Ein wildes Spiel bekamen die 15.000 Zuschauer am Dienstagabend zwischen dem TSV 1860 München und dem FC Erzgebirge Aue zu sehen. Das lag zum Einen am Nebel und zum anderen an den teilweise arg desorientierten Defensiv-Abteilungen. Die Löwen wirkten im ersten Durchgang defensiv alles andere als sattelfest. So war es wenig verwunderlich, dass die Führung von Maxi Wolfram nur wenige Minuten Bestand hatte. Ex-Löwe Marcel Bär nahm ein Geschenk der Sechzger-Defensive dankend an und traf zum 1:1. Nach dem Seitenwechsel machte Haugen nach einem Geschenk der Gäste per Kopf das 2:1. Es folgte eine knapp 20-minütige Unterbrechung wegen Nebels, letztlich setzten sich die kampfstarken Hausherren etwas glücklich mit 2:1 durch.

Löwen vorne hui – hinten vogelwild

Schon die ersten Minuten gehörten den Gästen aus dem Erzgebirge. Zwei Mal musste Keeper Dähne in den Anfangsminuten sein ganzes Können zeigen, um einen Rückstand zu verhindern. Dann nutzten die Hausherren auf der anderen Seite ihren ersten Torschuss zum 1:0. Volland nahm einen Einwurf von Danhof stark an und zog aus der Drehung ab, Aues Keeper ließ prallen und Wolfram staubte ab zur Löwen-Führung. Doch nur wenig später war es auf der anderen Seite Bär, der nach einem haarsträubenden Patzer der 1860-Defensive zum verdienten Ausgleich traf.

Voet trifft die Latte – Handspiel im Strafraum

Es wurde hektisch und Voet hatte zwei Mal die neuerliche Führung für den TSV 1860 auf dem Fuß. Erst scheiterte er an der Querlatte, wobei wohl Aues Stefaniak beim Abschluss ganz klar mit der Hand am Ball war und das Leder erst so ans Aluminium lenkte. Der Pfiff blieb aber aus – neblig war es da übrigens noch nicht wirklich. Dann fiel Voet die Kugel am langen Pfosten auf den Fuß, doch der Verteidiger war selbst überrascht und schob das Leder am Kasten vorbei.

Aue hat in der ersten Hälfte mehr Chancen

Viel mehr passierte im ersten Durchgang auch nicht mehr, abgesehen von einigen Foulspielen im Mittelfeld und Halbchancen für die Gäste, die in den ersten 45 Minuten einer Führung näher waren, als die defensiv verunsichert wirkenden Sechzger. Einmal musste sich Dähne noch richtig strecken, dann ging es beim Stand von 1:1 in die Kabinen. Das Fehlen des gelb-gesperrten Philipp Maier als ordnende Hand im defensiven Mittelfeld war nicht zu übersehen. Auf dem Feld war die Partie keineswegs hochklassig, aber immerhin umkämpft. Welches Team den Anschluss an die Aufstiegsränge sucht und wer gegen den Abstieg kämpft, war aber über 90 Minuten hinweg keinesfalls zu erkennen.

Aue schenkt Haugen das 2:1

Vogelwild war auch das Führungstor der Löwen direkt nach Wiederbeginn. Nach einer Bogenlampe im Strafraum faustete Aues Keeper den Ball über sich selbst hinweg in den Fünfmeterraum und Haugen konnte ins leere Tor einköpfen. Dann war erst einmal Pause, denn die Nebelschwaden wurden immer dichter. Die Schiedsrichter unterbrachen erst einmal. Ein Feuerwerk der Westkurve machte die Sicht nicht besser und es dauerte etwa 15 Minuten, dann konnte weitergespielt werden. Gespielt wurde dann auch wieder, obwohl die Sicht durchaus ein klein wenig eingeschränkt war, wie das Foto eindrucksvoll zeigt:

