Gerade als man dachte, man habe mit dem Kompassmodell eine sinnvolle Lösung für die Regionalligareform gefunden, regt sich im Süden der Republik Widerstand. In Bayern und Hessen wehrt man sich gegen den Kompass und möchte einen Gegenvorschlag unterbreiten.

Widerstand aus Bayern und Hessen

Bereits vor einigen Tage hatte sich Christoph Kern, Präsident des Bayerischen Fußballverbandes, dahingehend geäußert, dass der BFV anstelle des Kompassmodells mit vier Regionalligen das bisherige Modell mit fünf Staffeln bevorzuge. Infolge dessen solle die 3. Liga auf 22 Teams aufgestockt werden, wobei es dann fünf Absteiger gebe, sodass alle Regionalliga-Meister direkt aufsteigen können. Angenehmer Nebeneffekt aus Sicht des BFV: Die eigene Staffel bliebe erhalten.

Auch in Hessen zeigt sich der Verband und diverse Vereine unzufrieden mit dem Kompassmodell, nach dem die Staffeln mithilfe von KI nach verschiedenen Kriterien einteilt werden sollen. Nun verfassten die fünf hessischen Regionalligisten Kickers Offenbach, Hessen Kassel, TSV Steinbach Haiger, FSV Frankfurt und SG Barockstadt Fulda-Lehnerz eine gemeinsame Protestnote, nach der das Modell unausgereift sei und den Verlust attraktiver Partien nach sich ziehe.

Gegenvorschlag zum Kompassmodell

Trotz angekündigter Kompensationszahlungen an die fünf Regionalverbände in Höhe von jeweils 500.000 Euro pro Jahr und 40.000 Euro an jeden teilnehmenden Klub mit Ausnahme der Profi-Reserven über mindestens vier Jahre, regt sich also Widerstand gegen das von DFB-Präsident Neuendorf präferierte Kompassmodell. Für die Kritiker wirkt der Vorschlag zu komplex und könnte die mittelfristige Zukunftsplanung für viele Klubs erschweren. Im Fall der Fälle könnten späte Aufstiegsentscheidungen aus den Oberligen für enorme Verzögerungen sorgen, insbesondere dann, wenn Klubs mit ihrer Einteilung nicht zufrieden sind und sport- oder gar zivilrechtlich dagegen vorgehen.

Aber wie geht es nun weiter? Es bleibt auf jeden Fall spannend, denn BFV-Präsident Kern möchte seinen Vorschlag bis Ende November bei den Landes- und Regionalverbandschefs einbringen. Eine Entscheidung über das weitere Vorgehen soll im Dezember fallen.

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Kraiburger

Ich habe eine bessere Reform-Idee:

Also, zuerst schaut man sich mal alle Regionalligen an und schmeißt alle Zweitvertretungen raus. Dann bleiben 71 Mannschaften über. Weil 71 durch nix teilbar ist, schmeißt man Unterhaching auch noch raus. Dann haben wir noch 70 Mannschaften.

Die teilen wir zur Rückrunde in 5er-Ligen ein, ähnlich dem Modell der UEFA-Nations-League. Nur bei uns halt “Regionalliga-League”. Also: Die vier bestplatzierten aller RL (insgesamt also 20 Mannschaften) werden in 4 Ligen á 5 Mannschaften (je Regionalliga eine Mannschaft) gelost. In unserem Fall werden wir in eine Liga (wir nennen sie Regionalliga-League A1) mit Weiche Flensburg, Gütersloh, VfR Mannheim und dem Chemnitzer FC gelost.

Mit den Mannschaften der Tabellenplätze 5-8 (Liga B, 4 Ligen), 9-12 (Liga C, 4 Ligen) und 13-16 (Liga D, 2 Ligen) verfahren wir ebenso. Da ja die zweiten Mannschaften raus fliegen, verschieben sich die natürlich die Tabellenplätze ein wenig und am Schluss muss man ein wenig Tabellentetris spielen, aber wen stört das schon? Luckenwalde landet auf jeden Fall in Liga D.

So, in jeder Liga spielt jeder nun zweimal gegen jeden, sodass jede Mannschaft 8 Spiele hat. Aus den Ligen A, B und C steigt der letzte in die darunterliegende Liga ab, aus den Ligen B, C und D steigt der beste nach oben auf.

