Dass die fünf Meister der Regionalligen nicht direkt in die 3. Liga aufsteigen können, ist seit Längerem ein Ärgernis im deutschen Fußball. Um eine fairere Aufstiegsregelung zu finden, hat sich vor ein paar Wochen die Initiative “Aufstiegsreform 2025” gebildet.

Weitere Mitglieder schließen sich “Aufstiegsreform 2025” an

Die Initiative wurde von zahlreichen Vereinen aus der Regionalliga Nordost im Februar ins Leben gerufen. Mittlerweile schlossen sich weitere Vereine auch aus der 3. Liga und anderen Regionen Deutschlands an. Jüngst assoziierten sich Hansa Rostock, der SV Meppen, der 1. FC Bocholt und die Würzburger Kickers. Damit sind erstmals auch Verteter der Regionalliga Nord und der Regionalliga Bayern Mitglied der Initiative. Tommy Haeder vom Chemnitzer FC, der als Sprecher der Initiative auftritt, zeigte sich erfreut. “Unsere Forderung nach einer fairen Aufstiegsregelung und der damit verbundenen Strukturreform wird nicht nur gehört, sondern auch geteilt. Die Bewegung gewinnt weiter an Fahrt, wächst stetig – und auch im Hintergrund laufen täglich viele Gespräche, die Mut machen. Wir sind noch lange nicht am Ziel, aber wir kommen der Gerechtigkeit im Regionalliga-Fußball Schritt für Schritt näher.”

Konkretes Konzept zeichnet sich ab

Inzwischen zeichnet sich auch ein Grobkonzept ab, wie die Reform konkret aussehen könnte. Nachdem die 3. Liga einen fünften Absteiger kategorisch ablehnte, soll die Anzahl der Regionalligen auf vier reduziert werden. Dazu existiert folgender Vorschlag:

  • Regionaliga Süd mit Bayern und Baden-Württemberg
  • Regionalliga Ost mit Hessen, Berlin, Brandenburg, Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen
  • Regionalliga Nord mit Mecklenburg-Vorpommern, Schleswig-Holstein, Niedersachsen, Hamburg und Bremen
  •  Regionalliga West mit Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz und dem Saarland

Eine Variante wäre auch Rheinland-Pfalz und das Saarland der Regionalliga Süd anzugliedern.

Anwendung ab 2027/28?

Sollte die Reform kommen, steht im Raum die vier Staffeln zunächst in ein Übergangsjahr mit je 22 Mannschaften zu teilen. Nach dem Übergangsjahr sollte die Anzahl der Mannschaften je Staffel auf 20 reduziert werden. So würde sich die Anzahl der Regionalligisten von aktuell 90 auf vorerst 88 verringern und schlussendlich dann bei 80 liegen. Die Reform soll auf dem DFB-Bundestag am 7. November beschlossen werden und möglicherweise in der Saison 2027/28 zur Anwendung kommen.

Wie steht Ihr der Reform gegenüber? Welche Option würdet Ihr bevorzugen?

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Joerg

Die Einteilung hat weder was mit Vernunft noch Tradion zu tun, aber ich habe natürlich einen Vorschlag
1. Liga 18 Teams
2. Liga 20 Teams
3. Liga 20 – 22 Teams
Regionalliga Süd/Südwest 20 Teams
(Bayern, BW, Saar, R.-Pfalz, Hessen)
Regionalliga Nord/West 20 Teams
(NRW, HB, HH, Niedersachsen)
Regionalliga Nord/Ost 20 Teams
(Sachsen, Thüringen, S.-Anhalt, Berlin, Brandenburg, MeckPo, Schleswig-Holstein)
Keine Zweiten Mannschaften, die sollen sich nach dem Regionalliga Prinzip organisieren……
Aufstieg in die 3. Liga: die drei Meister steigen auf
die 3 Zweiten + dem Viertletzten der Liga3 spielen Halbfinale/Finale (also Maximal 2 Spiele) auf neutralem Platz den 4. Aufsteiger aus
Halte ich für besser, Hessen zum Osten übrigens ein Unding, schon schlimm genug Bayern Alzenau in der Oberliga zu dulden 😉

Orestes

Klingt nach einer sehr guten Lösung. Wenn sich die Zweit-Vertretungen der etablierten Clubs dann noch in einem eigens für sie geschaffenen Ligasystem wiederfinden, wird auch die dritte Liga entsprechend vielfältig und bildet ein breites Spektrum des deutschen Fussballs ab.

_Flin_

Das ist eine sehr begrüßenswerte Initiative. Alles, was den Fussball einfacher, gerechter und sinnvoller macht, begrüsse ich.

Ebenso wäre begrüßenswert, wenn der DFB Pokal um 2 Runden erweitert würde, und alle Dritt-und Regionalligisten teilnehmen. Heimrecht und Setzliste abgeschafft würden und die 1. und 2. Liga Clubs erst in der 3. Runde einsteigen.

Last edited 10 Monate zuvor by _Flin_
Robert von Giesing

Eine eigene DFB Liga mit den Zweitmannschaften wäre mindestens genauso wichtig

Kraiburger

In welcher Liga spielen dann die ganzen Talente? In der Liga, die finanziell und sportlich darauf angewiesen wären? Oder in der Liga, die es sich leisten kann?

Kraiburger

Mal ganz ungeachtet sämtlicher Absteiger und der Tatsache, dass aus 5 Regionalligen 4 werden sollten.

