In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Hier und heute geht es um das Totopokal-Viertelfinale in Aubstadt, das das Team von Markus Kauczinski am Mittwoch Abend souverän mit 4:0 für sich entscheiden konnte. Erstmals seit vier Jahren überwintern die Löwen wieder einmal im bayerischen Landespokal und lassen ihre Fans auf eine Teilnahme am lukrativen DFB-Pokal im Sommer 2026 hoffen!

Peter Gratz (Redakteur sechzger.de):

Nach der Nichtleistung gegen Regensburg konnten die Löwen gestern wenigstens einen ungefährdeten Pflichtsieg einfahren. Mit einer leicht veränderten A-Elf sollte das gegen eine Regionalliga-Mannschaft auch kein Problem sein. Trotzdem tat sich die Mannschaft in der ersten Hälfte schwer, das Aufbauspiel war sehr behäbig und Bewegung im Mittelfeld fehlte. Die Hereinnahme von Niederlechner und die Halbzeitansprache des Trainer haben aber gefruchtet und Sechzig präsentierte sich im zweiten Durchgang giftiger und agiler. Dann war es nur eine Frage der Zeit, bis die Tore fielen. Insgesamt eine seriöse Partie im Landespokal – nicht mehr und nicht weniger. Hausaufgaben gibt es für die kommenden Partien in der Liga aber noch genug! Das hohe Pressing – insbesondere zu Beginn von Halbzeit zwei – könnte aber zum Beispiel eine Blaupause für die nächsten Spiele sein.

Mane (Allesfahrer und großer Freund des Totopokals):

Eine solide Leistung gegen einen guten Regionalligisten reichte zum Einzug ins Halbfinale. Genau so muss man in so einem Spiel auftreten, da erinnerte viel an die Toto-Pokal-Begegnung in Illertissen. Gegner nicht unterschätzt und die kämpferischen Tugenden auf tiefem Geläuf zum Einsatz gebracht. Nach dem Regensburger Katastrophenauftritt so nicht zu erwarten.
Ich bin ja bekennender Liebhaber des Toto-Pokals und empfinde die Spiele bei unterklassigen Gegnern mit freundlichen Gastgebern, die sich wirklich auf uns freuen und viel Herzblut an den Tag legen als absolut nette und bereichernde Abwechslung vom Ligaalltag.
Leider war dies gestern nicht so. Eine versuchte Fantrennung (im Toto-Pokal !!!), willkürliches Abweisen von Anhängern mit weiß-blauem Schal am Eingang zum Heimbereich und das Auftreten des unsympathischen „Sicherheitschefs“ der Aubstädter, der Löwenfans mit dem Rauswurf aus dem Stadion drohte, lassen mir diesmal kein positives Wort für die Gastgeber über die Lippen kommen.

Stefan (“verdienter Fan” und Besitzer der DENNING-Fahne):

Ein 4:0-Sieg im Toto-Pokal-Viertelfinale klingt im ersten Moment nach einem dominanten Auftritt – und genau das war es grundsätzlich auch. Der TSV 1860 hatte das Duell beim Regionalligisten TSV Aubstadt über die gesamte Spielzeit im Griff und fuhr einen ungefährdeten Erfolg ein. Nach der bitteren Klatsche in Regensburg war dieser Auftritt so etwas wie eine kleine Wiedergutmachung, ein Schritt zurück in die richtige Richtung.
Trotz des klaren Ergebnisses sollte man aber nicht in Euphorie verfallen: Es war ein Sieg ohne großen Glanz, eher eine Pflichtaufgabe, die ordentlich und solide erfüllt wurde. Für ein echtes Ausrufezeichen hat es nicht gereicht – aber für einen ruhigen, erfolgreichen Mittwochabend in Unterfranken allemal.
Der Ausflug selbst war gelungen: Knapp 600 Kilometer hin und zurück, rund 7 Stunden Autofahrt, entspanntes Spiel im VIP-Bereich, dazu durchwegs freundliche Gastgeber aus Aubstadt.
Jetzt gilt es diesen kleinen Schwung mit in die Länderspielpause zu nehmen um danach in der Liga gegen Saarbrücken nachlegen zu können. Der Pflichtsieg in Aubstadt war ein Anfang – mehr aber auch nicht. Doch manchmal ist es genau das, was es braucht.

Markus Kauczinski (im Fan-Talk nach seinem ersten Totopokalspiel mit 1860):

Ich muss micht erstmal bedanken. Wir sind hier unheimlich nett empangen worden. Klar, es ist ein Pflichtspiel. Trotzdem: Viele freundliche Gesichter, ein freundliches “Hallo”. Dafür erstmal vielen Dank. (Applaus) Der TSV Aubstadt hat uns heute das Leben schwer gemacht, aber ich muss sagen, meine Mannschaft hat einen sehr konzentrierten Auftritt hingelegt. Wir haben am letzten Wochenende ‘ne richtige Packung gekriegt, gegen Regensburg und das hat uns sehr, sehr gewurmt. Und das hat man der Mannschaft heute angemerkt. (…) Ich glaube dann in der zweiten Halbzeit nach dem frühen 2:0 hat man gemerkt, dass bei Aubstadt die Kräfte schwinden, der Glaube schwindet. Und bei uns hat man gemerkt: Uns hat’s geholfen. Die Jungs waren schon ein bisschen frustriert nach dem letzten Wochenende. Und dann haben wir hier nichts anbrennen lassen.

Christian Jung (Redakteur sechzger.de):

Sieg in Aubstadt und der Traum vom DFB-Pokal lebt weiter. Die Schmach vom März 2022 ist damit getilgt. Die vom November 2025 (in Regensburg) aber dadurch noch lange nicht! Den geforderten Charaktertest hat die Mannschaft erstmal bestanden. Gut so. Mal sehen, wie es weitergeht. Die Atmosphäre in Aubstadt am Spielfeldrand war diesmal – vielleicht ja aufgrund des sehr klaren Spielverlaufs – deutlich gast- und löwenfreundlicher, als noch vor dreieinhalb Jahren. Somit also ein rundum gelungener Mittwochabend in Unterfranken!

 

5 1 vote
Artikelbewertung
Abonnieren
Benachrichtige mich bei
0 Comments
Newest
Oldest Most Voted
Inline Feedbacks
View all comments