Dann wird nochmal gelost, wobei man maximal auf eine Mannschaft aus der gleichen Region treffen darf (Kann man leider nicht verhindern). Wir landen übrigens in einer Liga mit Aalen, Erfurt, Vilzing und Oberhausen.

Dann wird wieder im Hin- und Rückspielformat gespielt, sodass am Ende jeder 16 Spiele hat.

Aus diesen 16 Spielen, die nun alle 70 Mannschaften gespielt haben, wird ähnlich der Champions-League (wir nennen sie Regional-Champions-League) eine Gesamttabelle geformt.

Die besten 32 Teams kommen in die Play-Off Runde 1: Platz 1 gegen Platz 32 im Hin und Rückspiel, Platz 2 gegen 31 und so weiter und so fort. Nach 2 Playoff-Runden sind noch 8 Mannschaften übrig.

Aus diesen übrigen 8 Mannschaften müssen wir nun irgendwie 4 Aufsteiger ermitteln. Ich würde vorschlagen, dass wir hierfür die 5-Jahres-Fair-Play-Wertung heranziehen!

Gegenvorschläge?

Kraiburger

Aber um ernst zu bleiben: Als letztes Jahr der Trump mal beim Infantino angerufen hat, um eine Regelveränderung herbei zu führen, habe ich mich tierisch aufgeregt.

Aber diese jahrelang schleppende Regionalligareform wäre doch wirklich mal ein Grund dafür, dass Neuendorf und Merz miteinander telefonieren und ein Machtwort sprechen!

Bruck Loewe

So machen wie in der Kreisliga München nach CL-Modell
Packt man die Regionallisten in zwei Ligagruppen mit 45 Mannschaften.
Einfachrunde mit 34 Spielen.
Die beiden Ersten der Ligengruppen steigen auf,evtl wird noch ein “Meister” ausgespielt.
Platz Drei und Vier aus beiden Ligagruppen spielen die zwei weiteren Aufsteiger aus,jeder gg jeden mit Einbeziehung eines evtl Spiels aus der Einfachrunde.
Gab es in der Einfachrunde ein Spiel gibt’s dann nur ein Spiel der beiden,ansonsten Hin-und Rück.

BigBad

Das ganze Hin und Her ist doch nur aufgrund des Selbsterhaltungstriebes der Landesfürsten zu erklären. Bin mal gespannt was eher zu einem Ende kommt, Hasis Klage, oder die Regionalligareform.

Christian Jung

Ich erkläre mir dieses Hin und Her auch damit, dass es halt für dieses Thema keine einfache Lösung gibt, auch wenn das gerne – meist reichlich populistisch – herumgekräht wird.

Die Aufteilung in fünf Regionalligen folgte ursprünglich der Idee, die Anzahl der Fußballer/Vereine/Teams im Spielbetrieb im Amateurbereich in der höchsten Amateurliga sinnvoll abzubilden, was ziemlich gut gelungen ist. Im Osten spielen inzwischen nur noch rund 10% aller Amateurfußballer Deutschlands, d.h. die RL Nordost stellt zwar große Fußballnamen (was natürlich an der deutsch-deutschen Geschichte liegt), aber sowohl die fußballerische Qualität, als auch die Realität der Anzahl der Fußballer auf ihrem Gebiet, würde nicht mal eine eigene RL für dieses Gebiet rechtfertigen. In Bayern sind es deutlich mehr.
Klingt komisch – ist aber so.

Ein Gedanken, der gar nicht diskutiert wird, wären drei Regionalligen:
Nord (+Nordost), Süd und West. Die Meister steigen auf, die Zweitplatzierten spielen noch eine Relegationsrunde um den vierten Platz in Liga 3. Oder meinetwegen macht man halt wieder drei Absteiger aus der 3. Liga

Schwarze

Mir gefallen beide Vorschläge nicht wirklich. Beim Kompassmodell stören mich diese pauschalen Zahlungen. Eltersdorf bekommt das Gleiche wie 1860? Ein Witz. Staffelung nach TV Übertragungen oder Tabellenplatz bitte.
5 Absteiger aus einer 22er Liga ist zu viel. Aber wohl dennoch besser wie das Kompassmodell, zumindest aus unserer Sicht.

Vorstopper

Den Kern, wenn ich schon sehe…
Eine dritte Liga mit 22 Vereinen ist doch ein totaler Schwachsinn. Mir ist ziemlich egal, auf was die sich einigen, aber es muss eigentlich auf vier Regionalligen hinauslaufen.