützes Wissen
- Hauptsponsor Zollner hat auch den Drachen-Roboter für den Further Drachenstich entwickelt und gebaut, den (damals) weltgrößten Laufroboter.
- Das Maskottchen: “Unser tierischer Neuzugang mit der Nr. 67 im Sommer 2024: Wolf Vilzi”
- Das heutige Spiel ist das erste Aufeinandertreffen der beiden Kampfmannschaften.
Der 7. Spieltag im Überblick
| Freitag | 19:00 Uhr | DJK Vilzing – TSV München von 1860 |
|---|---|---|
| 19:00 Uhr | Seitenstraße 1b – Eichstätt | |
| 19:00 Uhr | Eltersdorf – Illertissen | |
| 19:00 Uhr | Bayreuth – Burghausen | |
| 19:00 Uhr | Aubstadt – Ansbach | |
| Samstag | 14:00 Uhr | Haching – Augsburg II |
| 14:00 Uhr | Landsberg – Buchbach | |
| 14:00 Uhr | Nürnberg II- Schweinfurt | |
| 14:00 Uhr | Schwaben Augsburg – Memmingen |
|
| Spielfrei | Fürth II |












laut Bildern gibt es dort Flutlicht und Stürmer Özbay hat im letzten Spiel ROT gesehen und dürfte somit nicht dabei sein
Ohne Flutlicht und bei Anpfiff 19 Uhr könnte es echt schon dunkel werden…
Laut “Wetter.de” ist der Sonnenuntergang dort heute um 19:47 Uhr. Wird interessant.
Ohne Flutlicht kann im Septmber kein Abendspiel mehr stattfinden. Es wird schon eines da sein, sonst würde es der BFV nicht zulassen. Außerdem gibt es eine TV-Übertragung, es muss also sogar ein sehr gutes Licht sein.