In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten rund um den TSV 1860 München eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Heute geht es um das 3:1 der Löwen gegen den zuvor noch ungeschlagenen Tabellenführer MSV Duisburg.
Peter Schaefer (Vizepräsident TSV 1860 e.V.):
Die Mannschaft hat heute sich und die Fans, die wieder einmal eine großartige Choreo ins Stadion gezaubert hatten, nach einer couragierten und soliden Leistung gegen den bis dato ungeschlagenen Tabellenführer mit einem Heimdreier belohnt. Man erkennt jetzt bereits mehr Struktur in den Abläufen und bessere Lösungsansätze, was mich für die anstehenden Partien positiv stimmt. Nichtsdestotrotz liegt noch viel Arbeit vor uns und wir müssen unserem Coach Markus Kauczinski und dem Team die Zeit geben, sich Woche für Woche zu verbessern – mit ungebrochenem Support von unserer Seite.
Christian Jung (Redakteur sechzger.de):
Euphorie reloaded? Nach der Ernüchterung der letzten Wochen, die die vorsaisonale Vorfreude komplett verdrängte, war das Spiel gegen den ungeschlagenen Tabelleführer ein gelungener Neustart. Abgesehen vom genialen und (rein rauchteschnisch) wirklich brachialen Intro der Westkurve war die Stimmung im Stadion allerdings gestern wieder – über weite Strecken des Spiels – typsch Sonntag-Nachmittag. Mehr Kaffekränzchen, als Hexenkessel. Aber so können sich eben alle Löwen im Fortgang der Saison noch steigern. Ist doch auch was wert.
Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei MagentaSport):
Das fühlt sich schon gut an. Ich freu mich total für’s Team. da hat sich schon einiges aufgestaut – auch für die Fans – das hat man grad gesehen. Das ist einfach ein Riesengefühl. (…) Vom Kampf und von der Einstellung hat die Mannschaft ein Riesenspiel gemacht. Man darf auch nicht vergessen: Man hat die letzten Spiele nicht gewonnen. Das war jetzt nicht so leicht für’s Team. Und dann war die kämpferische Leistung mega. wir haben immer wieder gefährliche Angriffe gehabt und zum Ende war der Sieg, glaub ich, auch nicht unverdient.
Thomas Dähne (direkt nach dem Spiel bei MagentaSport)
Einfach unbeschreiblich grad im Moment. Zu Hause, Flutlicht, der ungeschlagene Tabellenführer hier. Wir wussten, wir mussten mal liefern jetzt. Die letzten Wochen waren echt nicht gut von uns und deswegen find ich war das heut’ das absolut richtige Zeichen und ich finde auch: Absolut verdient hier drei-eins gewonnen. (…) Es war am Anfang der Saison auch nicht alles schlecht! Ich find’ wir sind dann irgendwann in diesen Trott reingekommen, bestimmte Sachen zu sehr zu überdenken. Fußball ist auch ein Kopfsport und wenn du dir zu viele Gedanken über diverse Sachen, die eigentlich gut sind, machst, dann fängst du vielleicht auch mal an, Sachen zu machen, die du eigentlich nicht machst.
Ralf Koss (Fußball-Literat und MSV-Blogger aus Duisburg):
Nach wenigen Spielminuten verschwand das Wort “Angstgegner” aus meinem Kopf. Schlechte Statistik gegen 1860? – ja und! Der MSV hatte das Spiel im Griff, zumindest das, was ich davon sehen konnte. Was nicht so viel war. Weil die Duisburger Ultras mit ihren wedelnden Fahnen fast die gesamte Gästegerade belegten, war die Sicht aufs Spielfeld oft sehr eingeschränkt. Großartig ausweichen war nicht drin. Daraus ergab sich aber auch ein Beleg für das wenig attraktive Spiel der ersten Halbzeit. Denn gerade beide Strafräume wurden recht dauerhaft verdeckt, ohne dass ich allzu viel verpasste. Die zwei Tore der ersten Halbzeit schienen Tabellenstände zu bestätigen. Einen Tabellenführer wirft der Rückstand nicht zurück. Ein Gegentor kann schließlich immer passieren. Da macht der MSV eben sofort den Ausgleich. In der zweiten Halbzeit bekam dieser MSV das Spiel noch mehr in den Griff, auch wenn die 60er ein paar Minuten nach Wiederanpfiff mutiger wirkten. Vielleicht konnte ich aber auch nur länger etwas vom Spiel sehen als in der ersten Halbzeit. Nichts änderte sich daran, dass ein Tor wahrscheinlich nur nach einem Fehler fallen würde – und zwar einem Fehler, der nicht unbedingt erzwungen wird von einer Mannschaft. Leider geschah dieser Fehler aus Duisburger Sicht auf der falschen Seite. Hauptanteil an der erneuten Führung der 60er hatte ein Gastgeschenk der Duisburger. Über das dritte Tor brauchen wir nicht groß zu sprechen. So ein Tor fällt, wenn in der Nachspielzeit alle Spieler im Strafraum des Gegners unbedingt das Ausgleichstor erzielen wollen, aber der eigenen Mannschaft die völlige Kontrolle des Moments nicht gelingt. Verdient, unverdient sind für so ein Spiel keine geeigneten Maßstäbe. Solche Spiele können jedes Endergebnis haben. Wer entscheidende Fehler macht, ist in gewisser Weise zufällig. Damit einen schönen Gruß an den von seinem Team so überzeugten Kollegen Dähne.
Dietmar Hirsch (Trainer MSV Duisburg auf der Pressekonferenz nach dem Spiel)
Fußball ist Ergebnissport und deswegen müssen wir das Ergebnis so akzeptieren. ich bin mir nicht ganz sicher, ob’s von der Leistung her ein gerechtes Ergebnis ist. (…) Dann verlierst Du hier 1:3. Wir wissen nicht ganz genau, warum. Aber nochmal: Es ist Ergebnissport. Wir haben drei Tore kassiert, nur eins geschossen. Also verloren und das akzeptieren wir und jetzt versuchen wir, eine neue Serie zu starten. Freuen uns auf’s Derby, schütteln uns kurz und dann, nächste Woche: Vollgas gegen RWE.











Bei den Meiderichern liegen Enttäuschung und Wut recht nah beieinander. Und ja, wir müssen es eingestehen, wir sind schuld daran. Den Tabellenführer einfach nicht gwinnnen lassen. Das geht gar nicht! 🙂 🙂 🙂