Zugegebenermaßen: Vom Platz gefegt haben unsere Löwen nach dem – neben dem Platz erfolgten – personellen Neuanfang die Zebras aus Duisburg gestern nicht. Ebensowenig, wie Sechzig – wie vor der Saison durchaus mit einem gewissen Augenzwinkern prognostiziert – die Liga dominiert. Aber das sonntägliche 3:1 über den bis dahin ungeschlagenen Tabellenführer MSV Duisburg war zumindest ein deutliches Lebenszeichen, ein Comeback der Mannschaft, die in den Auftritten vor der Länderspielpause doch arg verunsichert und irgendwie auch verschlafen wirkte. Ein neuer Übungsleiter, Markus Kauczinski hat die Löwen wachgeküsst. Rollen wir nun also das Feld der Liga von hinten auf? Entwickelt sich nun eine neue Euphorie, die der Mannschaft helfen wird, die aktuell acht Punkte und zehn Teams, die uns vom zweiten direkten Aufstiegsplatz trennen, zu überfliegen? Oder verunsichern wir das Team mit derlei Prognosen (wieder)?
Euphorie scharf kritisiert
Es ist schon interessant, wie man sich als sechzger.de-Redakteur, der seine Erwartungen mit der Öffentlichkeit der Löwenfans hier und z.B. im sechzger.de Talk geteilt hat, für vorsaisonale, in diesem Sommer manchmal auch ganz bewusst ein wenig überdrehte Euphorie, angehen lassen muss. Manchmal freundlich augenzwinkernd, wie eben auch die eigenen Saisonprognosen rausgehauen wurden. Dann passt das. Manchmal aber auch durchaus mit dem ganze Frust von Löwenniederlagen im Gepäck. Das muss dann eigentlich nicht sein. Im eigenen Ärger Fanreporter für Niederlagen verantworlich machen, weil der Optimismus und die gute Laune und die Erwartungshaltung die Herren Profis überfordert haben könnten? Da sollten sich ein paar Kommentierer auf unserer Seite mal ein wenig hinterfragen. Wie das die Oberoptimisten in der Redaktion natürlich auch tun müssen.
Glück gehört auch dazu
Die Wahrheit liegt hinsichtlich der angemessenen Stimmungslage und der daraus folgenden richtigen Tonalität natürlich – wie so oft – irgendwo dazwischen. Wir haben heuer einen Kader, der nominell in dieser 3. Liga ganz oben mitspielen können müsste und bei der Vergabe der Aufstiegsplätze ein paar ernste Worte mitreden sollte. Ob es am Ende dann wirklich hinhaut mit dem großen Ziel, hat dann auch etwas mit Glück zu tun. Dieses Glück hatte die Mannschaft im August und September mit späten Treffern, die immer wieder Punkte sicherten. Danach in fünf Spielen ohne Sieg aber halt dafür gar nicht mehr. Strittige Schiedsrichterurteile, falsche Entscheidungen der sportlich Verantwortlichen, … Mit Herbstbeginn lief dann schon einiges gegen uns.
Verletzungspech kaum thematisiert
Nicht vergessen sollten wir im Zusammenhang mit der Erwartungshaltung auch, dass wir im ersten Saisonviertel – von der Öffentlichkeit kaum thematisiert – leider nicht vom Verletzungspech verschont geblieben sind. Ein Überblick gefällig?
Verlaat fehlt seit Mitte September
Jesper Verlaat, nach Dähne und Dulic übrigens der in seinen sechs Saisonspielen mit der drittbesten kicker-Durchschnittsnote honorierte Spieler im Kader und seit Jahren einfach ein konstanter und wichtiger “emotional Leader” – wie man das heute so schön nennt – auf dem Feld.
Kilian Jakob, der fast Vergessene
Kilian Jakob, der fast vergessene Rückkehrer, der nach Kurzeinsätzen in den ersten drei Spielen schon seit Ende August ausfällt. Er hätte vielleicht den den Erwartungen bislang überhaupt nicht gerecht werdenden Manuel Pfeifer auf der linken Außenbahn zu besseren Leistungen antreiben können. Oder eben direkt selber die Rolle übernehmen.
