Über eine Woche ist der Sieg gegen die in der aktuellen Runde spielfreien Buchbacher nun schon her. Zeit wird’s, für das nächste Spiel der Löwen! Dieses Mal erleben wir eine Premiere, das erste Duell der Kampfmannschaften der beiden Vereine. Nach dem Kampfspiel in Eichstätt und dem etwas glücklichen Sieg daheim wäre im Fränkischen mal wieder eine wenig nervenaufreibende, seriöse Leistung der Löwen schön. Daran hindern möchte unseren TSV ein Liganeuling, der aber nicht zum ersten Mal in die Viertklassigkeit vorgestoßen ist: der Sport-Club 1926 e.V. Eltersdorf !

Wo spielen wir da eigentlich?

Der hochgeschätzte Wiki-Peter verrät hierzu folgendes: “Eltersdorf (fränkisch Äldaschdorf) ist ein Gemeindeteil der kreisfreien Stadt Erlangen. Der Ort entstand spätestens im 10. Jahrhundert und wurde im Jahr 1021 erstmals urkundlich erwähnt. Bis zur Eingemeindung 1972 war Eltersdorf eine eigenständige Gemeinde. Die statistischen Bezirke 50 (Eltersdorf) und 51 (St. Egidien), die einen Großteil der Gemarkung Eltersdorf umfassen, haben heute etwa 3500 Einwohner.” 

Sehenswürdigkeiten sind die Egidienkirche mit einem Turm aus dem 13. Jahrhundert, der Ortskern mit einigen historischen Bauernhäusern, die Königsmühle und zwei gut erhaltene mittelalterliche Steinkreuze. Der Egidienstein befindet sich östlich des Ortskerns, während der Kreuzstein am Nordrand Eltersdorf zu finden ist. Die Lage des Ortes direkt am Autobahnkreuz Fürth-Erlangen wirkt wenig erstrebenswert. Dafür ist man nicht nur mit dem Auto, sondern auch mit dem Zug an die Strecke Nürnberg-Bamberg angebunden und hat sogar zwei Häfen am Main-Donau-Kanal.

Aktuelles – Die Ausgangssituation

Nominell gesehen erwartet die Löwen der mit Abstand schwächste Gegner der letzten Wochen. Die Eltersdorfer stehen aktuell mit 18 Punkten auf Platz 14 der Tabelle. Eine Bilanz von 4-6-6 genügt für einige Punkte Abstand zur gefährlichen Zone. Das Torverhältnis von 22:24 fällt zwar negativ aus, zeigt jedoch auch, dass weder Offensive noch Defensive wirklich schlecht beinander sind. Mit etwas mehr Glück könnte der SCE auch einige Plätze weiter vorne stehen. Die Heimschwäche der Quecken könnte unserem TSV zugute kommen. Auf heimischen Rasen holten die Franken bisher erst acht Punkte und stehen damit auf Platz 17 der Heimtabelle.

Außerdem befinden sich die Mannen von Trainer Bernd Eigner auf dem absteigenden Ast. Seit Beginn des Monats Oktober und dem überraschenden Sieg gegen bisher ungeschlagene Buchbacher, konnte Eltersdorf keinen weiteren Dreier einfahren. Die letzten beiden Partien gegen Memmingen und Schwaben Augsburg gingen sogar beide verloren. Bisher hat man sich im Saisonverlauf aber eher mit den größeren Teams leichter getan, weshalb die Löwen auf der Hut sein sollten.

Kader & Transfers

Große Konstante im sportlichen Bereich ist Trainer Bernd Eigner, der seit 2016 an der Eltersdorfer Seitenlinie steht. Sonst gab es – besonders für einen Aufsteiger – bemerkenswert wenige Transferbewegungen. Sieben Zugänge und fünf Abgänge sprechen für Vertrauen in die eigene Truppe. Einziger Zugang aus einer höheren Klasse ist Nicolas Böhnke (18, LV), der aus Unterhaching ins Frankenland kam. Sonst spielten sich die Wechsel auf Ebene der Landesliga und manchmal der Bayernliga ab. Junge Spieler aus der Region, die schon eine gewisse Erfahrung im Herrenfußball mitbringen.

Im Sturm muss unsere Defensive auf Yannick Jassmann (29) aufpassen, der mit vier Treffern Top-Torschütze des SC Eltersdorf ist. Ins Tor ist mittlerweile wieder Axel Hofmann (29) zurückgekehrt, der zwischenzeitlich (verletzungsbedingt) vom 42-jährigen Oleksandr Churilov ersetzt worden war. Mit Geremi Perera (22, ZM) haben die Franken sogar einen A-Nationalspieler – der gebürtige Franke läuft für Sri Lanka auf. Unser Redakteur Stefan Kranzberg hat als Schlüsselspieler Robin Renner ausgemacht, den er euch auch etwas genauer vorstellt:
SC Eltersdorf: Robin Renner – wenn der Name zum Programm wird

