Auch in dieser Saison bei uns: Die “Stimmen zum Spiel”. Wir schenken den verschiedensten Protagonisten rund um unseren Lieblingsverein nach den Spielen Gehör. Heute dreht sich alles um das erste Pflichtspiel der ersten Mannschaft in der neuen Spielbetriebs-GmbH (das grundsätzlich erste Pflichtspiel unter dem Dach der neuen Gesellschaft fand ja bereits am vergangenen Freitag auf dem Trainingsgelände statt, als die Amas zum Auftakt in der Bayernliga Süd den TuS Geretsried mit 5:1 besiegten). Im bayerischen Landespokal gewann 1860 gestern Abend beim Kreisklassisten SV Eintracht Berglern mit 5:0, wobei sich der unterklassige Verein gut verkaufte.
Stefan Kranzberg (für das Spiel vom Bodensee angereister sechzger.de-Redakteur):
Es war ein toller Fußballabend in Berglern. Perfekte Organisation, nette Leute und ein Löwensieg – was will man mehr? Spielerisch war sicher Luft nach oben, aber das war zweitrangig. Die Stimmung bei den Löwenfans war durchgehend positiv und voller Vorfreude auf die neue Saison. Dass der Flo Niederlechner dann das erste Tor macht, hat natürlich bestens ins Bild gepasst. Sechzig lebt – und wie!
Alper Kayabunar (Cheftrainer):
Im Pokal geht’s einfach darum, weiterzukommen. Das war jetzt sicher nicht das beste Spiel, oder kein gutes Spiel von uns. Man hat auch gemerkt, dass wir die letzten Tage einfach viel gearbeitet haben, in sechs Tagen drei Spiele und dementsprechend: Wir sind weiter gekommen. Das ist das einzige, was heute zählt. (…) Wir haben uns vorgenommen – wie auch in den anderen Spielen – ein frühes Tor zu erzielen, aber wir haben uns wirklich sehr schwer getan, wieder Tempo reinzubringen. Irgendwie auch sinnbildlich gegen Mannschaften, die unterklassig spielen. Aber trotzdem: Wir haben alles gewonnen bis jetzt und das ist das, was zählt.
Flo (Mitglied der Abteilung Vereinsgeschichte):
Auch wenn das Spiel sicherlich nicht besonders spektakulär war, hat mir gut gefallen, dass von Anfang an nur nach vorne gespielt wurde. Das ist gegen einen unterklassigen Gegner eigentlich Pflicht, war in der Vergangenheit aber leider nicht immer so. Insgesamt hat die gute Laune und Aufbruchstimmung der Löwenfans und die hervorragende Organisation der Eintracht den Trip nach Berglern zu einem sehr schönen Fußball-Ausflug gemacht.
Florian Niederlechner (nach seiner “Rückkehr” in Berglern gleich Kapitän):
Ich war froh, dass ich heute spielen konnte, dass alles passt mit meinem Knie. Hat mich gefreut, aber es war klar, dass des von mir kein topfittes Spiel wird. Aber um das ging’s ja auch nicht. Es war ein schöner Einstand, aber – nicht arrogant gemeint – ich hab‘ schon stark dran geglaubt, dass wir das Spiel heut‘ gewinnen. Für mich war’s einfach wichtig, dass ich Minuten sammel‘, dass ich mich wieder dran gewöhn‘. Weil: Ein Training und dann gleich das erste Spiel, auch wenn es nur gegen einen Kreisklassen-Verein ist, ist schon sportlich auf alle Fälle. I
Lothar Langer (einst Mitgründer und heute noch beim Fanprojekt München blau tätig):
Trotz der Nähe war eine gewisse Aufregung und freudige Erwartung auf das erste Pflichtspiel vorhanden. Und auf dem Weg nach Berglern merkte der oberflächliche, aber weltreisende Löwen-Stadtmensch, wie schön und leider auch unbekannt so manche Ecken in der Umgebung sein können. Angekommen am Zielort zeigte der ganze Ort charmant, freudig und professionell, dass es heute was Großes, “football from the people”, geben wird. Irgendwie waren alle freundlich, nur entspannte Gespräche, top organisiertes Catering und Gesamtablauf, gute Stimmung, ein freudiges Durcheinander und Miteinander der Farben und Sympathien. Die Stoppelfeld-Parkplätze waren gewalzt, die unnötig zuviele Polizei sehr dezent verteilt und der junge Berglern-Fanblock im Dauer-Modus. Regionallliga-Romantik, Kirchturm, Maisfeld, Erdinger Brauhaus, bizarre Wolkenstimmung und landende Flugzeuge… da verliert man schon mal leicht das Wesentliche im Blick zu behalten(“football for the people”). Soweit ich das beurteilen kann, wartet da noch ein Stück Arbeit auf alle, die fürs Sportliche zuständig sind und sein werden. Aber mit Zielstrebigkeit, Verantwortungsbewusstsein, Charakter und der nötigen Gelassenheit wird das schon was… auch mit unserem Wappentier.
Jan Walla (1860-Verwaltungsrat und ehemaliger sechzger.de-Redakteur):
Mit der Bezeichnung ‘grundsolide’ kann man die Partie wohl am besten beschreiben. Besonders war das erste Pflichtspiel der ersten Mannschaft der GmbH natürlich so oder so – und den Gastgebern gebührt ein großer Dank. Was in Berglern in solch einer kurzen Zeit auf die Beine gestellt wurde, war wirklich astrein. Eine tolle Anlage und obendrein ein wahnsinnig guter Rasen rundeten das Spiel ab. So macht der Toto-Pokal definitiv Spaß! Respekt auch für den sportlichen Auftritt, das konnte sich für einen Kreisklassisten definitiv sehen lassen.
Christian Jung (sechzger.de Redakteur & Testspiel-Allesfahrer):
Kaum zu glauben, welche Euphorie nur sieben Wochen nachdem Hasan Ismaik uns schon wieder in die Regionalliga geschickt hat, rund um 1860 herrscht. Das war auch in Berglern deutlich zu spüren. Schön auch, dass die aktive Fanszene ihren Totopokal-Boykott, den ich ehrlich gesagt nie verstanden habe, offensichtlich beendet hat. Nun wären mir persönlich – nach dem Besuch sämtlicher Testspiele – ein paar Tage Spielpause ganz recht, ehe es dann am übernächsten Wochenende schon wieder zu einer meiner Lieblingsauswärtsdestinationen geht. Andererseits: Bei der gerade vorherrschenden Euphorie wäre noch ein zusätzlicher Testkick mit Volksfeststimmung vielleicht auch ganz gut.












