Über 30 Jahre engagiere ich mich mittlerweile in der Stadionfrage beim TSV 1860 – ein ständiges Auf und Ab. Den Umzug ins Olympiastadion mussten wir ebenso schlucken wie die komplette Ablehnung der Schwabl-Pläne für den Standort Giesing durch das damalige Präsidium. Die Beteiligung an der Arena vor den Toren der Stadt brachte die Löwen (wenig überraschend) an den Rand der finanziellen Existenz. Noch heute leidet die KGaA unter den dadurch entstandenen wirtschaftlichen Problemen und hangelt sich von Fortführungsprognose zu Fortführungsprognose.
Mit dem Rücken an der Wand, doch immer wieder obenauf
Wie oft wurde in den vergangenen Jahrzehnten behauptet, es werde nie wieder eine Profimannschaft des TSV 1860 auf Giesings Höhen spielen? Wie oft war das Grünwalder Stadion quasi dem Abriss geweiht, um Platz für Wohnungen oder ein Einkaufszentrum zu machen?
Und doch steht das Stadion noch immer und diente den Löwen nach dem Abstieg aus der 2. Bundesliga wieder einmal als Zufluchtsort, weil man sich andernorts wirtschaftlich überhoben hatte. Der warme, fast schon familiäre Schoß, in den man zurückkehrt, wenn es woanders nicht geklappt hat. Heimat. Auch für uns Fans war die Rückkehr der Löwen nach Giesing wie eine Heimkehr, nahezu jeder Heimspieltag (mit Ausnahme der Corona-Zeit) wurde zu einem Feiertag.
Der erste Schritt ist endlich gemacht
Klar: Die aktuelle Kapazität von 15.000 Zuschauern ist nicht zukunftsträchtig, die durch die Stadt in Aussicht gestellte Erweiterung um 3.000 Plätze ebenso wenig. Nun scheint es also auf eine Erbpacht-Lösung hinauszulaufen und der Verein (nicht die KGaA) bemüht sich ernsthaft um einen Ausbau auf 25.000+ Zuschauer. Wird ein Traum wahr?
Auch wenn sicherlich noch viele Hürden (Genehmigungen, Finanzierung,…) auf den TSV 1860 warten, so erfüllt mich dieser erste Schritt mit sehr viel Freude und Zuversicht. Es geht voran, endlich sperrt sich die Stadt nicht mehr kategorisch und nach vielen Jahren können der Öffentlichkeit dank Gesprächen auf Augenhöhe konkrete Fortschritte präsentiert werden. Und sollte der Bescheid negativ ausfallen, gibt es zumindest endlich Gewissheit. Keine schöne Vorstellung, aber immerhin besser als das ständige Dahinsiechen der letzten Jahrzehnte.
Mehr als 30 Jahre Stadionkampf – mit Happy End?
“Sechzig München gibt’s nur in Giesing” wurde am Samstag wiederholt skandiert – auch von mir. Nicht, weil der TSV 1860 nicht auch woanders seine Spiele austragen könnte, sondern weil unser Verein in diesem Stadtteil zuhause und verwurzelt ist. Warum also sollte man nicht alles versuchen, hier zu bleiben? Und dabei geht es keineswegs um eine “Verzwergung” oder eine angebliche Reduzierung auf einen “Stadtteilverein”, sondern um Identifikation, um Zusammengehörigkeit und um die Abgrenzung zum sportlich und wirtschaftlich dominanten Club aus der Parallelstraße.
Vielleicht war die Chance nie so groß wie jetzt, einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung machen zu können. Nutzen wir sie. Gemeinsam. Und für mich persönlich hoffe ich natürlich, dass über 30 Jahre Stadionkampf zu einem glücklichen Ende führen…
Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.











Sehr schöner Artikel. Dem möchte ich mich vollumfänglich anchließen. Ich denke auch, dass es jetzt sehr hoffnungsvolle u. zuversichtliche Chancen bestehen, dass eine gute bis bestmöhliche konstruktive Lösung für den Sechzger-Umbau in Zusammenarbeit zwischen e.V.-Präse Gernot Mang samt Präsidium+HI/HAM mit der Stadt München erreicht werden kann u. in naher Zukunft schnellstmöhlich in die Tat umgesetzt wird.
“…Vielleicht war die Chance nie so groß wie jetzt, einen entscheidenden Schritt in die richtige Richtung machen zu können. Nutzen wir sie. Gemeinsam. …” Ja, ich denke auch!
