In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre – jeweils aktuelle und ehemalige -, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht’s um das erste Heimspiel der Saison 2025/26 in Giesing, das am Samstag Nachmittag gegen den VfL Osnabrück mit einem 3:1-Sieg für die Löwen endete.
Jan Schrader (Redakteur sechzger.de):
Samstag 14 Uhr, der Himmel ist (natürlich) weiß-blau und die Löwenfans sind heiß. Das Spiel beginnt mit einer geilen Choreo und wenig später wird es so schnulzig, dass es eigentlich gar nicht wahr sein kann. Was für ein Torjubel, was für ein Moment! Hoffentlich sind beim Ausrufen des Torschützen alle Fenster in Giesing heile geblieben. So kann es gerne weitergehen.
Silas (14-jähriger Löwenfan, Dauerkartenbesitzer in der Westkurve):
Die Begeisterung der Fans, endlich wieder auf Giesings Höhen zu kicken, machte sich schon auf dem Weg ins Stadion bemerkbar.
Trotz dem spritzigen Flußball der Löwen, machte die drückende Hitze alles etwas träger. Die zweite Hälfte ließ noch zu wünschen übrig, das ergebnis jedoch nicht.
Patrick Glöckner (Cheftrainer, in der Pressekonferenz nach dem Spiel):
Wir sind sehr gut in die Partie reingekommen. Wir waren kompromisslos – gerade in der ersten Halbzeit – in den Zweikämpfen, haben eigentlich gar nichts zugelassen, bis auf zwei Fernschüsse. Haben dann über Standardsituationen die Büchse ein bisschen geöffnet (…) Du holst dann deinen ersten Heimsieg und kannst eigentlich stolz auf die Leistung der Jungs sein. Es waren extreme Temperaturen heute. Ich sag: Von neunzig Minuten haben wir siebzig Minuten sehr gut gespielt, zwanzig Minuten klammern wir aus und freuen uns einfach über den Sieg. Entsprechend war es das Ergebnis, was wir uns vorgestellt haben.
Peter Schaefer (Vizepräsident TSV 1860 e.V.):
Besser hätte man sich den Heimstart in die Saison nicht wünschen können. Bei bestem Wetter präsentierten sich Fans und Mannschaft als geschlossene Einheit und die Elf von Patrick Glöckner warf von Beginn an alles nach vorne, sodass am Ende verdiente drei Punkte eingefahren werden konnten. Und dass man in der Schlussviertelstunde trotz zwei Toren Vorsprung schon leicht begonnen hat zu zittern, gehört wohl einfach bei 1860 dazu.
Uli (Löwenfan aus Hamburg, zum Spiel – natürlich – angereist):
Hitzeschlacht statt Hexenkessel… Die Löwen haben gerockt, während es den gesetzteren Löwenfans eindeutig zu heiß war zum anfeuern. Gottseidank hat man heute richtig gesehen, wie die individuelle Qualität zugenommen hat seit letzter Saison. Das Potential zum Hexenkessel ist auf jeden Fall da!
Kevin Volland (Heimgekehrter Torschütze zum 1:0):
Ich hab’s ja schon paar mal in Interviews gesagt: Für mich steht immer an oberster Stelle, dass wir die Spiele gewinnen. Wer dann am Ende die Tore macht, oder wie wir’s machen, steht für mich an zweiter Stelle. Aber klar: Wenn man dann mit dem 1:0 helfen kann, dass wir auch gut ins Spiel finden, dann ist das umso schöner. Und man sieht ja dann auch, was hier im Stadion auch wieder los ist. Ich glaub’, es ist jetzt 15 Jahre her, wo mein letztes Spiel hier im Grünwalder war und da kribbelt es dann schon.











Tolles Spiel unserer Mannschaft. Am stärksten find ich ja Dähne. Einen brutalen Torwart haben wir da bekommen. Auch die Offensive war in diesem Spiel löwenstark. Da merkt man schon die Qualität die unsere drei Stürmer da auf den Platz bringen.
Was mir nicht so gefallen hat waren diese Stockfehler, also teilweise Pässe auf 5-7m die nicht an den Mann kommen. Da sind so manche Angriffsituationen einfach verpufft. Die letzten 15min hab ich dann doch auf der Tribüne gesessen und gezittert das wir nicht noch einen zweiten Gegentreffer kassieren. Da ging irgendwie gar nix mehr und das muss besser werden. Aber ey, es ist der 2. Spieltag und es waren gefühlt 40Grad.
Zusammengefasst ein richtig geiles Heimspiel was Lust auf mehr macht
Ich schließe mich zum Spielersichen Patrick1860 voll an.
Wie auch in Essen fand ich es beeindruckend, mit welcher Ruhe und Souveränität wir gespielt haben. Im Grunde haben wir uns nie/kaum aus der Ruhe bringen lassen und keine, wie früher, Blödheiten gemacht, wenn es mal eng oder druckvoll wurde. Mit welcher Ruhe auch unsere Abwehr schon spielt finde ich bemerkenswert. Voet fand ich gestern richtig stark. Daehne strahlt ebenfalls eine Ruhe aus und ist bis jetzt immer da, wenn er gebraucht wird.
