Der Zuschlag für München, sich als deutsche Bewerberstadt um die Olympischen Spiele 2036, 2040 oder gar 2044 zu bemühen, hat viel Bewegung in die politische Landschaft der Landeshauptstadt gebracht. Es wird viel geredet, gefordert und gemutmaßt. Ein Name fällt aber immer und immer wieder: das Grünwalder Stadion.
Während OB und MP den Etappensieg im Fünfer-Looping gefeiert haben und die Löwenmannschaft mit Präsidium und weiteren Verantwortlichen im Hacker-Zelt auf die Münchner Polit-Prominenz traf, hat die Abendzeitung mit Münchner Abgeordneten aus Bundes- und Landtag gesprochen. Dabei kamen einige für Löwenfans ermutigende Aussagen heraus.
CSU-Mandatare fordern Geld fürs GWS
Stephan Pilsinger (CSU) – Bundestagsabgeordneter für den Wahlkreis München-West/Mitte – fordert Rückendeckung von Bund und Land für die Münchner Bewerbung. Er fordert ein Zeichen zu setzen und hat auch schon ein geeignetes Ziel im Auge: “Zeitnah angehen könne man zum Beispiel das Grünwalder Stadion, sagt Pilsinger: ‘Da sind die Planungen schon weit. Hier könnten Bund und Freistaat ein Signal senden, dass sie wirklich bereit sind, zu investieren.’ Für das Nürnberger Max-Morlock-Stadion hat Ministerpräsident Markus Söder (CSU) angekündigt, die Hälfte der Kosten zu übernehmen. Eine ähnliche Zusage müsse es nun auch für das Grünwalder Stadion geben, fordert Pilsinger.”
In die gleiche Kerbe schlägt sein Kollege Hans Theiss (CSU), Abgeordneter im Bundestag für den Wahlkreis München-Nord: “Ich fordere, dass auch der Bund beim Grünwalder Stadion jetzt massiv mitfinanziert”.
Grüne sehen Zugzwang, SPD tritt auf die Bremse
Auch die Grünen haben das Thema GWS auf dem Schirm. Im Landtag soll es am Mittwoch um die Sanierung von Stadien und Sportstätten gehen. “Die Grünen fordern per Dringlichkeitsantrag, dass Stadt, Freistaat und Bund dazu Gespräche führen. Finanzierungszusagen müsse es auf jeden Fall vor 2029 geben, also bevor das IOC seine Entscheidung trifft, sagt der Grünen-Abgeordnete [und Löwen-Fan] Maximilian Deisenhofer.” Besonderes Tempo sei beim Giesinger Stadion und der Ruderregatta in Oberschleißheim geboten.
Auf die Euphoriebremse tritt hingegen der Giesinger SPD-Abgeordnete Sebastian Roloff (SPD), der über die Landesliste in den Bundestag eingezogen ist. “Doch wie viel mehr Geld fließt tatsächlich, bevor München den Zuschlag bekommt? ‘Einen Olympia-Sondertopf wird es vor der Vergabe nicht geben’, ist sich Roloff sicher. Er sagt außerdem: ‘Den brauchen wir hier in München auch nicht. Das Olympische Dorf und der Ausbau des Nahverkehrs sind Projekte, die die Stadt ohnehin braucht, und dafür gibt es die Bundesprogramme. Dafür, dass München dafür Priorität bekommt, setze ich mich ein.'” Laut AZ ist er mit dieser Einschätzung nicht allein.
Vorsichtiger Optimismus als Mittel der Wahl
Es kommt jedenfalls Bewegung in die Sache und damit auch in die Finanzierungsfrage rund um den Stadionsausbau am Giesinger Berg. Vorsichtiger Optimismus ist wahrscheinlich angebracht. Mit nuancierten Gefühlsausdrücken kennt sich der Löwenkosmos aber bekannterweise weniger gut aus. Wir werden sehen…











mit diesem olympia käme unweigerlich noch ne dritte (und vierte?) startbahn. ich scheiß auf die zwei wochen globales rampenlicht. eh schon alles voll und überlastet und teuer in der landeshauptstadt.
