Wir hatten bereits vor über vier Monaten, im September letzten Jahres darüber berichtet. Nun vermelden Sky und Reviersport, dass die Klubverantwortlichen der 3. Liga bei einem Treffen im Februar über eine aktive Nutzung, des ohnehin bei jedem Spiel vorhandenen Videomaterials beraten wollen. In “abgespeckter Form” und mit einem “Challenge-System” könnte der Videobeweis zur Klärung fehlerhafter oder zumindest strittiger Schiedsrichterentscheidungen schon in der kommenden Spielzeit 2026/27 eingeführt werden.
Videobeweis in Italiens Serie C
Nochmal zur Erinnerung: In der dritten italienischen Liga (Serie C) wird seit dieser Spielzeit eine modifizierte Form des international und auch in der ersten und zweiten deutschen Bundesliga eingesetzten VAR (Video Assistant Referee) getestet. Football Video Support (FVS) heißt das Ganze. Dabei steht am Spielfeldraum ein Unparteiischer an einer Video-Station und hat Zugriff auf die Bewegtbilder, die von den im Stadion vorhandenen Fernsehkameras aufgezeichnet werden. Bei Bedarf kann sich der Schiedsrichter dort strittige Szenen nochmal anschauen, seine Entscheidungen überprüfen und ggf. revidieren. Der Bedarf entsteht zum Beispiel, wenn einer der beiden am Spiel beteiligten Trainer eine sogenannte “Challenge-Karte” (von der vor dem Spiel je zwei pro Trainer ausgegeben werden) wirft und die Überprüfung einer kritischen Szene einfordert. Aber auch der Schiedsrichter kann – bei Unsicherheit – selbst entscheiden, eine Szene nochmal zu überprüfen.
Kostengünstigere Variante
“Der Ruf ist zuletzt auch in der 3. Liga laut geworden,” zitiert Reviersport den DFB-Schiedsrichterboss Knut Kircher. Allerdings ist der Einsatz des Videobeweises natürlich auch ein Kostenfaktor, der bei den ohnehin nicht auf Rosen gebetteten Drittligisten bislang wohl eher für Skepsis gegenüber seiner Einführung sorgte. Die beschriebene abgespeckte Variante sollte deutlich günstiger zu realisieren sein, als der VAR mit seinem bekannten Kölner Keller. Einen interessanten Aspekt zur Einflussnahme der Trainer verrät Kircher auch noch: Bei einem voll ausgestatteten VAR-System erlaube die FIFA gar keine Trainer-Challenge, bei der FVS-Variante aber schon.
Was sagen die Fans?
Und wie beurteilen eigentlich die Fans der Vereine der 3. Liga die Diskussion? Man darf gespannt sein, ob und wie die aktiven Kurven in den nächsten Wochen darauf reagieren. Bislang wird – auch von Anhängern jener Teams, die in den letzten Jahren sowohl der 2. Bundesliga (mit Videobeweis), als auch der 3. Liga (ohne Videobeweis) angehört haben – positiv hervorgehoben, dass es in Deutschlands dritthöchster Profiliga noch möglich sei, die echte Stadionemotion auszuleben, weil man keine Angst haben müsse, dass z.B. ein Tor nach einer Videoübeprüfung wieder kassiert werde. Andererseits häufen sich aktuell die Diskussionen über klare Fehlentscheidungen der Unparteiischen. Der TSV 1860 kann ein Lied davon singen.
Diskussion im Talk
Auch im sechzger.de Talk 242 griff Moderator Jan mit seinen Gästen Peter und zweimal Thomas das Thema auf. Während sich Thomas Spiesl – bei aller Ablehnung des VAR, wie man ihn aus den höheren Ligen kennt – für die Einführung des einfachen Videobeweises stark machte, hielt Peter mit eher ablehnender Haltung dagegen. Genau diese Diskussion dürfte in den kommenden Wochen Fahrt aufnehmen.











So wenig gern man ihn auch hat, aber allein das, was verschiedene Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen in den letzten Jahren mit 60 abgezogen haben, macht einen Videobeweis leider unumgänglich. Fehlentscheidungen sind das eine, das würde einen Videobeweis alleine nicht nicht nötig machen. Aber wenn manche Schiedsrichter derart gehäuft einseitig gegen eine Mannschaft pfeifen, dann hilft es halt nichts, dann muss der Videobeweis wenigstens die offensichtlichsten Fehlentscheidungen korrigieren. Für 60 wäre das gut angelegtes Geld, wenn man davon ausgeht, dass sich ansonsten nichts ändern würde.
Richtig, wahrscheinlich wäre uns so manche krasse Fehlentscheidung mit dem VAR erspart geblieben.