Richard Hempel ist der Mann an der Pfeife, wenn der TSV 1860 am Sonntag Nachmittag an der Wedau beim MSV Duisburg antritt (16.30 Uhr – im sechzger.de Liveticker). Der 28-jährige kommt aus Großnaundorf im sächsischen Landkreis Bautzen und pfeift seit über drei Jahren auch in der 2. Bundesliga. Sein insgesamt 32. Auftritt als Hauptschiedsrichter in der 3. Liga ist der insgesamt vierte unter Beteiligung des TSV 1860. Wobei einer davon eigentlich nicht so richtig gezählt wird… Aber lest selbst.
Die Strafenstatistik von Hempel in der 3. Liga
139 Gelbe Karten, die Hempel in der Drittklassigkeit bislang gezückt hat, sind ein absolut durchschnittlicher Wert. Seine neun Ampelkarten sind hingegen eine hohe Anzahl. Alle rund vier Partien fliegt bei ihm ein Akteur nach der zweiten präsentierten Gelben Karte vom Feld. Mehr als doppelt so häufig, wie im Ligaschnitt. Glatt Rot hat er dagegen noch nie ziehen müssen – was bei 31 Spielen ziemlich außergewöhnlich ist. Mit insgesamt acht bisher verhängten Elfmetern bewegt sich Hempel im Mittel der 3. Liga.
Zwei seiner Drittligaspiele wurden annuliert
Zwei Drittligaspiele, die der Sachse eigentlich in seiner Vita stehen hat, wurden im Nachhinein annuliert, weshalb die darin gezeigten Karten auch nicht in die oben aufgeführte Gesamtstatistik mit eingehen. Und an einer dieser beiden Partien war auch der TSV 1860 beteiligt? Klingelts? In der Saison 2021/22, seiner ersten in der 3. Liga war Hempel am 16. Februar 2022 beim enttäuschenden 1:2 der Löwen gegen Türkgücü im Olympiastadion dabei. Und wegen des Rückzugs der Türken wurden deren Spiele in jener Saison alle annuliert. Zur Freude der Löwen, die aus den beiden Partien nur einen Punkt geholt hatten. Anders als die anderen Spitzenteams der 3. Liga jener Saison. Allein dadurch blieben die Löwen dann bis zum Ende am Aufstiegsrennen beteiligt.
Begegnungen in Osnabrück und in Halle
Der zweite Berührungspunkt zwischen Schiedsrichter Hempel und unseren Löwen stammt ebenfalls aus dem Jahr 2022. Am 15. Oktober gelang Sechzig an der Bremer Brücke wohl einer der unverdientesten Auswärtssiege der Vereinsgeschichte. Der Schiedsrichter war allerdings nicht dafür verantwortlich, dass die Löwen den fast neunzig Minuten anrennenden VfL Osnabrück mit zwei halben Torchancen mit 2:0 besiegen konnten. In der selben Saison, gut vier Monate später kam es dann zur bislang letzten Begegnung zwischen dem Mann an der Pfeife und Münchens großer Liebe. Das 0:0 in Halle, für das Hempel im kicker mit einer 2,5 bedacht wurde, war gleichzeitig der letzte Einsatz von Interimscoach Günther Gorenzel an der Seitenlinie. Danach übernahm Maurizio Jacobacci den Trainerposten an der Grünwalder Straße. Sowohl in Osnabrück, als auch an der Saale bedachte Hempel übrigens die Löwen mit drei, die Gastgeber hingegen nur mit einer Gelben Karte. Bei seinen 23 Einsätzen als Linienrichter der 3. Liga zwischen 2018 und 2021 kam er übrigens nie in den Genuss, einem Löwenspiel beiwohnen zu dürfen.


Erfahrene Kräfte an der Seitenlinie
Zwei über 30-jährige mit der Erfahrung von zusammen deutlich über 100 Spielen als Hauptschiedsrichter in der Regionalliga Nordost assistieren Hilsberg am Sonntag in der Schau-ins-Land-Reisen-Arena.
Tim Kohnert (35) kommt aus Ballenstedt im Harz und ist seit der vergangenen Saison auch in der 2. Bundesliga als Linienrichter im Einsatz. In der 3. Liga ist er in dieser Rolle bereits in seiner siebten Spielzeit und blickt auf 79 Einsätze zurück. Den Löwen begegnete er dabei auch schon achtmal. Zuletzt bei der 0:3-Niederlage in Dortmund Anfang Dezember 2023.
Sein Kollege auf der gegenüberliegenden Seite des Spielfeldes wird in Duisburg Steven Greif (33) aus Westhausen in Thüringen sein. Er war zwischen Oktober 2020 und Mai 2023 auch als Hauptschiedsrichter in der 3. Liga aktiv und pfiff insgesamt 30 Spiele. Im August 2022 leitete er unter anderem den Heimsieg des TSV 1860 gegen den Halleschen FC (3:1). Schon seit Sommer 2017 – also ein Jahr länger als die Löwen – ist Greif in der 3. Liga als Linienrichter im Einsatz und blickt dabei auf 62 Spiele zurück. Dreimal winkte er bei Spielen von 1860 mit dem Fähnchen. Im April 2019 gegen den KSC (0:2), zwei Wochen später beim 3:2 gegen Fortuna Köln, durch das in der ersten Saison in der 3. Liga der Klassenerhalt fixiert werden konnte. Und schließlich – nach einer längeren Pause – mal wieder zu Beginn dieser Saison: Beim 2:0-Sieg auf dem Aachener Tivoli am 3. Spieltag.
Wiedersehen mit dem Vierten Offiziellen
Wer etwas mehr über den Vierten Offiziellen, der für das anstehende Spitzenspiel zwischen Zebras und Löwen eingeteilt wurde, wissen will, der liest am besten hier nochmal nach. Justin Hasmann (26) aus Neunkirchen war erst beim letzten Auswärtsspiel der Löwen vor zwei Wochen bei der Kölner Viktoria der Hauptschiedsrichter. Den 1:0-Sieg am Höhenberg begleitete Hasmann durchaus souverän, wofür er vom kicker die Note 3,0 erhielt. Gern nehmen wir ein vergleichbares Ergebnis wie aus Köln auch von diesem Auswärtsspiel mit zurück nach München.
Titelbild: Schiedsrichter Richard Hempel und seine Assistenten am 15. Oktober 2022 vor der Partie zwischen Osnabrück und 1860, das die Löwen mit 2:0 gewinnen konnten.











Folgt man Wikipedia, sollte die Kommunikation mit dem Schiedsrichter konstruktiv ablaufen, denn von Beruf ist er:
“Er studierte Soziale Arbeit” (Sozialpädagoge), “zudem ist er ein ausgebildeter Deeskalationstrainer.”
https://www.dnn.de/sport/regional/sozialarbeiter-auf-dem-rasen-richard-hempel-liebt-die-schiedsrichterei-WACVEEMDNJCBVJ3ZB5DCYHMRUU.html