Vereinsgeschichte

Der SC Eltersdorf wurde 1926 als Arbeiter-Turn- und Sportverein gegründet und entwickelte sich im Laufe der Jahrzehnte zu einem der fünf großen Sportvereine Erlangens. Die Vereinsgeschichte wurde durch die politischen und gesellschaftlichen Umbrüche der NS-Zeit und des Zweiten Weltkriegs stark geprägt: 1935 musste der Verein umbenannt und neu gegründet werden. Der Krieg führte zu erheblichen Mitgliederverlusten, gefallenen und eingezogenen Sportkameraden sowie zum weitgehenden Erliegen des Seniorenfußballs. Nach einer mehrjährigen Unterbrechung des Vereinslebens riefen 42 Gründungsmitglieder den Verein am 3. März 1946 als Sportklub Eltersdorf wieder ins Leben.
Nach Kriegsende entwickelte sich insbesondere die Fußballabteilung zunehmend erfolgreich und arbeitete sich schrittweise in höhere Spielklassen vor. Mit der Jahrtausendwende gelang 2001 der Aufstieg in die Landesliga. Zehn Jahre später erreichten die Quecken mit der Meisterschaft 2011 die Bayernliga. 2012 qualifizierte sich der SC Eltersdorf sogar erstmals für die Regionalliga Bayern. Der Aufenthalt in der vierthöchsten Spielklasse dauerte zunächst nur kurz an, die Mannschaft stieg bereits nach einer Saison wieder in die Bayernliga ab. Auch in den folgenden Jahren wechselten sportliche Erfolge und Rückschläge einander ab. Besonders die Spielzeiten ab 2019 waren von wiederholten Aufstiegsbemühungen geprägt: Auf die Bayernliga-Meisterschaft und den erneuten Regionalliga-Aufstieg 2021 folgte der direkte Wiederabstieg. Anschließend verpasste der Verein mehrfach knapp die Rückkehr in die Regionalliga, unter anderem durch Niederlagen in den Aufstiegsrelegationen.Mit der Meisterschaft der Bayernliga Nord in der Saison 2025/26 gelang dem SC Eltersdorf schließlich zum dritten Mal der Aufstieg in die Regionalliga Bayern. Damit ist der SCE weiterhin der erfolgreichste Fußballverein Erlangens und die dritte Kraft im Raum Nürnberg. Hierbei betont der Verein immer wieder seine Arbeit ohne einen großen Mäzen oder Einzelsponsor. Im Fußballbereich kooperiert man mit der SpVgg Fürth, lustigerweise aber auch mit dem örtlichen FCN Fanklub. Neben König Fußball bietet der Sport-Club auch noch Handball, Tennis, Tischtennis, Bergsport, Fitness, Sportkegeln und Rock’n’Roll an.

Das Stadion

Die Quecken tragen ihre Spiele auf der Sportanlage Langenaustraße aus, die aktuell ELSNER Sportpark heißt. Der Sportplatz hat eine Kapazität von 2.500 Plätzen und wurde immer wieder den Anforderungen der verschiedenen Ligen angepasst. Dadurch hat die Haupttribünenseite mit Vereinsheim ein sympathisch zusammengewürfeltes Aussehen. Der SC Eltersdorf wollte unbedingt auch die Partie gegen Sechzig auf dem heimischen Platz austragen, obwohl im Erlanger Umland viele größere Stadien zur Verfügung stehen. Mal sehen, wie der kleine Platz mit dem großen Ansturm aus München zurechtkommt.

Trivia – Unnützes Wissen

  • “Die Einwohner Eltersdorfs werden im Volksmund auch Queckenpelzer genannt. Da die ungeliebte Kriech-Quecke in den leichten Sandböden um Eltersdorf schon immer stark verbreitet war, mussten die hiesigen Landwirte viel Aufwand und Zeit in die Bekämpfung („Pelzen“) des Unkrauts investieren. Findige Eltersdorfer Bauern verkauften die getrockneten Pflanzen einst als Arzneimittelgrundstoff auf dem Nürnberger Markt, was den Eltersdorfern die spöttisch gemeinte Bezeichnung einbrachte.”
  • Daher rührt auch der Spitzname des SC Eltersdorf: “Die Quecken”
  • In Eltersdorf ist das Stadion gleichzeitig in der “Stadt” und am Autobahnkreuz gelegen.
  • Als Vorgängerverein soll es die Freizeitfußballer vom Fußball-Club “Franken” Eltersdorf 1909 gegeben haben.

Der 18. Spieltag im Überblick

Freitag 2:3 Illertissen – Ansbach
Samstag 14:00 Uhr Schweinfurt – Burghausen
14:00 Uhr Vilzing – Landsberg
14:00 Uhr Augsburg II – Memmingen
14:00 Uhr Seitenstraße 1b – Bayreuth
14:00 Uhr Haching – Schwaben Augsburg
14:00 Uhr Fürth II – Aubstadt
Sonntag 14:00 Uhr Nürnberg II – Eichstätt 
15:00 Uhr SC Eltersdorf – TSV 1860 München
Spielfrei Buchbach

 

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D.Pest

Nicht schlecht. Wusste bis dato nicht, wer oder was Krich-Quecken sind. Den eigen Spitznamen nach einem Unkraut zu benennen, zeugt von Humor und ist ziemlich einzigartig in Deutschland (nehm ich an). 
Lilien und Kleeblatt zähle ich nicht zu Unkraut..

Leo Nero

Nur zur Klarstellung: Das Spiel findet am Sonntag um 15 Uhr statt und nicht, wie hier gelistet, um 14 Uhr.