In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht es um das Jahres- und Rückrundenauftaktspiel gegen Rot-Weiss Essen, das am Samstag Nachmittag bei eisigen Temperaturen mit 1:1 endete.
Philipp (RWE-Fan und Betreiber des Youtube-Kanals DaKoen):
Ein Ergebnis, das den Spielverlauf in keinster Weise widerspiegelt, denn es ist definitiv jeweils um ein Tor zu hoch ausgefallen! Wer auf der einen Seite mit Volland & Hobsch vorne aufläuft und auf der anderen Seite einen Stürmer aufstellt, der sich selbst am besten auf der 10 bzw. 8 sieht, der muss sich auch nicht wundern, wenn beide Torhüter am Ende eine viel zu hohe Spielprämie für ihre kaum benötigten Dienste erhalten. Aus Essener Sicht war es das gewohnte Bild und der Grund dafür, dass trotz guter Ausgangslage überhaupt gar keine Euphorie herrscht. Der Ball wird angenommen, verarbeitet und erst dann weiter gespielt, wenn auch der letzte gegnerische Spieler wieder auf seiner Position ist. Man nimmt es so hin und geht alle zwei Wochen zum Heimspiel, aber meinen Hintern kriege ich dafür an einem frühen Samstagmorgen nicht zur Auswärtsfahrt hoch. Wir sehen uns nächste Saison wieder!
Thomas Spiesl (Redakteur bei sechzger.de):
Für mich war es eine starke Vorstellung der Löwen, die sich den Punkt gegen Essen mehr als verdient haben. Mit elf Ausfällen wäre wohl kaum eine Mannschaft in dieser Liga noch so konkurrenzfähig, um einen selbsternannten Aufstiegskandidaten streckenweise sogar in der eigenen Hälfte einzuschnüren. Hut ab vor einem Damjan Dordan, der im Zentrum sehr ballsicher war und bei seinem Debüt zu keinem Zeitpunkt nervös wirkte. Gut gefallen haben wir darüber hinaus vor allem Maier, Lippmann und ein ruhiger Vollath im Tor. Trotz eisiger Kälte gab es auch etwas zu lachen, als sich die beiden Fanlager (natürlich völlig unsinnigerweise) in der Schlussphase über die Treppen zwischen den Blöcken A und B hinweg auf der Haupttribüne mit vollen Bier- und Glühweinbechern bewarfen. Insgesamt ein Auftakt, der Vorfreunde schürt auf den Rest der Rückrunde – denn auch die Stimmung war aus beiden Fanlagern stark.
Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei MagentaSport):
Ich glaube, es ist am Ende leistungsgerecht. Beide Mannschaften haben sich neutralisiert über lange Zeit. Es sind zwei Systeme, die fast ähnlich sind, die aufeinanderprallen. Da gab’s viele Zweikämpfe, wenig Räume. Beide waren sehr konzentriert, alle sehr fokussiert. Und am Ende… Ich hab immer das Gefühl gehabt, dieser letzte Pass, diese letzte Gelegenheit… wir kamen so oft durch. Auch am Anfang der zweiten Halbzeit haben wir nochmal Gelegenheiten gehabt, vielleicht diesen Tick mehr. Aber wenn man sie nicht macht, dann muss man damit auch zufrieden sein.
Richard Golz (Ex-Bundesligatorhüter und Vater des Essener Torwarts):
Ärgerlich aus RWE-Sicht, wenn man so spät in Führung geht. Vom Spielverlauf ist es ein gerechtes Ergebnis, Essen ist zu wenig Risiko gegangen, um den Sieg zu erzwingen, wenn man bedenkt, wieviele Spieler bei den 60ern gefehlt haben. Auf dem
Platz war aber auch kein gepflegtes Spiel möglich, was den Löwen sicherlich entgegen kam. Die Ecke zum Ausgleich kann man sicher auch besser verteidigen.
Uwe Koschinat (Trainer RWE in der Pressekonferenz nach dem Spiel):
Ich glaube, heute hat man gesehen, was passiert, wenn zwei Mannschaften, die relativ baugleich sind, aufeinandertreffen. Wenn das dann zu so einer Situation wird, wo beide nicht so richtig über spielerische Faktoren ein klares Übergewicht haben. (…) Wenn das der Fall ist, dann kann so ein Spiel auch mal sehr zäh werden. Dann belauern sich zwei Teams. Es geht dann sehr stark darum, Zweikämpfe zu gewinnen. Es geht darum, sich in einem offenen Eins-gegen-Eins trotzdem gegenseitig gut zu sichern, viel Energie in die Defensivleistung zu bringen. Ich glaube, das haben beide Mannschaften in hohem Maße getan. (…) Am Ende ist es dann bei einem – wahrscheinlich – leistungsgerechten Unentschieden geblieben und das ist für uns mit Sicherheit kein schlechtes Ergebnis.
Max Reinthaler (Torschütze zum Ausgleich bei MagentaSport):
Am Ende, wenn du so spät das Gegentor kriegst, dann bist du froh, wenn du noch einen Punkt mitnimmst, aber ich glaub, wir hatten schon das Gefühl, dass wir heute auch als Sieger vom Platz gehen können. Ich glaub, es war grundsätzlich ein ausgeglichenes Spiel, hatte aber schon das Gefühl, dass wir auch gute Möglichkeiten nach vorne hatten, auch in der ersten Halbzeit. Und dann aber irgendwie der letzte Ball nicht so richtig gekommen ist.











Dem letzten Satz von Philipp stimme ich uneingeschränkt zu. Und zwar in Liga drei!
Ich fürchte auch, für ganz oben reicht es eben nicht, auch wenn sich das Lazarett wieder lichtet.
Sehe ich auch so. Dem Kader fehlt Schnelligkeit und Kreativität. Zwar ist der Kader ordentlich zusammengestellt und viel besser als die letzten Jahre, aber Speed und technischer Spielwitz nach vorne fehlt halt immer noch….
Interessant, wie ähnlich die Trainer sich äußern.
Warum meint dakoen, dass wir nicht mit Hobsch und Volland auflaufen dürfen? Wahrscheinlich wegen der Geschwindigkeit, aber während unserer Siegesserie letztes Jahr haben die beiden doch auch harmoniert. Und eine andere Wahl hatten wir ja eh nicht.
Ich glaube so hat er das nicht gemeint. Vermutlich kritisiert er die Stürmerposition von Philipp.
Ich denke da geht es ihm um die Stürmerposition bei Essen.