Die Rubrik Der Mann an der Pfeife (oder ggf. auch Die Frau an der Pfeife) stellt unseren Leser*innen den Schiedsrichter (oder die Schiedsrichterin) der jeweils nächsten Partie des TSV 1860 in der 3. Liga vor. Heute geht es hier um Felix Wagner aus Glött im schwäbischen Landkreis Dillingen. Der noch sehr junge Referee pfeift am Samstag Nachmittag die Löwen allerdings nicht zum ersten Mal. Und auch in der 2. Bundesliga durfte er schon ran.

Der jüngste Schiri in dieser Saison

Ganz ahnlich wie der vier Jahre ältere Kollege Martin Wilke, der die Löwen am Sonntag gegen den MSV Duisburg pfiff und dabei eine tadellose Partie ablieferte, sieht die Statistik von Wagner in der dritten Liga aus. In 15 Spielen, die er bislang hier leitete, vergab er 95 Gelbe Karten, im Schnitt also 6,3 pro Partie. Wie Wilke überdurchschnittlich viele. Bei den Gelb-Roten Karten stehen beim 24jährigen sogar schon vier zu Buche. Er zeigt mehr als doppelt so häufig, wie andere Kollegen in der 3. Liga die Ampelkarte. Und auch die Disziplinarmaßnahmen Rot und Elfmeter kommen bei ihm häufiger zum Einsatz, als im Mittel.

Erfahrungen in DFB-Pokal und 2. Bundesliga

Neben den Drittligapartien in dieser und der vergangenen Saison hat Felix Wagner im  Sommer auch schon zwei Spiele in der 2. Bundesliga leiten dürfen. Er ist aktuell der jüngste Schiri, der im Unterhaus pfeift. Insgesamt blickt er trotz des jugendlichen Alters schon auf fast 100 geleitete Partien von den B-Junioren bis in die 2. Liga zurück. Die meisten davon (26) in der Regionalliga Bayern. Aber auch im DFB-Pokal hat er diesen Sommer seine Premiere gefeiert. Beim – auf den Rängen gewiss sehr hitzigen – Duell zwischen dem BFC Dynamo Berlin und dem VfL Bochum (1:3 nach Verlängerung). Dort zeigte er übrigens vor fast 5.000 Zuschauern im Sportforum Hohenschöhausen achtmal Gelb und zweimal glatt Rot (für den BFC). Einen von Wagner in der Verlängerung verhängten Elfmeter für die Gäste hielt der Berliner Torwart.

Wagner und die Löwen

Positive Erinnerungen haben wohl alle Löwen – abgesehen von Morris Schröter – an den bisher einzigen Einsatz von Felix Wagner bei einem Spiel des TSV 1860. Am 1. Februar diesen Jahres pfiff er die Partie von Münchens großer Liebe bei Viktoria Köln, in der besagter Schröter sein bislang letztes Spiel für Sechzig bestritt. Nach einer knappen Viertelstunde musste dieser wegen einer Bänderverletzung runter. Des einen Freud’ des anderen Leid: Für Tim Danhof, der für Schröter in die Partie kam und eine starke Vorstellung bot, endete damit ein schwieriges erstes halbes Jahr bei 1860. Er stand – nach zuvor nur fünf Einsätzen – in allen verbleibenden Spielen der Saison fast immer über die volle Distanz auf dem Platz. Das Spiel in Köln, übrigens erst das zweite für den damals neuen Löwendompteur Patrick Glöckner, drehten die Löwen nach Rückstand durch einen Doppelschlag von Patrick Hobsch (73.) und Maxi Wolfram (76.). Die Kölner waren nach einer halben Stunde durch den aktuellen Bundesliga Shootingstar beim FC, Said El Mala hochverdient in Führung gegangen.

Das Unparteiischen-Team in Mannheim

Unbterstützt wird Felix Wagner am Samstag in Mannheim von den Linienrichtern Dominik Jolk (36) aus Bergisch Gladbach und Alexander Roppelt (28) aus Lübeck. Mit beiden gab es bislang keine gemeinsamen Spielleitungen. Der älteste in diesem Dreigespann, Jolk, ist den Löwen als Assistent schon ein paar mal begegnet. Unter anderem im Februar 2017 bei einem 2:1 in der Allianz Arena gegen den KSC. In den sechs Drittligapartien mit seiner Beteiligung, gingen die Löwen fünfmal als Verlierer und nie als Sieger vom Platz. Von den vier Partien mit Beteiligung des TSV 1860, die Alexander Roppelt an der Seitenlinie begleitete, endeten drei mit dem Ergebnis 2:2 (in Oldenburg, in Essen und gegen Osnabrück) und eines 0:1 (gegen Saarbrücken). Die Löwenbilanz beider Linienrichter vom Samstag gehört also dringend aufgebessert! Als vierter Offizieller fungiert im Carl-Benz-Stadion Sebastian Hilsberg. Der 25jährige aus Leiningerland in Rheinland-Pfalz ist den Löwen bislang noch nicht begegnet, hat aber in dieser Saison schon drei Spiele in der 3. Liga als Hauptschiedsrichter gepfiffen. Hervorzuheben ist dabei sein bislang letzter Einsatz. Nach dem Spiel von Erzegbirge Aue gegen Rot-Weiss Essen (2:2) vor knapp drei Wochen, wurde er von liga3-online zum Schiedrichter des 10. Spieltags gekürt.

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Titelbild: Aufwärmen in Köln. Felix Wagner am 1. Februar diesen Jahres im Sportpark Höhenberg vor der Partie zwischen der Viktoria und den Löwen, die 1860 am Ende mit 2:1 gewinnen konnte.

 

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BruckLoewe

Besorgniserregend find ich die äußerst geringe Entfernung des Herkunftsortes des vierten Offiziellen.
Gerade einmal 26km sind es von Glött nach Mannheim

BruckLoewe

Ja,danke.Da hab ich was verdreht

Posicelli

Das wird ja immer besser.
Nach dem Motto:
Kinder an die Macht!