Zwei Siege, vierzehn Niederlagen – so die ernüchternde Bilanz von Aufsteiger 1. FC Schweinfurt 05 in der bisherigen Drittliga-Saison. Michi Bauer von der Mainpost, zuletzt Gast im sechzger.de Talk, hat mit Trainer Victor Kleinhenz gesprochen und ihm einige interessante Aussagen entlockt.
Schweinfurt-Trainer Victor Kleinhenz im Interview
Als aktuell Tabellenletzter ist der 34-Jährige natürlich nicht zufrieden mit dem bisherigen Abschneiden seines Teams, gibt jedoch zu bedenken:
“Wir haben uns natürlich die sportliche Situation anders vorgestellt. Wir merken, dass wir in Phasen mit Top-Mannschaften mithalten können, jedoch auch, dass die Anforderungen der Liga extrem sind. In den Spielen sind wir oft nah dran, im Gesamtpaket aber weit weg. Doch es gibt auch Positives: Wir können als Gruppe verdammt viel lernen, als Verein, als Spieler, als Trainer. Was bleibt, sind die schönen Momente vom Aufstieg bis zu Heimspielen vor tollen Kulissen.”
Ziel sei aber natürlich, auch so viele Spiele wie möglich zu gewinnen, so der Trainer der Schnüdel.
“Wir geben jeden Tag unser Bestes”
An mangelndem Einsatz liegt es jedenfalls nicht, dass die Unterfranken bisher erst sechs Punkte auf der Habenseite verbuchen konnten, so Kleinhenz:
“Wir geben jeden Tag unser Bestes, das kann ich vom Trainerteam, vom Verein und den Spielern sagen. (…) Der Ertrag ist enttäuschend. Trotzdem ist es so, dass wir in den vergangenen Monaten eine Entwicklung wahrnehmen, die uns überzeugt, noch Spiele zu gewinnen.”
Wenn es nach uns geht, darf der 1. FC Schweinfurt 05 gerne ab kommender Woche damit beginnen.
Fehlende finanzielle Mittel als Grund für Misserfolg
Auf die Frage, ob er bei der Kaderzusammenstellung womöglich nicht das glücklichste Händchen hatte, antwortete Kleinhenz ehrlich:
“Selbstverständlich habe auch ich Fehler gemacht, sonst würden wir nicht stehen, wo wir stehen. Was den Kader betrifft, kann man nur machen, was finanziell möglich ist. Da sind uns andere Vereine um Welten überlegen. Dazu kommt, dass diesmal die U23-Mannschaften verdammt stark sind und mit Duisburg ein außergewöhnlicher Aufsteiger dabei ist. Dann wird es bei vier Absteigern eng.”
Zwangsläufig setzt man bei den Unterfranken auch in dieser Saison hauptsächlich auf regional verwurzelte Spieler, die “vermutlich bei einem anderen Verein nicht für dieses Geld gespielt” hätten.
Spiel bei 1860 als Höhepunkt
Mit Blick auf die Tabelle müssen sich die Schnüdel zur Winterpause fast schon zwangsläufig mit der Planung für die Regionalliga beschäftigen. Hierzu gibt Kleinhenz zu Protokoll:
“Realismus ist ein wichtiger Baustein, aber wir benötigen Etappenziele. Und haben uns deswegen entschlossen, nur von Spiel zu spiel zu schauen. Extrem viele Leute haben Bock auf dieses Erlebnis bei 1860 München. Über 1000 Fans werden uns unterstützen. Das macht mich extrem stolz. Die Mannschaft steht auf emotionale Spiele. Das Hinfiebern ist spürbar. Definitiv können wir dort gewinnen.”
Besonders Ex-Löwe Kristian Böhnlein, bekanntermaßen auch Fan des TSV 1860, dürfte sich sehr auf das Spiel im Grünwalder Stadion freuen. sechzger.de berichtet wie immer live aus Giesing, Anpfiff ist um 16.30 Uhr.