Wenig kontrollierter Fußball – viel Kampf

Auch aufgrund der eingeschränkten Sichtverhältnisse wurde in der verbleibenden halben Stunde wenig Fußball gespielt. Sechzig kämpfte, stand defensiv besser und verteidigte die Führung. Etwa 20 Minuten vor Schluss kam dann Steinkötter für den Torschützen Wolfram, der als hängendes Spitze ein ordentliches Spiel machte. Dann kamen auch noch Hobsch und Lippmann für Volland und Rittmüller auf den Rasen. Aue rannte an, Sechzig warf sich in jeden Fall und der Ruhepol in der Löwen-Defensive war ein ums andere Mal der umsichtige Dähne – der auch im Nebel den Durchblick behielt.

Vierter Sieg in Folge für Sechzig

Auf der anderen Seite versäumte es Lippmann völlig frei vor Keeper Männel den Sack zuzumachen und im Gegenzug kam Aue bei einem Alleingang fast zum Ausgleich. Doch Sechzig hatte das Glück des Tüchtigen und der Abschluss landete in den Wolken über der Grünwalder Straße. Niederlechner durfte in den letzten Minuten noch für Haugen mithelfen, die Führung zu behaupten und das glückte am Ende auch – wenn auch mit dem Glück des Tüchtigen, denn in den fünf Minuten Nachspielzeit brannte es mehrmals lichterloh im Löwen-Strafraum. Doch irgendwie brachte man – auch aufgrund der schwachen Abschlüsse von Aue – das 2:1 über die Zeit. 112 Minuten zeigte der Ticker, als Schiedsrichter Bauer endlich abpfiff. Der TSV 1860 siegt gegen Aue etwas glücklich mit 2:1, feiert den vierten Dreier in Folge und fährt am Freitag mit ganz breiter Brust zu Viktoria Köln.

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sechzgerfan

Die Qualität unseres Fußballˋs ist aktuell der größte Krampf und man kann folglich nach jedem spiel ein besuch beim Kardiologen machen. Aber solange es klappt ist es, bis fürs Herz, super, und solange klappt fragt auch keiner. Wir haben die letzten 20 Minuten aber endlich mal den Bus vors Tor geparkt, wie Atletico gegen Barca gestern. Und dazu kommen erschwerende faktoren, z.B. der Matschplatz in Havelsee, die technisch überlegene Mannschaft Hoppenheim 2 und Der Nebel in den letzten 40 Minuten.

Francis Underwood

Heimspiel gegen Aue (17. vor dem Spiel?), wir 3 Spiele am Stück gewonnen, gibt eigentlich wenig, warum jemand groß nervös sein könnte und dann spielen wir, als ob da der Tabellenführer gegen uns, mit 5000 mitgereisten Fans, auf dem Platz steht..
Was wir da zwischen Verteidigung und Mittelfeld fabriziert haben, vor allem in Hz1, war wirklich unterirdisch. Warum haben wir uns da so in die Hosen gemacht?
Volland in diesem Spiel (oder nach 20 Minuten, wenn ich merke dass es nicht läuft) hinter die Spitzen und 2 Stürmer (Steinkötter von Beginn, da Geschwindigkeit). Dieses ideenlose im MF fällt uns bald auf die Füße..

Momentan geben uns die Punkte recht, daher darf man/ich gar nicht groß meckern.. Es wäre nur schade, wenn man sich die gute Serie jetzt kaputt macht.

Ich bleibe dabei, die Mannschaft ist stark und muss im Wesentlichen so zusammenbleiben. Und wie andere auch schon schrieben: Dass wir so von der Bank nachlegen können, ist ein großer Vorteil.
“Manchmal” müssten wir nur mutiger spielen..

Ach ja: Fand es super, dass Dordan gestern durchspielen durfte. Ich fand ihn sehr engagiert. Man sieht ihm sein Talent und Spielverständnis definitiv an. Jetzt muss er sich nur noch an diese höhere Liga gewöhnen.. Bei manchen Situationen war er gedanklich noch etwas “Grün hinter den Ohren..”. Ich fand das einen gelungenen Auftritt.