Mit den Leuten, die HI jetzt neu in seinem Team hat u. für seine Seite arbeiten sowie dem neuen e.V.-Präse Gernot Mang samt Präsidium scheint nun hoffentlich eine gute gemeinsame konstruktive u. produktive Zusammenarbeit möglich u. schon im Gange zu sein, in der es Hand in Hand in die richtige Richtung geht, d.h. miteinander statt gegeneinander, wie die Stadionthematik jetzt erfreulicherweise auch zeigt, indem 60 jetzt gemeinsam handelt, an konkreten Lösungen mit der Stadt arbeitet u. vorangeht.
Hoffen wir, dass es schon bald konkrete Ergebnisse zum Sechzger-Umbau gibt, mit Kapazität, Größe u. Umfang, aber auch das “WIE” der Umsetzung, d.h.: Finanzierung, Projektierung+Bauantrag+Genehmigungen+Baubeginn u. Baurealisierung+Stadionbetriebs-Neuordnung/-Organisation evtl. über Erbpacht mit Vermarktung u. Stadionbetreibergesellschaft…usw. usf..
Es wäre soooo schön, wenn es endlich nun mal tatsachlich u. realistisch nicht nur theoretisch, sondern auch praktisch vorwärtsgeht u. nach sehr viel vertaner Zeit der Stagnation u. vielen guten Worten, Überlegungen u. Absichten nun endlich auch konkrete Taten folgen, d.h., dass Sechzger schnellstmöglich in maximal möglicher Größe u. bestmöglichem Umfang+Qalität, was für 60 bestens geeignet ist, auch mal in der 2. BL o. sogar in der 1. BL im Sechzger zu spielen u. wirtschaftlich im Kosten-Nutzen-Vergleich irgendwie realisierbar ist.
Denn: 60 kommt aus Giesing – 60 gehört nach Giesing – 60 gehört ins Sechzger – 60 ist nur in Giesing im Sechzger zuhause!!!👍🦁
“Mit den Leuten, die HI jetzt neu in seinem Team hat u. für seine Seite arbeiten…”
HI hat doch einzig den Willen seine Anteile zu verkaufen.Dann soll er das aber auch machen.Mit HI wird es nix mehr.
Über die vergangene 30 Jahren Stadionkampf müssen wir auf alle Fälle irgendwann ein Buch schreiben. Angefangen von den Kapuzenmännern mit Räucherkerzen, über die Flugblattaktionen im Oly. Sehr geil waren rund um 2010 auch die Guerilla-Aktionen, mit denen wir unter anderem die Fahrradnacht und die EarthHour gekapert haben. Aus solchen Aktionen entstanden letztendlich Abende wie X-Tausend oder die sensationelle 150-Jahr-Feier am 17.Mai 2010 in Giesing. Wir haben hier schon brutal viel runter gerockt, und 30 Jahre lassen sich schwer in nur einem Beitrag fassen. Aber ich sehe auch noch nicht endgültig das Ende der Fahnenstange. Aber fast …
Buch Top ! Roman bitte übernehmen.
Es gibt unzählige Anekdoten und Erlebnisse, in meiner Erinnerung besonders die Besuche bei OB Ude im Büro mit Rainer Blumer 1999 oder die Fanrunde mit KHW und Kemmelmeyer mit dem Löwenbomber als Moderator in Unterföhring 2000 oder die Schwablpläne-Vorstellungen bei den Fanclubs in unserer Region in Wasserburg oder Seeon usw.
westkurve60.de , Sechzgerhoibe ab 2009 und die Kämpfe um die Delegiertenmehrheit ab 2005 u.v.a.
NOCH IST ABER NIX FIX! Wer soll es wie finanzieren bleibt die schwierigste Frage und dafür drücke ich allen Beteiligten maximalen Erfolg und Glück in anstehenden Verhandlungsrunden. Aus tiefblauen Herzen.
Sehr schön geschrieben, Herr Kranzberg. Und nahe an meinen Gedanken.
Manchmal beschleicht mich auch der Gedanke, warum das nicht früher schon geklappt hat. Die Stadt konnte so lange darauf verweisen, dass der Verein sich ja nicht einig sei, was er wolle, dass viel zu lange nichts passiert ist.
Herr Ismaik funkt hoffentlich nicht noch dazwischen. Auf der anderen Seite könnte er sich unsterblich machen, wenn er bei der Finanzierung an Bord ist. Vielleicht sollte ihm mal wer eine KI-Anmutung des neuen Stadions mit einer HI-Statue vor dem Eingang durchfaxen.
Die Idee im letzten Satz geht dann doch a bisserl zu weit…obwohl:
„wer s zahlt schafft an“