Nach fast achteinhalb Jahren widmet sich Viola Oberländer neuen Herausforderungen, sodass sich im Vereinsmanagement des TSV München von 1860 e.V. einiges ändern wird. Gemeinsam mit Julian Reich hatte sie in den vergangenen Jahren unter anderem das Bamboleo sowie mehrere neue Abteilungen und Sparten ins Leben gerufen. Im Interview mit sechzger.de spricht sie über ihren Abschied, ihre Nachfolgeregelung sowie ihre Zukunft bei den Löwen.

Henrik Winterfeld neu im Vereinsmanagement des TSV 1860

Seit Ende 2016 war Viola Oberländer als Vereinsmanagerin für den TSV München von 1860 e.V. tätig. In dieser Zeit hat sie viel erlebt, den Bereich zunächst alleine sowie später zusammen mit ihrem Kollegen Julian Reich eigenständig aufgebaut sowie stetig weiterentwickelt. Über ihre Arbeit berichteten die beiden im sechzger.de Talk Nummer 113 im Juni 2023. Nach nahezu achteinhalb Jahren ist für Viola Oberländer nun allerdings Schluss. Sie hat zum Ende des vergangenen Monats gekündigt und widmet sich zukünftig neuen Aufgaben. Die guten Nachrichten: zum einen bleibt Oberländer den Löwen erhalten, zum anderen steht ihre Nachfolgeregelung bereits fest. Unter anderem ist Henrik Winterfeld nun Teil des Teams.

Über ihre Zeit im Vereinsmanagement spricht Viola Oberländer abschließend im Interview mit sechzger.de.

Interview mit Viola Oberländer

sechzger.de: Hallo Viola! Schön, dass du uns zu deinem Abschied aus dem Vereinsmanagement des TSV München von 1860 e.V. Rede und Antwort stehst. Seit Ende 2016 warst du in dieser Position tätig. Was überwiegt da: die Freude auf einen neuen Lebensabschnitt oder das weinende Auge?

Viola Oberländer: Hallo erstmal 😉 Das ist schwer zu sagen, ich habe meinen Job bei 1860 wirklich sehr gemocht und es gibt sicherlich einige Dinge die ich sehr vermissen werde, aber ich freue mich auch wirklich auf neue Aufgaben und eine etwas andere Lebensweise als bisher.

Ich werde 1860 aber auch nicht komplett verlassen, sondern ein paar Aufgaben weiterhin betreuen, was mich sehr freut.

sechzger.de: Fast achteinhalb Jahre sind gerade bei den Löwen eine wahnsinnig lange Zeit. Kannst du einzelne Highlights benennen, die dir noch in Erinnerung bleiben?

Viola: Ach da gab es wirklich sehr viele Highlights, jede Mitgliederversammlung war z.B. schon ein Highlight für sich. Nein, es gibt wirklich sehr viele Punkte, die den Verein in meinen Augen sehr vorangebracht haben und die ich sicherlich in Erinnerung behalten werde.

Die Planungs- und Bauphase vom Bamboleo waren schon eine Besonderheit, aber auch der Aufbau vom Shop, die verschiedenen Veranstaltungen, der Aufbau von Homepages, tatsächlich die Mitgliederversammlungen (gerade meine erste Rede auf der MV war schon nervenaufreibend), die Gründung von neuen Abteilungen und Sparten, aber dann natürlich auch Sachen, auf die man keinen Einfluss hatte, wie z.B. ein Doppelabstieg und ein Aufstieg der Profis.

Die Anfangszeit im Vereinsmanagement

sechzger.de: Wie stolz bist du auf das, was du zusammen mit Julian in dieser Zeit aufgebaut hast? Ihr habt ja im wahrsten Sinne des Wortes bei Null begonnen.

Viola: Julian kam ein paar Jahre später, ich startete 2016 alleine im Vereinsmanagement und den Posten gab es vorher auch nicht. Ekkehardt Krebs und Laura Stoever waren damals meine engsten Kollegen, mit denen im Prinzip für mich alles irgendwie begann. Robert Reisinger wurde kurze Zeit später Präsident und auch hier war die Zusammenarbeit zwischen Management und Präsidium von Anfang bis Ende aus meiner Sicht sehr eng und gut. Aber ja, der Start war wirklich bei 0, es gab kein Büro, es gab am Anfang auch keinen PC, keine funktionierende Homepage, keinen Shop, keinen Social Media Kanal, keinen Ausrüster für alle Abteilungen, keine Busse, keine digitalen Mitgliedsanträge, keine Sponsoren für Mitgliedsausweise und deutlich weniger Sportarten als jetzt. All diese Dinge wurden recht schnell in die Wege geleitet.