Linksblau

Bin hin und her gerissen: Mit den Leistungen der letzten Spiele hat man eigentlich nix in der 2.BL verloren.

Anderseits steigst halt nur auf, wenn man auch solche Spiele gewinnst und in zwei Wochen erinnert sich keiner wie man zu den Punkten kam.

SechzgerMichl

Mir bleibt die 3. Liga ein Rätsel. Man kann nur schwer sagen, was es braucht, um erfolgreich zu sein. Der Faktor Zufall, Glück/Pech, Verletzungen, äußere Umstände wie heute Nebel – das alles spielt eine beachtliche Rolle. Wie oft spielen Mannschaften beschissen und gewinnen oder halt umgekehrt. Bei uns ist spielerisch für mich null Entwicklung zu erkennen und das schon seit Jahren, trotzdem haben wir bis dato die beste Punktausbeute aller 3.Liga-Jahre 🤷🏻‍♂️
Als ein großes Plus stellt sich vielleicht mehr und mehr die Breite des Kaders heraus. Wenn du Hobsch, Niederlechner und Co von der Bank bringen kannst, ist das schon was wert, sodass du keinen krassen Leistungsabfall die letzten Spielminuten hast. Außerdem find ich das kämpferische Element etwas ausgeprägter als in den Vorjahren (mit nur ein paar Spielen als Ausnahme natürlich). Und letztlich gibt es keine Übermannschaft in der Liga, alle andern haben ähnliche Probleme wie wir.

Thomas Enn

In der dritten Liga zählen halt diese Dinge wie “einen Lauf haben”, “das Glück erzwingen”, “seine Chancen nutzen” und so weiter… Das gelingt Sechzig im Moment tatsächlich ziemlich gut und es gilt diesen Lauf weiter auszubauen. Nach dazu scheint Haugen aktuell das Maß aller Dinge in der dritten Liga zu sein. Das gilt es jetzt einfach weiter am Laufen zu halten. Dass der Fußball sehr einfach ist, den die da gerade abliefern, muss man halt in Kauf nehmen. Und das Glück war gestern auch auf unserer Seite.

Bin sehr gespannt, wie es weiter geht!

Loewe Nobbi

Seit drei Spielen mit Glück gewonnen, so kann es weiter gehen Richtung Platz 3.

BlauAufmBau

Zur Sicherheit schon mal nach nen Brasilianer Ausschau halten 😉

Claus Melchior

Da ist ein sinnentstellender Rechtschreibfehler in einer der Zwischenüberschriften: Bei “viel Kampf” fehlt eindeutig ein r nach dem K.
Aber die Punkte nehmen wir natürlich.

Niederbayernloewe

Zum zuschauen seit Wochen wirklich ein einziger Graus…die Punkte geben dem Coach aber natürlich Recht.

Mir kommts so vor als wäre jedes Spiel ein Pokalspiel in dem wir irgendwie führen und dann 80 Minuten lang den Ball hinter raus boltzen…

Das kann doch wirklich nicht der Anspruch sein, oder?

Aue hatte in den letzten 20 Minuten ca. 80% Ballbesitz. Ja der Gegner war Aue und nicht der BVB 😅

Auch wenn du so – was ich nicht glaube – mit Dusel aufsteigst, dann wird‘s ein ganz böses Jahr in Liga 2.

Posicelli

Nach so einem Spiel von Aufstieg zu sprechen ist schon fast Comedy.

Niederbayernloewe

Word!

Spartacus1776

Meine Nerven…aber 3 Punkte für Münchens große Liebe…der Rest is scheißegal! #ELIL

_Flin_

I sags ja nur ungern, aber: wennst 20 Minuten erfolglos um den Ausgleich bettelst, und trotzdem gwinnst….

Dann kannst auch aufsteigen.

11 Spiele noch.

blauer_zipfe

In der sekunde des Anpfiffs…stark!

Stefan Kranzberg

Scho, ge?