In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht es um das 2:2 gegen Viktoria Köln am Mittwoch Abend auf Giesings Höhen, mit dem zumindest die vorherige Serie von drei Niederlagen am Stück beendet werden konnte.

Heinz Schmidt (Vizepräsiden TSV 1860 e.V.)

Heute fällt die Bewertung schwer: Sehr schlechte Leistung zu Beginn, viele unnötige Ballverluste und früh 0:2 im Rückstand, aber dann Reaktion gezeigt. Gefehlt hat aber auch da die Präzision, mir wurde zu wenig versucht aus der zweiten Reihe zu schießen und Patrick Hobsch wurde auch selten brauchbar angespielt. Unsere beiden Tore haben gezeigt, wie es gehen kann. Der Wille war immer da, das wurde von den Rängen auch honoriert.

Peter Gratz (Redakteur sechzger.de):

Der Abwärtstrend ist auf jeden Fall gestoppt, darauf kann man aufbauen. Ansonsten schwanke ich zwischen einer ansehnlichen Leistung und zwei verlorenen Punkten. Die Anfangsphase war mehr als unglücklich, was insbesondere an der unzureichenden Defensivarbeit im Mittelfeld lag. Dafür haben mir das hohe Pressing und die grundsätzliche Offensivausrichtung gut gefallen. Nach dem (zu späten) Ausschluss hat unsere Mannschaft dann vollends das Ruder übernommen und eine kämpferisch und auch teilweise spielerisch gute Leistung gebracht. Insbesondere der in letzter Zeit viel gescholtene Wolfram hat sehr viel Verantwortung übernommen und ist vorangegangen. Man konnte den positiven Einfluss des neuen Trainers gut erkennen, viele Akteure waren speziell in der Zweikampfführung stark verbessert. Einzig das Experiment mit Haugen auf dem rechten Flügel sehe ich als gescheitert an, der Mann weiß da draußen überhaupt nichts mit sich anzufangen.

Christian (Vorstand des Fanclubs Hauptstadtlöwen aus Berlin):

Nach dem schnellen 2:0 für Köln und dem Verletzungs-Aus für Kevin Volland habe ich schon ein weiteres Debakel befürchtet. Aber genau da, und noch vor der Gelb-Roten für Viktoria ist ein Ruck durch die Mannschaft gegangen und man hat gemerkt, dass die das Spiel nicht abschenken wollen. Dass wir nicht mehr gewinnen konnten, ist schade, aber jetzt sehe ich den nächsten Spielen wieder optimistischer entgegen.

Alper Kayabunar (Interimstrainer TSV 1860, bei MagentaSport):

Es tut schon irgendwie ein bisschen weh. Ich glaub’, ein Sieg wär’ drin gewesen. Man hat gesehen, wie die Jungs das auch wollten. (…) Ich glaub’,wir kommen denkbar schlecht in die Partie, nach ‘ner Minute ein Elfer gegen uns, nach ‘ner Standardsituation. Dann das 2:0 auch relativ schnell, dann die Verletzung noch. Aber wie die Mannschaft das umgesesetzt hat, danach, wie sie zurück ins Spiel kommt, ist richtig stark, mit dem 2:1 noch vor der Halbzeit. Und dann haben wir auch ne richtig gute zweite Halbzeit gespielt, viele Torchancen herausgearbeitet. Aber am Ende leider nur unentschieden gespielt.

Leschi (von den Göppinger Löwen, wie immer gegen die Viktoria im Gästeblock)

Warum ich mir das zweimal im Jahr antue? – Keine Ahnung! Vor über 20 Jahren hab ich in Köln gewohnt und war damals mit Viktorianern unterwegs, der Kontakt besteht seitdem. Deshalb treibe ich mich zwei mal im Jahr im Viktoria-Sektor rum. Das ist nervenaufreibend. Wenn ein Tor gegen Sechzig fällt, kann ich nicht jubeln. Und aus Respekt hält man sich bei einem Tor gegen Viktoria auch zurück. So war es auch gestern wieder ein Wechselbad.
War es doch in meinen Augen das bisher beste Spiel unserer Löwen in dieser Saison, aber es hat halt gegen zehn Kölner nicht zu drei Punkten gereicht. Vielleicht gibt’s am Sonntag in Wiesbaden endlich wieder einen Dreier. Da kann ich dann entspannt das Spiel genießen.

Jürgen (Fan von Viktoria Köln und Freund von Leschi)

Für uns ist die Auswärtstour nach München immer das Highlight der Saison. Es ist einfach die einzigartige Atmosphäre und die unglaublich freundlichen Menschen die diese Tour einzigartig machen. Wir haben seit vielen Jahren Kontakt zu unterschiedlichen Leuten von 1860. Zum Spiel kann ich nicht viel sagen, da wir zuvor im Augustiner-Keller waren. Denke, das Unentschieden geht in Ordnung.

Kevin Volland (nach dem Spiel bei MagentaSport zu seiner Verletzung):

Das war schon ‘ne ordentlich klaffende Fleischwunde bis runter zum Knochen. Da hat dann die Ärztin, die Moni, auch kurz vor dem Nähen noch gesagt: ‘Ich seh ja den Knochen!’ Aber es ist schon alles genäht und solang es keine Bänderverletzung ist… (…) Ich unterstelle ihm (Lars Dietz, Anm. d. Red.) jetzt keine Absicht. Das gehört zum Fußball dazu. Mich stört eher so ‘ne Aktion, wie beim Flo. Das war ein klarer Elfer, das haben wir auf der Bank auch sofort gesehen.

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United Sixties

Sehe es exakt wie Heinz Schmidt. Es muss jetzt schnell die Passgenauigkeit, das Flanken und auch das klügere Verteidigen verbessert werden. Distanzschüsse sind immer ein gutes Mittel, aber vor allen Dingen auch ein deutsch besseres Defensivverhalten führt zu mehr Siegen. Pfeifer, Rittmüller wie auch Jacobsen und Christiansen können es wohl besser.
Warum bekommt eigentlich Maier keine Chance mehr als 6er?