Die Sicherheitskontrolle beim Einlass ins Stadion ist für die meisten Stadionbesucher*innen eine Erfahrung, auf die sie gut und gerne verzichten würden. Hektisches Gedränge, Leibesvisitation durch fremde Menschen und oftmals auch eine bedrohliche Atmosphäre mit rauem Ton. Für manche Menschen stellen diese Kontrollen aber nicht nur ein Ärgernis, sondern eine fast unüberwindbare Kontrolle dar. Wer den Film Wochenendrebellen gesehen hat, erinnert sich gewiss an die Angst der autistischen Hauptrolle vor den Berührungen am Einlass, die Stadionbesuche fast unmöglich machten. Für Personen mit speziellen Bedürfnissen beim Zutritt zum Stadion gibt es nun auch beim TSV 1860 eine Sensitivity Lane um einen sicheren und angenehmen Einlass zu ermöglichen.
Sensitivity Lane am Eingang NORD/Stehhalle
Diese besondere Einlassschlange befindet sich am Eingang NORD/Stehhalle. Die Sensitivity Lane ist an den Ordner*innen in lila Westen zu erkennen. Dies sind/sollen extra geschulte Securities sein, die die üblichen Kontrollen in einem ruhigeren und inklusiveren Umfeld durchführen. Die KGaA schrieb dazu: “Die Sensitivity Lane bietet Menschen – etwa mit körperlichen Einschränkungen oder Personen, die zur FLINTA*-Community gehören – eine ruhige und respektvolle Kontrolle. Geschultes Personal sorgt dabei für Diskretion, Privatsphäre und eine einfühlsame Behandlung. So wird Sicherheit gewährleistet, ohne dass sich Menschen überfordert oder benachteiligt fühlen.”
Dieser Eingang steht also allen offen, die Aufgrund von physischen oder psychischen Problemen, traumatischen Erfahrungen, Herausfallen aus dem binären Genderschema oder ähnlichen Aspekten die normalen Kontrollen vermeiden wollen/müssen.
Testphase wird ausgeweitet
Nach dem ersten Testlauf beim Heimspiel gegen Saarbrücken wird die Testphase auf die verbleibenden Heimspiele in diesem Jahr gegen Schweinfurt und Verl ausgeweitet. Über ein weiteres Vorgehen wird dann in der Winterpause gesprochen. Über eine stärkere Ausschilderung wird aktuell debattiert, da man die betroffenen Personen nicht auf dem Präsentierteller servieren möchte. Gleichzeitig sollte aber auch eine gute Sichtbar- und Zugänglichkeit gewährleistet werden.
Richtiger Schritt und wichtiges Angebot
Sensitivity Lanes sind seit 2024 Teil des Stadionkonzepts des DFB und basieren auf Vorschlägen und Konzepten der KoFaS in Berlin. Diese sollen Menschen mit speziellen Bedürfnissen den Zugang zum Stadion nicht nur leichter, sondern in manchen Folgen sogar erst möglich machen. Dadurch können z.B. auch Personen für die Gedränge in großen Menschenmengen und Berührungen (insbesondere von Fremden) Panik auslösen auch an Fußballspielen teilnehmen und ihr Fansein ausleben.
Einen ähnlichen Einlass gibt es z.B. am Millerntor in Hamburg St. Pauli. Auf Schalke werden Fans mit Sensory Bags unterstützt und auf der Bielefelder Alm gibt es eine Loge für Menschen mit Autismus.
Wer sich weiter informieren möchte (gerne auch bevor in den Kommentaren unbedachte Äußerungen getätigt werden) kann dies unter den Folgenden Links tun:
Empfehlungen zum Einlass in Fußballstadien
https://vielfaltimstadion.de/#das-sind-hindernisse
https://vielfaltimstadion.de/#das-schafft-zugänge











Für Betroffene sicher sinnvoll. Schön zu sehen, wie der TSV ausnahmsweise eine Vorreiterrolle einnimmt. Mir macht es nichts aus, mich ins Gedränge zu stellen, kann aber voll verstehen, wenn manche sowas verängstigt. Zumal die durchschnittliche Security halt alles andere als sensitiv ist.
Ich sehe die Sache durchaus positiv, habe ich aber dennoch eine Verständnis-Frage: Im Text wird einerseits angesprochen, dass mit der Lane gezielt “FLINTA*” – Personen angesprochen werden sollen. Gleichzeitig wird aber auch auf den Film “Wochenendrebellen” verwiesen, in dem es um Autismus geht.
Wenn ich die PM von 1860 richtig lese, dann sind aber gerade erwähnte Personen aus dem Autismus-Spektrum nicht damit gemeint. Oder unter welchem Begriff würde man diese Personen in der FLINTA*-Definition wiederfinden?
In den Faninfos zum Saarbrücken-Spiel steht „Diese bietet eine ruhige, respektvolle Kontrollspur für Menschen mit körperlichen Einschränkungen oder aus der FLINTA*-Community, betreut von geschultem Personal.“
Obwohl das vielleicht von der Terminologie nicht ganz passt, habe ich mir erlaubt auch Personen mit Autismus unter ersterer Kategorie zu verstehen.
Dieser Eingang steht also allen offen, die Aufgrund von physischen oder psychischen Problemen, traumatischen Erfahrungen, Herausfallen aus dem binären Genderschema oder ähnlichen Aspekten die normalen Kontrollen vermeiden wollen/müssen.
Also für Alle mit Problemen, auch Autisten.
gute Geschichte !