Etwas später startete Julian mit seinem Praktikum bei der LöFu und wechselte danach zu mir ins Management. Er übernahm direkt die angefangenen und noch sehr kleinen Social Media Kanäle, lies diese wachsen und kümmerte sich zusammen mit Joachim um die regelmäßige Berichterstattung auf der Homepage, welche ebenfalls zu dem Zeitpunkt von mir betreut wurde. Durch die Unterstützung von Julian v.a. in der Öffentlichkeitsarbeit, hatte ich ein bisschen mehr Luft, um den Shop von einem PDF-Bestellformular zu einem richtigen Online-Shop mit „normalen“ Bestellvorgängen zu erweitern. Die Aufgaben wurden nicht weniger, aber ich denke wir haben als Team (Kollegen der Geschäftsstelle und Präsidium) stark dazu beigetragen, den e.V. zu professionalisieren.

Das Bamboleo kam als großes Bauprojekt am Ende noch dazu, auch das war ein absolutes Special und ich hatte es am Anfang definitiv unterschätzt, was es heißt, ein Konzept für ein Vereinsheim zu schreiben und dann eine Baustelle zu begleiten. Es gab viele Hürden, doch ich denke die konnten alle sehr gut genommen werden. Letztlich konnten wir noch einen richtigen Shop im Bamboleo integrieren und die Bauarbeiten abschließen. Das Bamboleo konnte komplett aus Shopeinnahmen und Spenden finanziert werden und brachte ab dem zweiten Monat Gewinne ein, das macht mich natürlich schon etwas stolz, wobei hier ganz klar ist, dass wir das Projekt ohne die Unterstützung der Unternehmer für 60 und unseren Architekten Dirk Härle nicht in der Art hätten realisieren können.

Grundsätzlich bin ich aber sehr zufrieden mit dem, was in den letzten 8 Jahren entwickelt werden konnte und ich denke das ist auf eine wirklich gute Zusammenarbeit zwischen Mitarbeitern, Unternehmern und dem Präsidium um Robert Reisinger (mit allen Vizepräsidenten der vergangenen Jahre) zurückzuführen.

Oberländer betreut weiterhin das Controlling der Löwen

sechzger.de: Was war schlussendlich der entscheidende Faktor dem Vereinsmanagement Lebewohl zu sagen?

Viola: Ich sage dem Vereinsmanagement nur bedingt Lebewohl, ich bleibe 1860 im Controlling erhalten (freiberuflich) und werde (nicht unbedingt Vereine) andere Unternehmen in der Sportbranche im strategischen Management beraten. Gleichzeitig werde ich allerdings auch mein Coaching erweitern, v.a. auch mit dem Fokus auf Trainings-Camps.

Letztlich habe ich meinen Job unglaublich gerne gemocht bei 1860, aber eine permanente Erreichbarkeit und auch die Gebundenheit an ein Büro bzw. eine Stadt passt eigentlich nicht mehr zu meinem Leben, wie es sich in den letzten Jahren entwickelt hat. Außerdem haben sich über die Zeit viele spannende andere Projekte ergeben, bei denen ich gerne mitwirken möchte, daher war der Schritt jetzt nötig. Ich hoffe mein Plan geht auf, dann kann ich 1860 weiterhin begleiten, kann als Ansprechpartner für die Kollegen da sein, andere Unternehmen und auch mich selbst aber auch noch weiter voranbringen. Im Idealfall habe ich auch noch bessere Trainingsbedingungen, denn auch meinen privaten Sport möchte ich noch aufs nächste Level haben. Was am Ende davon wirklich funktioniert, wird man sehen, aber ich freue mich auf den neuen Weg.

sechzger.de: Was ändert sich im Vereinsmanagement bei 1860 jetzt?

Viola: Julian bleibt weiterhin im Vereinsmanagement und übernimmt zu seinen bisherigen Bereichen noch einen Teil meiner Aufgaben (z.B. das Sponsoring, die Mitgliedsausweise und Unterlagen für die Mitgliederversammlung). Zusätzlich bekommt er Verstärkung von Henrik Winterfeld, der ebenfalls einen Teil der Aufgaben übernehmen wird und vor allem als Ansprechpartner für die ganzen Abteilungen da ist. Er wird aber auch vermehrt Events organisieren und den Shop im Hintergrund betreuen. Für den Verkauf vor Ort und die Abwicklung von Bestellungen, haben wir mit Raphael und Raghu (Mini-Job und BFD) weitere Verstärkung für den Shop finden können. Ich werde das Controlling quasi behalten, Mike wird als Barleiter seine Stunden aufstocken und noch einen Teil übernehmen und Ekkehardt bekommt auch noch ein bisschen was. Somit sollten alle Aufgaben verteilt und das Vereinsmanagement gut aufgestellt sein.

sechzger.de: Vielen Dank für deine Zeit und alles gute für die Zukunft!

Auf ihrer Homepage informiert Viola Oberländer über ihre nächsten Schritte und sportlichen Erlebnisse.

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