Zum 22. Mal wurde am vergangenen Wochenende der !Nie Wieder – Erinnerungstag im deutschen Fußball begangen. Diese Aktion findet immer am zum Tag der Befreiung von Auschwitz, dem 27. Januar, nächstgelegenen Spieltag statt.
Auch beim Spiel der Löwen in Osnabrück wurde deshalb den Opfern des Holocaust gedacht. Die Ostkurve Osnabrück zeigte vor dem Spiel ein Banner mit der klaren Forderung “NIE WIEDER FASCHISMUS” (siehe Titelbild) und es wurde eine angepasste Version der Stadiondurchsage der !Nie Wieder-Initiative verlesen. Beide Vereine unterstützen die Aktion, weshalb diese Aufgabe eine Gruppe bestehend aus dem Präsidenten des VfL Osnabrück, einem Vertreter der Ostkurve, dem stellv. Abteilungsleiter der Fanabteilung und einem Vertreter der Löwenfans gegen Rechts übernahm.
Dokumentation der Stadiondurchsage
Da leider aufgrund der etwas in die Jahre gekommenen Lautsprecheranlage der Bremer Brücke und ein paar Kommunikationsproblemen viele Fans diesen Moment versäumten, dokumentieren wir an dieser Stelle die Stadiondurchsage:
“Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz-Birkenau befreit. Rund um diesen Tag erinnert die Fußballfamilie an die Opfer des Nationalsozialismus. Das NS-Regime nutzte den Sport zur Steigerung von Arbeitsmoral und Kriegstüchtigkeit, zur Propaganda und sogar als Mittel der Gewalt in Konzentrationslagern. Die Olympischen Spiele 1936 dienten der Machtdemonstration. Und auch der Fußball unterwarf sich dem System: Jüdische Spieler wurden ausgeschlossen, Sportverbände gleichgeschaltet.
Bei 1860 München wurde 1933 das Führerprinzip eingesetzt und 1935 die Einheitssatzung des Regimes inklusive “Arierparagraph” übernommen. Im Jahr 1940 entschied sich auch der VfL Osnabrück zu einer Satzungsänderung. Dort hieß es in klar nationalsozialistischem Ton nun:„Mitglieder können nicht Personen sein, die nicht deutschen oder artverwandten Blutes oder solchen gleichgestellt sind.“
Umgesetzt wurde diese Ausgrenzung jedoch schon weitaus früher. Bereits um 1935 musste Felix Löwenstein den VfL aus sogenannten „rassischen Gründen“ verlassen. Vereinsmitglieder, die sich engagierten, sportlich betätigten oder sogar als Sponsoren fungierten, waren fortan keine Sportkameraden mehr. Freundschaften und Verbindungen, die oft lange bestanden, gingen verloren – Ideologie stand über menschlichen Werten.
Bis heute hält sich das Narrativ vom „unpolitischen Sport“, obwohl die Geschichte bewiesen hat, dass Sport und Fußball immer Teil ihrer politischen Umgebung sind. Gerade deshalb müssen sie sich gegen demokratiefeindliche Einflüsse positionieren. Fußball hat die Reichweite und Verantwortung, demokratische Werte zu verteidigen. Die Worte des Shoah-Überlebenden Walter Frankenstein erinnern uns: „Demokratie muss jeden Tag neu erkämpft werden, besonders in der jetzigen Zeit.“
In Erinnerung an Felix Löwenstein und alle Menschen, die im Namen des Sports Unrecht, Verfolgung und Tod erleiden mussten, positionieren sich der TSV 1860 München und der VfL Osnabrück eindeutig, denn:
Nie wieder ist jetzt!”
Auch wir als Redaktion befürworten diese Aktion und schließen uns der Botschaft an!