Beide Gegner waren keine Mamnschaften, die mal so nebenher bespielt werden. Von daher war das schon wirklich sehr gut.
Erste Elf ist gefunden würde ich sagen.
Bislang wird die Mannschaft der Euphorie und Begeisterung absolut gerecht. Die individuelle Qualität paart sich immer mehr mit mannschaftlicher Geschlossenheit, defensiver Stabilität und offensiver Kreativität. Wille und Einsatz auf höchstem Niveau und keiner ist sich zu schade, sich voll reinzuwerfen. Am Ende hat die bessere Mannschaft verdient gewonnen und sich zusätzlich gegenüber dem Essen-Spiel einen guten Schritt weiterentwickelt.
Nach dem 1-0 wurde die erstaunlich lange Druckphase der Gäste konsequent wegverteidigt und im Anschluss das zweite Tor nachgelegt. Dass der unermüdliche Haugen sich in Halbzeit zwei mit einem eigenen Tor belohnt, hat mich sehr gefreut.
Was mich besonders gefreut hat ist, dass wir nach Ballgewinn endlich die Unsortiertheit des Gegners nutzen und viel mehr den Pass nach Vorne suchen, als dieses unerträgliche Gepasse nach Hinten. Paradebeispiel: Der Traumpass von Volland auf Haugen. Offensichtlich gehen wir beim Thema Umschaltspiel nach jahrelangem Irrweg endlich in die richtige Richtung, zumal die Teamqualität das schlichtweg gebietet.
Auch phänomenal: Immer mehr kluge Entscheidungen unserer Spieler in einzelnen Situationen und so gut wie keine dummen Entscheidungen mehr. Das war in der Vergangenheit auch oft anders herum.
3 Dinge hätte ich anders gemacht, ohne dass ich es als falsch kritisieren würde:
– Ich hätte früher (60. Minute) mehrere Personen gewechselt. Zum einen war bei einigen nach dem 3-0 die Luft raus, die Körperspannung und -sprache stimmte nicht mehr und einige waren auch einfach platt. Zudem haben einige auf der Bank (Philipp, Hobsch, Kozuki, Jakob, Christiansen, Wolfram etc.) viel Spielzeit verdient.
– Ich hätte Deniz für Christiansen rausgenommen. Nach dem 3-0 war spielerische Kreativität gegenüber defensiver Stabilität nachrangig. Auch wenn Jokobsen gelbvorbelastet war, hätte er in meinen Augen trotzdem mehr wegverteidigt, als Deniz.
– In den Osnabrücker Druckphasen kippten wir zu oft in ein 5-2-1-2, statt beim 3-5-2 (eher 3-4-1-2) zu bleiben. Dadurch waren die Räume auf beiden Seiten vor der Abwehrkette für den Gegner vollkommen offen. Die Sechser können das nicht zulaufen, ohne die Zentrale preiszugeben und würden Niederlechner/Haugen das erledigen, wären wir schnell beim unattraktiven 5-4-1 (oder jedenfalls 5-3-1-1). Ich würde konsequenter die 3er-Kette spielen und allenfalls gelegentlich den gegenüberliegenden Außenspieler in den hinteren Raum abkippen lassen.
Aber waren gestern nur Nuancen, die Begeisterung und Euphorie insgesamt trägt mich mit Riesenflügeln weiter durch die neue Woche!
Beim Spiel mit Dreierkette ist es essenziell, dass die „Schienenspieler“ bei gegnerischen Ballbesitz nach hinten abkippen. Im Übrigen sehe ich Dahnhof sowieso eher als Verteidiger denn als guten Schienenspieler. Und Jacobsen hätte ich nach seiner gelben Karte schon nach 10 Min. runter genommen. Der läuft im wesentlich neben dem Gegner her und spielt bei Ballbesitz von 10 Bällen 8 zurück oder bestenfalls quer.
Ich finde auch, dass Wechsel etwas früher sinnvoll oder gar nötig gewesen wären. Immerhin hat Jakob in 60 Sec. Spielzeit einmal den Ball berühren dürfen.
Zustimmung bis auf Deniz/Jacobsen. Letzterer war nicht nur schnell mit Gelb vorbelastet, sondern insgesamt einer der Schwächeren unter vielen Guten bzw. sehr Guten. Auch Danhof war wieder anfällig auf seiner Seite.Da sind wir auf LAV mit Pfeifer/Jakob wesentlich stärker besetzt. Alternativ würde ich mir mal Lippmann statt Danhof wünschen.
Schöne Rubrik. Der Mix gefällt mir 🙂
Es tut derart gut endlich wieder ein Löwenteam auf dem „Heiligen Rasen“
zu sehen und auch besseren Sechzgerfussball erleben zu dürfen…
Danke an Spieler, Trainerteam und Vereinsverantwortliche !
70 Minuten war das bei krasser Hitze zweitligareifer Fußball und so darf es gern in Aachen und darüber hinaus weitergehen.
T reue S timmung V ereinsliebe 1 8 6 0