Die Rubrik Der Mann an der Pfeife (oder ggf. auch Die Frau an der Pfeife) stellt unseren Leser*innen den Schiedsrichter (oder die Schiedsrichterin) der jeweils nächsten Partie des TSV 1860 in der 3. Liga vor. Heute geht es an dieser Stelle um Florian Lechner aus Hornstorf in Nordwest-Mecklenburg, der am Samstag Nachmittag (14.00 Uhr, im sechzger.de-Liveticker) das letzte Auswärtsspiel dieses Kalenderjahres 2025 – gleichzeitig die Partie mit der kürzesten Anreise für die Löwen in dieser Saison – beim FC Ingolstadt 04 leiten wird. Für den Unparteiischen ist die Reise nach Oberbayern dramatisch weiter, als für den Löwentross. Wie auch für einen seiner Assistenen.

Ein erfahrener Schiri

Vielleicht wurde die Kritik, die in unserem aktuellen sechzger.de Talk 240 deutlich zu vernehmen war, erhört. Zum Spiel der Löwen bei den Schanzern am Samstag schickt der DFB einen sehr erfahrenen Mann. Florian Lechner ist 34 Jahre alt und pfeift schon seit über sieben Jahren Profifußballspiele in Deutschland. In der 3. Liga feierte er seine Premiere – genauso wie der TSV 1860 – im Sommer 2018. Allerdings erfolgte sein “Aufstieg” – aufgrund seiner Herkunft und Heimat – natürlich aus der Regionalliga Nordost. Die schöne Anzahl von 60 Partien in der 3. Liga ist seitdem für Lechner zusammen gekommen. Hinzu kommen 49 Einsätze in der 2. Bundesliga, sechs im DFB-Pokal und 59 in besagter Regionalliga Nordost.

Wenig Verwarnungen – viele Elfmeter

Ein eher milder Regelhüter ist Lechner, was seine Kartenstatistik anbelangt. Durchschnittlich 4,5 Gelbe Karten zückte er in seinen bisherigen Drittligaeinsätzen pro Spiel, ein leicht unterdurchschnittlicher Wert. Gelb-Rot zeigt das Nordlicht im Schnitt nur alle 12 Spiele, glatt Rot gar nur alle 30 Partien. Platzverweise sind bei Lechner also eher die Ausnahme. Auf den Elfmeterpunkt deutet der Mann aus dem hohen Nordosten der Republik hingegen überdurchschnittlich häufig. Etwa alle drei von ihm geleitete Spiele gibt es einen Strafstoß.

Lechner und die Löwen…

In den fünf Spielen unter Beteiligung des TSV 1860 hat Florian Lechner übrigens noch nie auf den Punkt deuten oder einen Feldverweis gegen einen Löwen aussprechen müssen. Und die zwölf Gelben Karten, die er Akteuren in weiß und blau in insgesamt 450 Spielminuten unter die Nase halten musste, ist ebenfalls keine beängstigende Zahl. Allerdings – und das ist vielleicht die Kehrseite der Medaille – war Sechzig unter dem für den Poeler SV pfeifenden Referee auch nicht sonderlich häufig erfolgreich. Drei Niederlagen, ein Unentschieden und nur ein Sieg stehen zu Buche.

…mit negativer Bilanz

Los ging die gemeinsame Historie von Münchens Großer Liebe und Lechner am 3. November 2018 in Münster. Mit einem torlosen Remis. Gut ein Jahr später, kurz vor Weihnachten siegte 1860 unter Lechner an selber Stelle mit 1:0. Dazwischen pfiff er die 1:2-Niederlage in Würzburg im März 2019. Und auch die beiden letzten Begegnungen mit diesem Schiri endeten für uns unerfreulich: Am 15. November 2020 unterlagen die Löwen in einem Corona-bedingten Geisterspiel 1:2 bei Dynamo Dresden. Dann gab es erstmal viereinhalb Jahre kein Zusammentreffen mehr, ehe Lechner im Frühjahr des laufenden Jahres das 0:1 beim VfL Osnabrück pfiff. Das Spiel am Samstag im Audi-Sportpark ist für den Mann in Schwarz das sechste Spiel mit dem TSV 1860, allerdings kam er dabei nie in den Genuss eines Auftritts in Giesing. Bedauernswert!

 

15. November 2020 im Rudolf-Harbig-Stadion in Dresden. Florian Lechner zeigt Sascha Mölders in der 50. Minute nach einem Foulspiel an Sebastian Mai die Gelbe Karte.

An der Seitenlinie: Viel Erfahrung…  

Unterstützt wird Lechner in Ingolstadt auf der einen Seite vom gleichaltrigen Julius Martenstein aus Cölbe im mittelhessischen Landkreis Marburg-Biedenkopf. Er ist als Hauptschiedsrichter in der Regionalliga Südwest aktiv und blickt als Assistent auf satte 98 Zweitliga, 95 Drittliga- und 14 DFB-Pokalspiele zurück. Fünfmal begegnete er als Linienrichter schon den Löwen. Erstmalig bei einer 0:4-Pleite in Mannheim im August 2019, zuletzt beim 2:2 gegen Viktoria Köln am 1. Oktober in dieser Saison.

…und eine Drittligapremiere

Der zweite Linienrichter am Samstag Nachmittag ist Hannes Ventzke aus Rostock. Er ist 26 Jahre jung und winkt in der 3. Liga in Ingolstadt zum allerersten Mal mit dem Fähnchen. Seine Erfahrungen als Schiri und als Assistent sammelte er bislang in der Regionalliga Nordost als höchster Spielklasse. Allerdings war er in dieser und den beiden vorangegangenen Spielzeiten schon als Vierter Offizieller in der 3. Liga im Einsatz. Dem TSV 1860 ist Ventzke dabei noch nicht begegnet.

Vierter Offizieller: Glücksbringer mit kurzer Anreise

Apropos Vierter Offizieller: Dieser heißt am kommenden Wochenende – schon zum zweiten Mal in dieser Saison – Kenny Abieba. Er ist 27 Jahre alt, kommt aus Nürnberg und hat entsprechend die kürzeste Anreise im Schiedsrichterteam. Als Hauptschiri ist er seit einigen Jahren in der Regionalliga Bayern und der Bayernliga im Einsatz. Und dabei auch schon viermal der U21 der Löwen begegnet. Als Assistent blickt er auf 30 Drittligaspiele zurück, zwei davon unter Beteiligung der Löwenprofis im Frühjahr 2024. Und als Vierter Offizieller war er schon dreimal bei den – jeweils siegreichen – Löwen auf Giesings Höhen dabei. Zuletzt unter Schiri Felix Weller vor knapp drei Wochen, beim 2:0-Sieg gegen den 1. FC Saarbrücken. Abieba – ein Glücksbringer?

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Titelbild: Die letzte Begegnung zwischen den Löwen und Florian Lechner in Osnabrück am 29. März diesen Jahres. In der 30. Minute sieht der VfL-Spieler Bryan Henning nach einem Foul an Anderson Lucoqui Gelb.

 

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