Die neuen Staffeln hätten in der letzten Saison folgendermaßen ausgesehen:

Süd (26 Teams):
TSG Hoffenheim II SGV Freiberg Fußball Stuttgarter Kickers SC Freiburg II (A) FC-Astoria Walldorf Bahlinger SC Göppinger SV (N) FC 08 Villingen (N) 1. FC Schweinfurt 05 TSV Buchbach Würzburger Kickers (M) Bayern München II SpVgg Greuther Fürth II SpVgg Bayreuth Wacker Burghausen DJK Vilzing FV Illertissen SpVgg Ansbach 1. FC Nürnberg II FC Augsburg II TSV Aubstadt Schwaben Augsburg (N) Viktoria Aschaffenburg SpVgg Hankofen-Hailing (N) FC Eintracht Bamberg 2010 Türkgücü München

Nord (19 Teams):
Werder Bremen II (N) Bremer SV Hamburger SV II FC St. Pauli II FC Teutonia Ottensen Greifswalder FC TSV Havelse Kickers Emden (N) SV Drochtersen/Assel SV Meppen BW Lohne VfB Oldenburg SSV Jeddeloh II 1. FC Phönix Lübeck VfB Lübeck (A) Eintracht Norderstedt SC Weiche Flensburg 08 Holstein Kiel II SV Todesfelde (N)

Ost (24 Teams):
1. FC Lok Leipzig Hallescher FC (A) Rot-Weiß Erfurt FSV Zwickau Carl Zeiss Jena Chemnitzer FC BFC Dynamo VSG Altglienicke Hertha BSC II ZFC Meuselwitz Hertha Zehlendorf (N) SV Babelsberg 03 BSG Chemie Leipzig FSV Luckenwalde FC Eilenburg Viktoria 1889 Berlin VFC Plauen (N) Kickers Offenbach TSV Steinbach Haiger FSV Frankfurt Hessen Kassel SG Barockstadt Fulda-Lehnerz FC Gießen (N) Eintracht Frankfurt II

West (21 Teams):
MSV Duisburg (A) FC Gütersloh Sportfreunde Lotte (N) Rot-Weiß Oberhausen SV Rödinghausen Fortuna Köln Bor. Mönchengladbach II 1. FC Köln II SC Paderborn 07 II 1. FC Bocholt Fortuna Düsseldorf II SC Wiedenbrück Wuppertaler SV FC Schalke 04 II SV Eintracht Hohkeppel (N) 1. FC Düren * Türkspor Dortmund (N) KFC Uerdingen 05 (N) FC 08 Homburg 1. FSV Mainz 05 II Eintracht Trier (N)

Siggi

Auffallend viele 2. Mannschaften.

Kraiburger

Ich hätte da ganz gerne 1860 II noch dabei.

BruckLoewe

Mit den 18 aufgelisteten Zweitmannschaften – Jeddeloh II ist ja keine Zweitvertretung – und unserer U21 könnte man da schon eine eigene Liga basteln.

Last edited 10 Monate zuvor by BruckLoewe
Kraiburger

Und hier mal paar Statistiken zur Relegation zur Dritten Liga:

Seit der Einführung der Relegationsspiele 2013 gab es insgesamt 24 Relegationspartien.

Die Vertreter aus Bayern haben 6 ihrer 10 Spiele gewonnen (Quote 60%), blieben im Schnitt 3,0 Jahre in der dritten Liga, wobei sich 4 Teams bereits wieder nach unten und einer nach oben verabschiedet haben. Einer ist immer noch in der Dritten Liga. (Wer das wohl ist?).

Die Vertreter aus Nordost haben 5 ihrer 9 Spiele gewonnen (Quote 56%), blieben im Schnitt ebenfalls 3,0 Jahre in der dritten Liga, wobei sich 3 Teams bereits wieder nach unten und zwei nach oben verabschiedet haben.

Die Vertreter aus Nord haben 6 ihrer 10 Spiele gewonnen (Quote 60%), blieben im Schnitt 2,66 Jahre in der dritten Liga, wobei sich 5 Teams bereits wieder nach unten und einer nach oben verabschiedet haben.

Die Vertreter aus Südwest haben 3 ihrer 12 Spiele gewonnen (Quote 25%), blieben im Schnitt 3,33 Jahre in der dritten Liga, und alle drei sind mittlerweile wieder runter. Unter den 9 Verlierern war dreimal Waldhof Mannheim und zweimal der FC Saarbrücken. 

Die Vertreter aus West haben 4 ihrer 7 Spiele gewonnen (Quote 57%), blieben im Schnitt 4,25 Jahre in der dritten Liga. Drei der Vier sind schon wieder runter, der vierte ist noch drin.

Christian Jung

Interessant, dass Hansa damit einverstanden wäre, dass man Meck-Pomm dem Norden zuordnet. Im Falle eines Abstiegs in die Regionalliga würden dann die traditionellen Ost-Duelle für Rostock entfallen. Aber vielleicht gehen die auch davon aus, niemals dorthin abzustürzen…

Und das Gebiet der neuen Regionalliga West würde damit halt einen echt riesigen Anteil der Vereine/Mannschaften/Spieler im Amateurbereich Deutschlands abdecken.

Aber ansonsten klingt der neue Zuschnitt recht sinnvoll.