Morris Schröter noch ohne Einsatz 25/26
Gleiches gilt für Morris Schröter. Der 30jährige, der vor allem in seinen ersten Wochen bei den Löwen im Herbst 2023 zeigte, wie er gegnerische Verteidiger auf dem Flügel durchaus vor Probleme stellen kann, konnte in dieser Saison noch gar nicht eingesetzt werden.
Kevin Vollands Präsenz
Und auch Kevin Volland hat nach der Fleischwunde im Spiel gegen Viktoria Köln dann sowohl dieses Heimspiel, als auch die nächste Partie in Wiesbaden verpasst. Der Allgäuer Heimkehrer ist einer, der mit seiner Präsenz und Erfahrung der Mannschaft auf dem Platz sehr gut tut. Wenn er fehlt, fehlt er einfach.
Thomas Dähne fehlt zweimal
Zwar hat Ersatzgoalie und Torwarttrainer Rene Vollath seine Sache in den beiden Spielen gegen Köln und und Wiesbaden zuverlässig erledigt. Zieht man allerdings erneut die kicker-Bewertung heran, dann fehlte den Löwen in den ersten beiden Spielen im Oktober ihr bislang mit Abstand bester Akteur. Und denken wir weiter an die Parade, mit der Dähne gestern Abend kurz vor Schluss mit einem unglaublichen Reflex das 2:2 verhinderte, dann gehört der Name beim Thema Verletzungspech auch genannt.
Festhalten, was noch zu retten ist
So bleibt uns also die Hoffnung, dass mit dem gestrigen ersten Sieg nach unglaublichen fünf (!) sieglosen Wochen eine – möglichst lange – erfolgreiche Phase der Saison eingeläutet wurde. Dass wir uns nun erstmal Schritt für Schritt in der Tabelle wieder nach vorne arbeiten können. Er klingt, wie bei 1860 halt auch immer irgendwie angebracht, ein wenig nach einschwörender, aber irgendwie doch sehr skeptischer Durchhalteparole, aber vielleicht ist der zweite Satz der gestrigen – wirklich großartigen – Choreo in der Westkurve das richtige Motto für die kommenden Wochen und Monate: “Wir halten fest, was noch zu retten ist.” In der Tabelle sind dies 15 Punkte, die uns keiner mehr nimmt. Und nach der gestrigen Darbietung vielleicht auch wieder ein wenig Optimismus, den wir uns einfach nicht nehmen lassen. Weder von den Schwarzmalern in den eigenen weiß-blauen Reihen, noch von den sportlichen Rivalen. Am wenigsten vom nächsten, einem unserer Lieblingsgegner: dem SV Waldhof. Auf nach Mannheim und her mit dem nächsten Sieg!
– – – – –
Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wieder.











Wir stehen genau da, wo wir hingehören.
Ins Mittelfeld der Tabelle. 4:3:4
Das ist sichtbarer Fakt. Es gibt bessere Teams und schlechtere als wir es sind.
In Mannheim wird sich zeigen, ob wir uns den besseren oder den schlechteren annähern.
Das sind die nackten Tatsachen in Liga 3 und eigentlich die Realität von 1860.
Ja momentan, nach 11 Spieltagen. Dieser Kader ist aber besser als Mittelmaß der dritten Liga und dieser Trainer eigentlich auch und daher erlaubt es ab jetzt schon etwas mehr Optimismus.
Jetzt noch weitere 15 Punkte aus den nächsten 8 Spielen halte ich für möglich und dann geht’s in der Rückrunde mal so richtig um jeden Sieg!
Kader von den Namen her! Aber bisher nicht von den Leistungen.
Optimismus braucht es immer.
Können aber auch 8 Punkte aus den nächsten 8 Spielen werden.
Oder auch 24.
ja bitte „her mit dem nächsten Löwensieg“, denn es gibt nix Schöneres.
Optimismus hin und weg und wieder her… Sechzig MÜNCHEN geht nicht anders. Zur Winterpause möglichst 30 Punkte erreichen und dann wird man schon sehen, ob es für ganz oben reichen kann, wenn das Selbstvertrauen, Spielglück und bessere Schirileistungen zurück kommen.
