Erfreulich begann der Samstag Nachmittag im Isarwinkel vor allem für die Groundhopper und -sammler unter den Löwenfans, die sich auf den Weg nach Geretsried zum Rückrundenaufttakt der Amas in der Bayernliga Süd gemacht hatten. Wie den Verantwortlichen bei den Junglöwen schon einige Zeit bekannt war, wurde das Spiel auf den – sehr kleinen – Kunstrasenplatz neben dem Isaraustadion verlegt. Ein Platz, den nur wenige der Nutzer der bekannten und beliebten App schon zuvor bei einem Spiel besucht und eingetragen hatten. Spielt hier sonst doch üblicherweise nur die zweite Mannschaft des TuS Geretsried in der Bezirksliga.

Kein Spiel im Isaraustadion.

 Viel Unruhe auf dem Platz

Für die Gastgeber ging es nach fünf Niederlagen in Serie im Oktober und mit erst elf Punkten auf dem vorletzten Tabellenplatz liegend irgendwie schon um’s Überleben in ihrer zweiten Spielzeit der Bayernliga Süd. Entsprechend gingen sie von Beginn an zu Werke. Für Unruhe auf und neben dem Platz sorgten im leichten Nieselregen im Landkreis Bad Tölz-Worfratshausen allerdings häufig Schiedsrichter Jakob Putz und seine beiden Assistentinnen an den Seitenlinien, die im Verlauf des Spiels je einen Akteur auf beiden Seiten wegen Tätlichkeiten mit Roten Karten bedachten und später auch – den für den leider wohl ernsthaft am Knie verletzten Ron Gosalci eingewechselten – Efe Karakoc mit Gelb-Rot frühzeitig zum Duschen schickten.

Bachmann hält Elfer – das 1:0 fällt kurz später

Die erste Szene, die für größeren Diskussionsstoff sorgte, ereignete sich in der 24. Minute. Ein Schubser von Emirhan Agzikara im eigenen Strafraum, den der Referee nicht wahrgenommen hatte, wurde von der Linienrichterin angezeigt, die vor den anwesenden Löwenfans eingeteilt war und fortan dort keinen leichten Stand mehr hatte. Die Konsequenz war – nach längerer Diskussion zwischen Spielern und Unparteiischen – der erste Platzverweis der Partie für den Löwen. Den obendrein fälligen Elfmeter konnte der heute sehr starke Paul Bachmann im Tor von 1860 II parieren. Sieben Minuten später war es dann dennoch so weit und die Gastgeber gingen durch Srdan Ivkovic, der selbst wiederum später ebenfalls wegen einer Tätlichkeit – allerdings im Mittelfeld – noch vom Platz gestellt werden sollte, in Führung. Ein eiskalt ausgespielter Konter, der in eine Drangphase fiel, mit der die Gäste aus der Landeshauptstadt der Unterzahl trotzten. Mit einem Rückstand ging 1860 in die Kabine.

Starke Parade: Paul Bachmann kann den gar nicht schlecht geschossenen Elfer der Gastgeber abwehren

Löwen drehen die Partie

Direkt nach dem Wiederanpfiff dezimierten sich, wie oben angesprochen, die Gastgeber dann ebenfalls mit einer unötigen Aktion selbst und die Löwen zogen eine Viertelstunde später aus dem wieder hergestellten personellen Gleichstand Kapital. In der 65. Minute traf Valentin Bannert zum gedankenschnell zum Ausgleich, sieben Minuten später drehte Luis Pereira de Azambuja gar – zum Jubel der Anhänger in weiß und blau – die Partie. Efe Karoc erhielt für allzugroßen Jubel die Gelbe Karte (76.), die später dann zu seinem Platzverweis führen sollte und nur drei Minuten später besorgte der 22jährige deutsch-franzose Nathan Winkler mit einem unhaltbaren Schuss aus der Distanz den Ausgleich für Geretsried. Dabei blieb es, obwohl in der Schlußphase beide Mannschaften mit offenem Visier agierten und den Siegtreffer sichtlich erzielen wollten. Der BFV vermeldete übrigens in seinem Ticker zunächst fälschlicherweise, Torschütze Azambuja sei mit der Ampelkarte vom Platz geflogen, was dort aber sehr schnell wieder korrigiert wurde.

Spiel gedreht… Die Löwen gehen mit 2:1 in Führung. Hinter dem Geretsrieder Kapitän (mit der Nummer 11) erkennt man Teile des Spielgeräts, das gleich einschlagen wird.

Einschätzung von Wolfgang Sonnenhauser

Am Ende waren die rund 250 Zuschauer geteilter Meinung, wer hier nun einen Punkt gewonnen bzw. zwei Zähler verloren hatte.  Löwentrainer Wolfgang Sonnenhauser, der vorher ein “ekliges Spiel” erwartet hatte, erklärte im Interview mit sechzger.de, dass zwar keiner seiner Spieler nach dem Abpfiff gejubelt habe, “weil die Spieler immer mehr wollen”, was man seinen Schützlingen ja auch zu vermitteln versuche. Auf der anderen Seite könne man aber schon stolz auf die Mannschaft sein, die heute vieles weggesteckt habe.

Ein Platzverweis, wo man diskutieren kann. Dann wieder ein Platzverweis, wo man sagt: ‘Okay, hat er so gegeben, muss man akzeptieren.’ Das ist das Thema Widerstandsfähigkeit von den Jungs – und das haben sie einfach richtig gut gemacht. Dass sie nicht aufgesteckt haben und gesagt haben: ‘Wir schmeißen trotzdem alles rein, gehen einfach in uns, bleiben bei uns und arbeiten unsere Themen ab, weil alles andere kann man nicht beeinflussen.’ (…) Wir hätten trotzdem natürlich gern gewonnen.

Besprechung nach dem 2:2: Spielerkreis der Amas in Geretsried

Nun noch zweimal gegen Kellerkinder

Für die kleinen Löwen geht es nun am kommenden Freitag Abend (18.60 Uhr Trainingsgelände an der Grünwalder Straße) gegen den Verfolger Schwabmünchen, der nur zwei Punkte weniger auf dem Konto hat, weiter, ehe man am folgenden – für die erste Mannschaft spielfreien Wochenende – am Sonntag Nachmittag (22.11.26 14.00 Uhr) zum Tabellenschlußlich SV Schalding-Heining nach Passau reist.

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