förderungen kommen erst, wenn der internationale zuschlag erfolgt ist. dann wird gehofft, aber die zuschüsse kommen nicht, oder zu langsam. letztendlich dauert alles viel länger – nur wir löwen haben nix davon.
keiner sagts, aber man könnte mal der polizei, dem kvr, den verbänden von bfv über dfl bis zum dfb stecken, das sie in einer völlig übertriebenen sicherheitsagenda festhängen, mit 30-38 tausend besuchern gabs früher auch keine grossen probleme.
was oft vergessen wird: die lt. khw ewiggestrige minderheit der fans hat das sechzger gerettet und damit den standort erst erhalten, zum glück war ich auf der richtigen seite. 2008 stand unter ob ude der abriss fest!
und nochwas: was großprojekte betrifft: das land ist unfähig, auch deshalb wirds schwierig mit olympia. ich zähle mal willkürlich auf: BER, stuttgart21, 2. stammstrecke und der brennernordzulauf des brennerbasistunnels. da werden die letzteren die erstgenannten in ihrem scheitern noch ablösen. ich schäme mich für mein land.
was ist eigentlich in unserer eu geplant bis 2044? (klimaschutzabkommen paris 2015, letzte grosse grundgesetzänderung zugunsten einer zukunft der jungen, und dann: fliegen die dann eigentlich mit e-fuels oder schon elektrisch? oder keronisieren wir immer weiter bei sommerlichen durchschnittstemperaturen wie in dubai und quatar?
unser planet verbrennt und wir bilden uns olympia ein, vlt sogar unter einer afd-regierung.
ich bin wütend und kann nur kotzen. darum mein appell:
baut das sechzger aus – unabhängig von der gnade des IOC.
Calma, calma!
München muss 2029 erst vom IOC gewählt werden. Bis dahin ist alles nur Traumquatscherei. Leider.
Wenn München die nächsten 3 Jahre nur auf 2029 wartet, dann war das Warten hundertprozentig umsonst.
München, Freistaat und Bund müssen jetzt liefern, nicht nur beim Sechzgerstadion.
Football for the people.
Beim Zahlen der Zeche schaut das tatsächlich so aus. Das werden wohl die “Steuer-People” übernehmen. Und dass Politiker beim Geldausgeben gerne vorne dabei sind, weil sich das doch sehr gut in der Vita macht, und ja auch nicht das eigene Geld ist, sollte auch klar sein.
Sorry, aber Finanzierungszusagen für ein auf Dauer nur von einer GmbH kommerziell genutztes Stadion, bevor überhaupt geklärt ist, ob es das braucht, ist in der aktuellen Situation schon etwas grenzwertig. Vor allen bei einer boomenden Weltstadt, welche aufgrund der eigenen Ausgabensituation eigentlich überhaupt kein Geld hat. Zumindest behaupten sie das.
Mir wäre es viel wichtiger, dass wir selbst mal in Gang kommen. Wie weit sind die Verhandlungen bzgl. der Übernahmen auf Erbpacht gediehen? Wie sieht es mit den Eigenmitteln aus. Kam da inzwischen schon mehr als die Drittelaufteilung und die paar Businesskunden von Walter Lechner von der MV.
Sorry, aber Finanzierungszusagen für ein auf Dauer nur von einer GmbH kommerziell genutztes Stadion, bevor überhaupt geklärt ist, ob es das braucht...
die Stadt ist aktuell Eigentümer und Vermieter und die Bausubstanz muss! saniert werden. Mit oder ohne Olympia
Sorry, aber da verkürzt du meine Aussage, oder vermischt 2 Punkte.
Das eine ist der Ausbau des Sechzger Stadions durch den TSV.
Nachdem wir ja die bestehende Immobilie auf Erbpacht übernehmen wollen, sind wir damit auch verantwortlich dafür. Sobald dieser Vertrag also unterschrieben ist, ist die Stadt m.E. rechtlich eigentlich raus. Ob eine finanzielle Unterstützung zur Sanierung dann durch den Stadtrat geht ist eher “good will”, als berechtigte Forderung.
