Bekanntermaßen siegte der TSV 1860 am Samstag bei Favoritenschreck FV Illertissen und zog relativ ungefährdet ins Viertelfinale des Toto Pokals ein. Auf das Spiel möchte ich in meinen Giesinger Gedanken deswegen auch gar nicht groß eingehen, sondern mehr auf das Drumherum. “Wie der Vater so der Sohn” galt im Vöhlin-Stadion nämlich nicht nur für die Familie Kranzberg und so kam es in Illertissen zu einigen sehr netten Zusammentreffen.

Einst Arsenal, nun Illertissen

Flashback ins Jahr 2002: Damals bestritten die Löwen in Innsbruck ein Testspiel gegen den FC Arsenal. Ich war bereits 24, einer meiner Bei- und Mitfahrer war der damals 15-jährige Max, den ich zwei Jahre zuvor bei den Löwen kennengelernt hatte. Für ihn war es eine der  ersten weiteren Auswärtsfahrten, unsere Freundschaft besteht bis heute, auch wenn wir uns leider nicht mehr so oft sehen. Ich wohne 200 km entfernt von München, er sitzt im Bayerischen Landtag, wir haben beide Familie und sind entsprechend eingespannt.

Als die Auslosung des Achtelfinales erfolgt war, riefen wir uns kurz zusammen, als die Tickets freigeschaltet wurden, schlugen wir direkt zu. Endlich ein Wiedersehen und endlich die Möglichkeit, mal seinen vierjährigen Sohn kennenzulernen. Ähnlich wie mein Filius ist auch er Löwenfan – wie sollte es auch anders sein?

Wie der Vater so der Sohn

Als wir nach eineinhalb Stunden Anfahrt am Vöhlin-Stadion ankamen, lief uns erstmal sechzger.de-Kollege Christian samt jüngerem Sohn über den Weg, in der WhatsApp-Bildergruppe versorgte uns einer der Sprösslinge von Mane derweil mit ersten Impressionen aus Illertissen. Da soll nochmal einer sagen, bei Sechzig gäbe es keinen Nachwuchs…

Pünktlich zum Anpfiff traf ich auf Max, zur Pause gesellte sich auch noch Redaktionskollege Edge samt Sohn zu uns. Da standen wir nun: Drei Löwenfans, die schon so einiges mit dem TSV 1860 erlebt haben, alle mit Sonnenbrille und Kopfbedeckung – und daneben drei Jungs (8, 6 und 4 Jahre) im Trikot des Herzensvereins. Gibt es eigentlich was Schöneres, als das Löwe-Sein an den Sohn weiterzugeben, wenn man merkt, dass der das auch will und mit dem Herzen dabei ist? Während Max mit seinem Filius zwischendurch das 1860-Panini-Album füllte, war der Sohn von Edge mit Spielen beschäftigt und mein Bua verfolgte die Partie, auch wenn es ihm – zugegebenermaßen – zwischendrin etwas langweilig wurde.

Nach 90 Minuten war bei uns allen sechs die Freude über das Weiterkommen groß, das Schönste für mich persönlich war jedoch, dass “Wie der Vater so der Sohn” bei uns Löwen trotz dieser scheinbar endlosen Phase der Erfolglosigkeit immer noch Bestand hat. Und irgendwann werden die drei Jungs ihre Geschichten auch beginnen mit “Als kleiner Bub an Vaters Hand”

 

Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.

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Apollo

Eine sehr schöne Geschichte, die ich selbst auch erleben darf. Mein Sohn ist mittlerweile 14 und ebenfalls Löwenfan, Ohr das ich ihn dazu überreden musste.

heinzepreller

wunderschöner Kommentar, danke