Jetzt geht das schon wieder los mit dem Au…..
Kann man nicht mal ein bisschen am Boden bleiben und den einen (stark erkämpften) Sieg noch bis Samstag genießen? Dann steht das nächste schwere Spiel vor der Brust!
Wenn wir im Frühjahr genügend Punkte haben und vorne mit dabei sind, dann liebe Redakteure, dann können wir über derartiges reden.
Ich bleib dabei “Übermut tut selten gut” und jetzt oder vor der Saison vom Au.. zu sprechen ist für mich total vermessen.
Genau so sehe ich das auch.
Das war totaler Schmarrn und das sollte man erkennen.
👍👏👌Genau! Wenn MKauczinski es schafft, eine schlagkräftige Mannschaft zu entwickeln, die oben mitspielt, werden wir es bis Januar…Februar sehen. Wenn wir dann im Aufstiegsrennen mitspielen u. eine gute, erfolgreiche Entwicklung hinbekommen, können wir mal vorsichtig davon reden, dass es mit dem Aufstieg was werden könnte. Auch später wäre das nach für uns gutem Verlauf der Saison unser Ziel, wenn es realistisch ist. Bis dahin sollten wir aber keine Luftschlösser bauen u. abheben. Erstmal nach oben kämpfen, dann oben dranbleiben u. im Saisonendspurt ganz oben mitspielen. Dann können wir von Aufstiegschancen u. einem möglichen Aufstieg reden. Vorher besser nicht!😉
Na ja, ein bisschen Kritik verdient habt ihr ja schon.
Ist nicht schlimm und war teilweise sogar witzig.
Aber ich hab mir da zu jeder Zeit gedacht, die spinnen doch mit ihrem völlig überdrehten Optimismus.
Dazu bestand kein Anlass. Volland und Niederlechner sind ja echte Löwen. Aber auf dem Platz müssen sie immer erst noch beweisen, dass sie besser sind als die anderen guten Drittligaspieler. Davon ist bis jetzt wenig zu sehen. Ich hatte das immer befürchtet.
Auch wenns mich beim nächsten Punktverlust, den wir früher oder lieber später soweiso einstecken müssen, wieder ärgert: Bei mir is die Euphorie wieder voll da. Die haben lange und hart dran gearbeitet dass auch der letzte die Hoffnung aufgibt aber jetzt schauts doch wieder ganz anders aus. Als Löwenfan darf man ruhig heute vom Durchmarsch träumen und morgen wieder die Bayernliga befürchten
Man muss jetzt nicht gleich wieder in Euphorie verfallen. Allerdings haben wir gestern eine defensiv stabile Truppe gesehen, die gegen den ungeschlagenen Tabellenführer nur wenig zugelassen hat und dann vor dem Tor eiskalt – und auch etwas glücklich – war.
Nach vorne waren einige leicht veränderte Ansätze zu erkennen, die allerdings nicht besonders gut zu Ende gespielt wurden. Einige zu lange Steilpässe, der mit Foul gestoppte Sololauf von Haugen, oder auch der Gegenstoss bei dem Haugen kein Abspiel fand und dann den Ball vertandelte. Wirkliche Chancen gab es wenige, die wenigen waren allerdings drin.
Hinten hat Kauczinski den Schifferl wachgeküsst. Und das sollte meiner Meinung nach das Vorbild für den Rest der Saison sein. Wenn wir es einfach nur schaffen, dass die Spieler das abrufen, was sie tatsächlich können (bei Schifferl: verteidigen; Kopfballverlängerungen? Eher nicht so), dann können wir eine sehr gute Rolle in dieser Liga spielen.
Bisschen Glück gehört natürlich auch dazu. Aber den haben wir ja ziehen lassen. 😉
das ist genau der Punkt ! bisher hat kaum einer der Spieler auch nur annähernd Normal-geschweige denn Superform erreicht…..der Ansatz muss sein, das vorhandene Potential rauszukitzeln; und die Verletzten bringen durchaus noch zusätzliche Qualität