Beim traditionellen Mannschaftstermin des TSV 1860 München auf dem Oktoberfest stand nicht nur die sportliche Form im Fokus. Die Presserunde auf der Wiesn wurde schon fast zum Stadion-Gipfel im Hacker-Zelt. Beim Pressegespräch, bei dem auch wir zugegen waren, tauschten sich Münchens neuer Oberbürgermeister Dominik Krause und Löwen-Präsident Gernot Mang intensiv über die Zukunft des Sechzger-Stadions und die Münchner Olympia-Bewerbung aus. Die Zeichen stehen auf Zusammenarbeit – und Aufbruchstimmung.
Es war eine Runde, die den Fans des TSV 1860 München durchaus Hoffnung machen dürfte. Zwischen Maßkrug und Hendl demonstrierten Münchens Stadtoberhaupt und der e.V.-Präsident eine bemerkenswerte Einigkeit. Im Zentrum der Gespräche: Das Grünwalder Stadion, der Breitensport und die Chance, die eine deutsche Olympia-Bewerbung für Giesing mit sich bringen könnte.

Stadion-Gipfel im Hacker-Zeit: Olympia als Turbo für die Infrastruktur

Für den TSV 1860 könnte die olympische Bewerbung der Stadt zum entscheidenden Hebel in der Stadionfrage werden. Oberbürgermeister Krause betonte die übergeordnete Bedeutung des Großevents: „Olympia bringt einen gewaltigen Schub für die Infrastruktur, und das bringt auch den Breitensport voran.“

Auch wenn der Freistaat bei der Finanzierung des Sechzger-Stadions laut Krause „bisher noch nicht im Boot“ sei, rechnet sich die Stadt durch die Bewerbung umfassende finanzielle Unterstützung von Bund und Land aus. Dies betreffe viele Investitionsmaßnahmen, etwa den Ausbau der U-Bahn und des Olympischen Dorfes. Die bisherigen Rückmeldungen vom Bund seien „sehr positiv“.

Zeitdruck könnte in diesem Fall zum Vorteil für die Löwen werden. Im Frühjahr startet der Vorprozess des IOC. Krause gibt sich pragmatisch: „Wenn es hier das Go gibt, müssen wir loslegen. Mit den Planungen muss man gleich anfangen. Für die Stadt ist das gut, da Großprojekte dann schnell umgesetzt werden können, wenn es Zeitdruck gibt.“

Mang: „Die olympische Bewerbung ist für Sechzig Gold wert“

Präsident Gernot Mang sieht in dieser Entwicklung eine riesige Chance für den gesamten Verein. „Für Sechzig ist die olympische Bewerbung Gold wert“, so Mang. Er verwies dabei nachdrücklich auf die vielfältigen Abteilungen des Vereins abseits des Profifußballs: „Wir stehen für Breitensport, wie Boxen, Rhythmische Sportgymnastik, Leichtathletik und vieles mehr. Es geht auch darum, Olympioniken zu fördern.“

Der nächste konkrete Schritt für den Verein ist nun der Bauvorentscheid, um einen verlässlichen Zeitplan für das Stadionprojekt festzulegen. Dabei setzt Mang auf die Fortführung der guten Beziehungen ins Rathaus: „Mit Dieter Reiter war das Verhältnis schon gut, es wurde zusammen die Machbarkeitsstudie gemacht. Diese gute Zusammenarbeit setzt sich jetzt mit seinem Nachfolger fort.“

„Gänsehaut“ und Vorfreude auf die 30er Jahre

Dass die Chemie zwischen den neuen Amtsinhabern stimmt, wurde im Hacker-Zelt deutlich. Krause gab das Lob direkt zurück: „Der Amtswechsel auf dich hat dem Austausch sehr gut getan“, richtete er das Wort an Mang. Bereits vor Krauses Wahl habe man in engem Kontakt gestanden.

Als direkter Anwohner des Grünwalder Stadions hat der Oberbürgermeister zudem eine ganz persönliche Perspektive auf Giesing:

„Ich freue mich als Nachbar des Stadions, wenn es ausgebaut wird und die Stimmung im Viertel noch besser wird. Die Stimmung an den Spieltagen ist fantastisch. Wenn wir dann noch Olympia in dem Stadtteil haben – das werden gute 30er Jahre.“

Eine Vision, die bei Gernot Mang sichtlich Eindruck hinterließ: „Jetzt habe ich Gänsehaut.“

Stadionkommission und ein begehrtes Geschenk

Zur konkreten künftigen Zuschauer-Kapazität auf Giesings Höhen wollte sich Krause auf der Wiesn noch nichts entlocken lassen. Er habe die Pläne noch nicht im Detail gesehen und treffe sich demnächst mit der Stadionkommission sowie dem Referat für Bildung und Sport, um sich auf den neuesten Stand bringen zu lassen. Die Kommunikation in dieser Sache laufe zudem stark über die Kommission und Bürgermeisterin Verena Dietl.

Ganz ohne greifbares Ergebnis ging der Oberbürgermeister an diesem Nachmittag aber nicht nach Hause. Von den Löwen erhielt er eines der begehrten Sondertrikots aus dem DFB-Pokal. Krauses Versprechen zum Abschluss der Presserunde: „Das Trikot bekommt einen Ehrenplatz.“

 

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Veit-Gero

Die Vergabe der Fußball WM im Jahr 2000 nach Deutschland war quasi das Aus für die Schwabl Pläne.
Eine Vergabe der Olympischen Spiele nach München knapp 30 Jahre später könnte die Karten neu mischen.
Es wäre eine späte Wiedergutmachung.
Ein top modernisiertes GWS wäre schon ein Traum.
Aber Mangs Vorstellung, 2030 ein Eröffnungsspiel gegen Schalke zu veranstalten, sind unrealistisch und amateurhaft.

daOstl

Zu Deinem ersten Absatz: absolute Zustimmung.
Zu Deinem zweiten: Wärst Du auf der MV gewesen ODER hättest dich vor dem tippen des Beitrags informiert wüsstest Du dass Schäfer, Mang und der Herr aus der Stadionkomission (Name vergessen) gesagt haben ALLERFRÜHESTENS 2030. Nur wenn alles wie am Schnürchen laufen soll,wovon man nicht ausgehen kann. Thema Erbpachtvertrag evtl nicht erfolgreich. Falls doch: Finanzierung, Baugenehmigung, Anwohnerbeschwerden, Anpassungen nötig usw.
Lieber reißt Du leider jetzt Aussagen aus dem Zusammenhang. Verbreite bitte keine Halbwahrheiten. Danke

Stephan Tempel

Nachdem es seit 2005 immer nur tiefer, tiefer und nochmal tiefer ging (vom Aufstieg aus der Hammelliga mal abgesehen), gibt es jetzt tatsächlich Hoffnung.

Mit dem Rückenwind der Olympia-Bewerbung jetzt den Ausbau angehen, so groß wie jetzt war die Chance seit Mitte der 90er noch nie und wird sie vermutlich auch nie wieder sein.