In der Rubrik “Stimmen zum Spiel” geben wir nach den Spielen unserer Löwen verschiedensten Protagonisten eine Stimme und schenken ihnen gemeinsam Gehör. Ob Spieler, Trainer, Funktionäre, Fans, sechzger.de-Redakteure, … Es gibt keine Beschränkung, von wem wir eine Meinung zu den letzten hinter uns liegenden neunzig Löwenminuten einholen und an dieser Stelle veröffentlichen. Nachfolgend geht es um die späte und etwas unglückliche 1:2-Niederlage, die am frühen Sonntag Abend in Duisburg zu beklagen war, nachdem 1860 zuvor eine durchaus engagierte Leistung auf den Rasen gebracht hatte.
Thomas Spiesl (Redakteur sechzger.de):
Das war eines der besten Spiele der Löwen in den letzten Wochen. Leider wurde es nicht belohnt. Mutiger Auftritt aber zwei Mal nicht aufgepasst und Duisburg mit einem unverdienten Heimsieg. Weiterhin alles drin und der Auftritt macht Lust auf die nächsten Wochen.
Schöner Ausflug nach Duisburg, sehr freundlicher Empfang und super Stimmung trotz Arsch-Anstoßzeit.
Markus Kauczinski (nach dem Spiel bei bei MagentaSport):
…dass wir mit der zweiten Halbzeit nicht zufrieden sein können. Wir haben so viele leichte Bälle verloren. Duisburg hat drei, vier harte Zweikämpfe gegen uns gehabt, wo wir die Bälle zu leicht hergeben und dann auch die Tore einfach zu leicht fallen, wo Duisburg einfach gedankenschneller war. Das geht zu leicht. (…) Wir haben (in der ersten Halbzeit, Anm. d. Red.) ein gutes Spiel gemacht, haben auch die Möglichkeiten, einmal durch Sigi. Wir haben auch in der zweiten Halbzeit kein schlechtes Spiel gemacht, fußballerisch. Aber am Ende hast du dann über diesen Fußball zu leicht die Bälle verloren. Hast dann zu viel gespielt, wo man einfacher und schneller nach vorne spielen kann.
Uli (Löwenfan aus Hamburg, der hier regelmäßig zu Wort kommt):
Hat sich der Ausflug gelohnt? Jawoll, hat er. Natürlich habe ich auch in den Haufen mit Pappschachteln voll Currywurstsoße getreten nach dem Duisburger Siegtreffer. Aber nicht aus Frust über die Leistung, sondern weil sie diesmal nicht belohnt wurde. Von Duisburg habe ich anfangs mehr erwartet. Und hinterher? Ja, da kann man sagen, hätte mehr rausspringen dürfen. Stattdessen springt und kullert der Ball zweimal durch unseren Strafraum und geht erst ins Tor, als Dähne platt am Boden liegt. Toll gekämpft, gute Unterhaltung!
In der S-Bahn hörte ich dann folgende Spielanalyse eines Duisburgers: „Scheiße, sind wir gut. Wir sind nicht ‚gut‘. Aber wir sind gut.“ Wie gerne hätte ich diesen Satz heute mit drei Punkten am Ende gesagt. Aber vielleicht, wie ein italienischer Freund und Löwenfan mir schrieb, auf Latein, er ist Professor: Post tenebras lucem spero, sed nondum apparet. Frei übersetzt: Nach der Dunkelheit kommt das Licht – nur bei den Löwen lässt‘s sich noch ein bisschen Zeit.
Dietmar Hirsch (Trainer Duisburg bei MagentaSport):
Ich hab gelitten, weil das Ergebnis natürlich knapp war, logisch. Und sehr emotional. Aber ich bin mächtig stolz auf die Jungs. Also unfassbar heute. (…) Ich bin erstmal stolz, weil wir heute teilweise mit Spielern gespielt haben, die sind ganz jung, die haben selten gespielt. Gegen ne Top-Mannschaft mit dem besten Kader. (…) Man muss verstehen: Kapitän heut nicht dabei, Vizekapitän nicht dabei. Mit Paddy Sussek einer unserer Top-Scorer nicht dabei. Und dann so ne Leistung. Erste Halbzeit fand ich von beiden Mannschaften sehr taktisch geprägt. Man muss sich erstmal trauen, gegen Sechzig – auch wenn’s zu Hause ist – Mann-gegen-Mann zu spielen mit der jungen Truppe. Haben wir gut gemacht. Dann gehen wir in Führung, kriegen den Ausgleich und dann wollen wir das Spiel halt gewinnen. Haben auf Viererkette umgestellt, Tempo gebracht. Und sind dann belohnt worden. Da ziehe ich den Hut vor, wie die Jungs das umgesetzt haben.
Kevin Volland (nach dem Spiel bei MagentaSport):
Ich fand, dass wir in der ersten Halbzeit ein sehr gutes, ein sehr dominantes Spiel gemacht haben. Auch in der zweiten Halbzeit, eigentlich, waren wir heut definitiv nicht die schlechtere Mannschaft. Es fehlt halt am Ende in so Spielen am Detail. Dass wir da einen Fuß davor bekommen, dass wir vielleicht ein, zwei Chancen besser ausspielen, dass wir schärfer auf den Abpraller sind. In so, sag ich mal, Top-Spielen gegen direkten Konkurrenten musst du halt einfach schauen, dass du genau solche Fehler dann nicht machst und dich dann eigentlich belohnst, für so ne Leistung, weil des war heut schon mit unser bestes Spiel normalerweise.
Ralf Koss (MSV-Fan, Fußball-Literat und regelmäßiger Gast im sechzger.de Talk):
Ein Spiel mit einem Siegtor in der 90. Minute wirkt schon mal grundsätzlich immer sehr begeisternd. Wenn dieses Siegtor aber zudem nach zweimaligem, mehr als üblichem Zeitspiel des Gegners geschieht, erhält die Begeisterung zudem noch so was wie moralische Genugtuung. Verdient an der Stelle, wenn man sich so das Unentschieden wahrscheinlich machen möchte. Zumal das völlig unnötig war, weil 1860 ja eigentlich selbst die Chance auf den Sieg noch hatte. Nach dem Ausgleich sah es ja auch so aus, als sei es die Absicht, in Duisburg zu gewinnen. Die erste Halbzeit machte für dieses Vorhaben doch auch zuversichtlich. Spielerisch deutlich ambitionierter als der MSV hatte ich Sorgen vor dem Gegentor. Und der Ausgleich kam zur rechten Zeit, als das Spiel zu kippen drohte, spätestens mit Duisburger Führung. Danke also nach München für euren Anteil am Sieg des Zebras!










