Bei den Löwen stand Alexander Schmidt einst bei der U17, U19, U21 und bei den Profis in der 2. Bundesliga als Trainer an der Seitenlinie. Aktuell steht der gebürtige Augsburger bei Chemie Leipzig unter Vertrag und verlor eben einen seiner Spieler, Julian Bell, an Münchens große Liebe. Warum Schmidt seinem ehemaligen Schützling wegen des Wechsels nicht böse ist, wie er Alper Kayabunar einschätzt und wie er in die Situation beim TSV 1860 empfindet, schildert der 57-Jährige im Interview mit der AZ.
Alexander Schmidt schwärmt von Kayabunar
Wenn es um seinen ehemaligen Co-Trainer bei Türkgücü, Alper Kayabunar, geht, gerät Schmidt regelrecht ins Schwärmen und spricht in Bezug auf den TSV 1860 von einem “Glücksgriff”. Warum das so ist?
“Ich glaube brutal an ihn. (…) Er war früher selbst ein guter Fußballer und hat damals schon alles – von der Videoanalyse bis zum Leiten der Einheiten – gekonnt. Dazu hat er ein super Gespür, wann er was machen muss. Auch wenn er mal ernst wird, ist es nie so, dass die Spieler das Selbstvertrauen verlieren. Entsprechend habe ich selten einen Spieler erlebt, der mit ihm nicht gut auskam. Im Gegenteil: Sie vertrauen ihm. Gleichzeitig kann er mit der aktuellen Situation bei Sechzig gut umgehen. (…) Er wird irgendwann eine Profimannschaft trainieren. Ich kann mir gut vorstellen, dass er künftig einen türkischen Erstligisten trainieren wird. Dorthin hat er super Kontakte.”
Kayabunar schätze “ein intensives Spiel mit hoher Aggressivität, schnellen Balleroberungen und einem gepflegten Fußball”, so der aktuelle Trainer des Nordost-Regionalligisten Chemie Leipzig.
Bell mit Potenzial zum Publikumsliebling?
Apropos Chemie Leipzig: Von dort verpflichte der TSV 1860 in der Sommerpause Julian Bell – und das, obwohl man den 23-Jährigen dort gerne gehalten hätte, wie Schmidt betont:
“Julian war bei mir ein absoluter Leistungsträger und mein Wunschspieler. Er hatte mir auch schon für die kommende Saison zugesagt. Der Vertrag war sogar schon ausgehandelt und die Wohnung war für ihn angemietet. Als er mich dann anrief, dass er sich für eine Rückkehr zu seinem Herzensverein entschieden hat, war es für mich natürlich eine Enttäuschung. Aber überspitzt gesagt: Wenn es einen Verein gibt, bei dem ich ihm verzeihe, dass er seine Zusage gebrochen hat, ist das Sechzig. (…) Er ist ein absolutes Mentalitätsmonster. Von der Ausdauer her war er der beste Mann in meinem Kader. Ich bin mir sicher, dass er in München zum Publikumsliebling wird. Sechzig ist sein Verein.”
Dass Bell seinen ehemaligen Arbeitgeber noch nicht ganz vergessen hat, zeigte er jedoch, als beim Testspiel der Leipziger bei Wacker Innsbruck im Chemie-Trikot auftauchte, um die Mannschaft zu unterstützen.
Schmidt attestiert TSV 1860 einen guten Kader
Doch nicht nur der Transfer von Bell lässt Schmidt positiv in die Zukunft blicken, wenn es um seinen Ex-Verein geht.
“Gerade die Verpflichtungen von Vitus Eicher als Torhüter und Florian Niederlechner als Stürmer finde ich super. Das sind alles fußballverrückte Typen, die für Sechzig durchs Feuer gehen.”
Ob es am Ende für ganz oben reicht, steht natürlich in den Sternen. Dennoch bleibt Schmidt optimistisch:
“Es kann schon sein, dass sie sich im vorderen Mittelfeld aufhalten, bevor sie richtig eingespielt sind. Sie werden zu 100 Prozent vorne mitspielen. Sechzig ist im Vergleich zu dreiviertel der Liga Profitum. Gleichzeitig glaube ich, dass die Situation eine neue Energie bei Sechzig erzeugt. Die Fans werden ein bisschen demütiger sein, weil sie froh sind, dass alles in eine andere Bahn läuft. Sie werden der Mannschaft auch mal verzeihen, wenn sie verliert. Wichtig ist denen nur, dass sie kämpfen. Aus der Situation kannst du als Spieler befreit aufspielen.”
Glamourös oder generös?
Und auch zu Hasan Ismaik hat der ehemalige Löwen-Trainer eine Meinung:
“Wenn Hasan Ismaik der Verein wichtig ist, könnte er es jetzt mit den juristischen Auseinandersetzungen im Hintergrund gut sein lassen. Er könnte sich glamourös zeigen und sagen: Ich mache einen Schulterschluss mit allen. Damit würde er seinen Gegnern zeigen, dass ihm Sechzig am Herzen liegt.”
Ob er nun wirklich “glamourös” oder doch eher “generös” meinte, ist leider nicht übermittelt.











Schöne Alexander Schmidt aus seiner erfolgreichen Trainerarbeit bei uns.
Es war einer der ersten großen Fehlentscheidungen seitens des Vereins
( damals Neu-Präsidium Mayerhofer/Helfer/Altmann) ihn nach 3 Siegen bei 3 Niederlagen in der zweiten Bundesliga durch F. Funkel zu ersetzen.
Seine Einschätzungen zum neuen Trainer, Bell, neuen Kader und Ismaik kann man nur unterstreichen: lasst Sechzig wieder wachsen und zu neuen bodenständigen Ufern kommen ..mit Geduld, Weitblick, besseren Entscheidungen und viel Vernunft!
Schätze Alexander Schmidt war gemeint !!
So wirklich erfolgreich war er auch nach der Zeit bei uns nirgends. Hab die Entscheidung damals schon verstanden und Funkel war schon eine andere Hausnummer.
Das sehe ich allerdings komplett anders. Erfolgreich war seine Trainerarbeit bei uns nicht.
Alex ist wohl ein sehr erfahrener Trainer mit großen Erfolgen , dass er junge Spieler ausbilden und entwickeln kann steht außer Frage, er hat ja gerade erst Landsberg und Leipzig aus dem Keller geholt, seine Erfahrung und wie er eine Mannschaft formt und vorwärts bringt ist sehr beachtlich, schade dass wir nicht gegen seine Mannschaft gespielt haben, dann hätten wir gewusst wo unsere Mannschaft steht, aber dass werden wir ja nun in kürze sehen und wissen, ich glaube es wird schwer mit der zusammengewürfelten Truppe, die braucht noch Zeit und noch was nicht nur unser Trainer war C0 von Alex , auch ein Herr Nagelsmann, am besten eine so eine dumme Beurteilung sein lassen wenn man keine Ahnung hat
Morgen erstmal! Das wird dann wohl die spannendste Woche, wer kommt noch wieviel Jahreskarten werden abgesetzt u.s.w.und zur Krönung der Sa. also auf ein neues ELIL
Absolut. Trikotpräsentation würd auch noch gut reinpassen.
Ist es denn sicher, dass Sechzig nicht auch möglicherweise von den juristischen Aueinandersetzungen profitieren könnte? Vielleicht hat ja auch der Verein noch Rechnungen offen?