Das andere ist die Aussage von Maximilian Deisenhofer, der finanzielle Zusagen geben möchte, ohne die Bestätigung des IOC, dass die Spiele überhaupt nach München vergeben werden. Und da frage ich mich schon, ob man sich das als Stadt/Land/Bund ohne die Vergabe der Olympischen Spiele leisten kann, einfach mal so 2stellige Millionensummen an einen kommerziellen Fußballverein für lau zu vergeben. Falls die Olympischen Spiele an München vergeben werden, schaut das natürlich anders aus. Das mag durchaus wo anders so laufen. Ich fände es ohne blaue Brille ziemlich daneben.
Die dritte Variante ist, dass wir das Stadion nicht übernehmen. Dann bleibt aber die Kapazität wahrscheinlich bei 18106, und ein Dach gibt es auch nicht. Dann kann die Stadt das Stadion auch entsprechend den Plänen für die Spiele umbauen, und muss sich nicht an unseren Bedürfnissen orientieren.
Wir können wsl nicht auf die endgültige Zusage warten. 2029 werden nur die Spiele für 2036 vergeben, die weiteren Spiele erst deutlich später.
Der Freistaat hat btw auch die Stadionprojekte in u.a. Augsburg und Fürth unterstützt (ohne Olympia)
Persönlich finde ich schon, dass auch der Bund die Modernisierung einer für die deutsche Bewerbung relevanten Sportstätte unterstützen kann. Aber das haben ja auch schon mehrere CSU-Abgeordnete in der Abendzeitung gefordert.
Das würde ich mir natürlich auch alles so wünschen. Nur sollten wir halt irgendwie realistisch bleiben. Falls die Spiele nach München kommen, wird das Sechzger definitiv ertüchtigt. Nur, und da würde ich mir tatsächlich diesen etwas realistischeren Ansatz wünschen, wird der gewünschte Ausbau entsprechend den Wünschen von 60 analog der Machbarkeitsstudie m.E nur dann umgesetzt, wenn 60 auch seinen Teil trägt. Und bei dieser Drittellösung Stadt/Bund/Sechzig habe ich genau zwei Probleme. Das eine ist die Finanzierung durch Sechzig, und das zweite ist, dass die restlichen beiden Bereiche gerne durcheinandergemischt werden. D.h. da sollen beide Parteien für die gleiche Sache zahlen. Kein Thema. Wenn wir die Spiele bekommen, werden die schon zahlen. Ob es dann aber das gewünschte 150 Millionen Stadion wird, wird man sehen.
Ohne Blaue Brille würde ich sowieso sagen, dass es ein Wahnsinn ist, was hier Steuerzahlern zugemutet wird. (Und die werden es letztendlich zahlen). Darum ärgern mich solche Aussagen wie von Maximilian Deisenhofer auch, dass man einfach mal so zweistellige Millionenbeträge investiert, ohne überhaupt sicher zu wissen, dass man zumindest die Spiele bekommt.
Ohne dass ich hier Maxi Deisenhofer oder dem Nutzer Krumbach ins Wort fallen zu wollen, kann ich dir aber ziemlich sicher sagen, dass mit Sicherheit mehr als nur zweistellige Millionenbeträge jetzt in die Hand genommen werden, ohne zu wissen die Spiele 36 zu bekommen.
Ganz spontan fallen mir da die Projekte Stammstrecke, die U4 und das Olympiadorf ein, die eben ganz sicher NICHT bis 36 fertig werden, wenn da nicht ab sofort geklotzt wird.
Und selbst, wenn es 36 nicht wird, ist es ja kein rausgeworfenes Geld, weil dann immer noch die Optionen 40 und 44 im Raum stehen. Eine der 3 Spiele wird München sicher bekommen. Und billiger wird das Bauen mit den Jahren auch nicht.
Und genau das alles spielt 1860 gerade voll in die Karten: das Stadion MUSS fertig werden. Es darf niemals nicht eine Bauruine sein, selbst wenn 1860 das Projekt nicht stemmen können sollte.
