Schon am Donnerstag dieser Woche – weil in Bayern am Karfreitag bekanntlich kein Fußball gespielt wird – treten die Amas des TSV 1860 zu ihrem nächsten Spiel in der Bayernliga Süd an. Nachdem vor knapp zwei Wochen der Tabellenletzte Türkgücü das Team von Alper Kayabunar begrüßte und am vergangenen Freitag der Dritte Deisenhofen an der Grünwalder Straße vorbeischaute, reist die U21 nun wieder zu einem Kellerkind der Liga. Nach Augsburg. Türkspor Augsburg 1972 belegt aktuell den vorletzten Rang, einen direkten Abstiegsplatz, hat selbst nur sechs Punkte mehr, als die türkischen Kollegen aus München auf der Habenseite und derzeit – nach der Niederlage in Geretsried am Samstag – 15 Punkte Rückstand zum rettenden Rang 13, den besagter TuS Geretsried derzeit belegt. Allerdings wären die beiden Relegationsplätze 14 und 15, die derzeit vom Aufsteiger Hauzenberg und – etwas überraschend – vom TSV Kottern belegt werden, für das Team aus der Schwabenmetropole noch erreichbar.
Erinnerung an Fußballfeste am Gründonnerstag
Den Löwenfans im reiferen Alter sind zwei legendäre Spiele des TSV 1860 in Erinnerung, die beide an einem Gründonnerstag stattgefunden haben. Beide auf Giesings Höhen. Im Jahr 1984 wurde in der Bayernliga vor über 30.000 Zuschauern die SpVgg Fürth mit 6:1 abgeschossen. Der zwischenzeitlich bereits elf Punkte betragende Vorsprung der Franken auf die Löwen an der Tabellenspitze schmolz dahin und letztlich wurden die Kleeblättler noch abgefangen und 1860 Bayernligameister. Nicht zuletzt aufgrund dieses triumphalen Gründonnerstagabends. Sieben Jahre später konnte an diesem besonderen Tag im dichten Schneetreiben von Giesing der Verfolger SpVgg Weiden mit 2:0 besiegt werden. Am Ende der Saison stand die Rückkehr in die 2. Bundesliga nach neun Jahren unter Trainer Karsten Wettberg, um den in diesen Tagen die Löwengemeinde trauert. Nachdem die Amas am kommenden Gründdonnerstag auswärts antreten müssen, können sie der Löwenhistorie nur bedingt ein weiteres legendäres Kapital hinzufügen. Aber ein Erfolg darf in Augsburg schon erzielt werden!
Der (tabellarische) Stand der Dinge
Ein aus Löwensicht sehr erfreuliches Wochenende, was den Kampf um den Meistertitel in der Bayernliga Süd anbelangt, liegt hinter uns. Am Freitag Abend konnte das Team von Alper Kaybunar den Dritten FC Deisenhofen in extrem souveräner Manier mit 5:0 nach Hause schicken. Tags darauf patzte dann Verfolger Landsberg im Heimspiel gegen den Vierten Kirchanschöring und ließ zwei Punkte liegen. Moralisch steht aus Sicht der Lechstädter aus dieser Partie aber wohl eher ein gewonnener Punkt in der Bilanz. Schon zur Pause und dann sogar noch bis zur 80. Minute lag man bereits mit zwei Toren im Hintertreffen. Zwei späte Treffer sorgten für das Remis. Für die Junglöwen besteht nun in zwei Partien (in Augsburg und gegen Erlbach) die Chance, den Vorsprung auf Landsberg vielleicht sogar noch ein wenig zu vergößern. Am Wochenende 11./12. April ist 1860 dann spielfrei und für rund dreieinhalb Wochen wird der Verfolger TSVL ein Spiel mehr absolviert haben, ehe die Amas mit dem Nachholspiel in Gundelfingen (Dienstag, 5.5.) nach ausgetragenen Partien wieder gleichziehen. Der Traum vom Aufstieg in die Regionalliga lebt – sofern halt auch die Profis noch ihren notwendigen Teil dazu beitragen.
Bilanz gegen Türkspor Augsburg
Türkspor Augsburg ist – wie der letzte Gegner der Amas aus Deisenhofen – seit 2020 ein Kontrahent in der Bayernliga Süd und die Bilanz in den bisherigen elf Duellen weist fünf Siege, drei Remis und drei Niederlagen für 1860 aus. Mit einem Sieg am Donnerstag Abend würde sich die Bilanz für die Auswärtsspiele jener der Heimspiele (3-2-1) angleichen. Das Hinspiel in der laufenden Saison wurde Mitte September durch Treffer von Raphael Wach, Xaver Kiefersauer und Noah Klose souverän mit 3:1 gewonnen. Im Interview mit sechzger.de nach der Partie zeigte sich Alper Kayabunar sehr zufrieden mit der Leistung seines Teams, verneinte aber die Frage unseres Redakteurs, ob die kleinen Löwen womöglich zu groß für die Bayernliga Süd sein könnten.
Saisonverlauf der Gastgeber
Die sechste Saison für Türkspor Augsburg in der Bayernliga Süd ist die wahrscheinlich schwierigste bislang. Zwar sicherte man sich auch 2023 und 2024 erst in der Relegation den Klassenverbleib, aber der Verlauf der aktuellen Saison ist geradezu beängstigend. Auf vier Niederlagen, bei denen erst im vierten Spiel der erste eigene Treffer gelang, folgten zwei Unentschieden (eins davon aber immerhin beim Spitzenteam in Landsberg) und schließlich erst im siebten Spiel der erste Sieg. Nach einem weiteren Erfolg gegen Ismaning dann die nächste Horror-Serie: Sechs Niederlagen und ein Unentschieden aus den folgenden sieben Partien. Am 1. November gelang im Kellerduell gegen Türkgücü nochmal ein Sieg. Seither wartet man seit acht Runden auf den nächsten Dreier. Eines der beiden Unentschieden aus dieser neuen Negativserie gelang übrigens wieder gegen den TSV Landsberg. Der aktuelle Tabellenzweite scheint den Augsburgern zu liegen.











Ich war glaublich noch bei einem weiteren wichtigen Spiel an einem Gründonnerstag im Sechzger dabei, nämlich 1994 dem 2-0 gg Saarbrücken. Jedenfalls ein gutes Omen.