Verlängerung u5 bis freiham und u9 fallen dann wohl erstmal runter, wenn diese u4 Verlängerung über englschalking/olympiadorf nach riem kommen muss.
Sanierung erste Stammstrecke nach der 2. auch spannend.
Aber eine der 3 spiele sicher? Das wär ich mir überhaupt nicht. Auch in Europa gibt’s noch andere interessierte Bewerber bereits jetzt oder die noch kommen können.
Aber ja, bei paar Sachen, die easy angepackt werden könnten, wie Umbau nürnberg/gws oder Sanierung Dante, Haching, Rudi Sedlmayr Halle, und Ruderregatta und Neubau Olympiaeinsporthalle in Actionsportzentrum bin ich mir sicher, dass das jetzt in den nächsten 2/3 Jahren mit zuschüssen von Freistaat und evtl Bund angepackt wird.
Andere Sachen wurden ja bereits angepackt wie Olympiastadion, Olympiahalle, SAP garden, Garchinger schießstätte, Eiskanal Augsburg oder kommen noch wie die Flughafen Arena
Da sieht man mal wieder die Perversion dieser Olympiabewerbung. Man ist anscheinend nicht in der Lage wichtige Infrastrukturmaßnahmen umzusetzen, aber wenn das IOC sagt, dass wollen wir aber zugesichert haben, geht das anscheinend alles ohne Probleme. Sogar ohne überhaupt die Spiele sicher zu bekommen.
Meine 2stelligen Millionenbeträge bezogen sich übrigens nur auf das Sechzger, nicht auf den nötigen Wohnungsbau, die Stammstrecke oder einen weiteren Ausbau der Öffentlichen. Aber auch hier. Aktueller Status ist ein mittelmäßiger Regionalligist, der sich so schnell wie möglich ein Stadion bauen will, in das er dann erst noch reinwachsen muss. Diese Hybris muss in den Löwengenen verankert sein.
Es gibt auch Stimmen in München die behaupten, dass München ohne die olympischen Spiele von 1972 heute noch weder S-Bahn noch U-Bahn hätten. Und auch die Bayern wären ohne dem Olympiastadion sicher nie zur Weltmarke aufgestiegen.
Wahrscheinlich würden wir noch auf Bäumen leben.
Im Ernst. Die Olympischen Spiele 72 wurden 1966 an München vergeben. Die Bauzeit der Olympiaanlagen war von 67 -72. Und die U-Bahn wurde bereits vor Vergabe geplant.
Was gäbe es daran zu kritisieren. Damals hatten wir auch noch Hans Jochen Vogel als OB und Willy Brandt als Bundeskanzler. Heute haben wir Krause und Merz, und geben angeblich olympiabezogene Gelder bereits aus, bevor überhaupt feststeht, dass wir die Spiele überhaupt bekommen. Vielleicht fallen die Milliarden ja vom Himmel. Zahlen wird sie aber letztendlich jemand. Und vielleicht fehlen sie ja auch an anderer Stelle.
Dass sich die Roten mit Steuerbetrug und dem neuen Stadion einen Wettbewerbsvorteil sicherten, fällt für mich nicht unter positive Aspekte.
„Mit nuancierten Gesichtsausdrücken kennt sich der Löwenkosmos aber bekannterweise weniger gut aus.“
Ich steh voll auf dem Schlauch und verstehe im Kontext diese Aussage nicht?
Wer hat da bei welcher Aussage mit der Augenbraue gezuckt, sich die Lippen geleckt oder mit dem Ohr gewackelt?
Fuck..sollte erst mal richtig lesen. Verstehe es trotzdem nicht.
Gefühlsausdrücke nuanciert. Wer hat mit den Achseln gezuckt, gehüstelt, verschwörerisch geguckt oder mit Daumen und Zeigefinger Geige gespielt?
Das ist nur meine persönliche Einschätzung. Vorsichtiger Optimismus ist ja eine Abstufung von Optimismus. Und bei unseren Löwen bzw. im vielzitierten Löwenkosmos ist bekanntlich zwischen Himmelhochjauchzend und zu Tode betrübt oft nicht viel Platz.