Ein Spiel für schwache Nerven war das am Samstag mal wieder nicht, oder? Nach starkem Beginn verfielen die Löwen erneut in alte Muster und ließen spielerisch einmal mehr viel Luft nach oben. So waren es letztlich drei Faktoren, die den Auswärtssieg in Regensburg sicherstellten: Dähne, Haugen und Oberpfälzer Verrenkungen!

Eine Ode an den Kampf

Mir geht es nun auch gar nicht darum, den Sieg im Halbfinale des Toto Pokals schlecht zu reden, denn wie wir alle wissen, ist Fußball ein Ergebnissport und das Resultat gibt Markus Kauczinski und den Löwen recht. Und ganz ehrlich: Für mich persönlich sind solche dreckigen Siege – besonders auswärts – die schönsten, zumal man in der Liga im Jahnstadion ja unter die Räder gekommen war.

Dazu kommt noch, dass Sechzig am Samstag genau das gezeigt hat, was viele Fans ja immer fordern: vollen Einsatz! Da muss nicht jeder Pass ankommen, da darf man auch mal Fehler machen, solange die Mannschaft kämpft und sich den Allerwertesten aufreißt. Sinnbildlich dafür stand am Wochenende Philipp Maier, der gleich zweimal mit einer Platzwunde am Kopf am Spielfeldrand behandelt werden musste und trotz Turban (natürlich weiß und blau gehalten) keinem Zweikampf aus dem Weg ging und keinen Kopfball scheute.

Dähne, Haugen & Oberpfälzer Verrenkungen

Und dennoch: Kampfgeist alleine hätte nicht gereicht, wenn nicht Thomas Dähne im Löwentor einmal mehr einen Sahnetag erwischt hätte und wenn nicht Sigurd Haugen eine der wenigen Möglichkeiten eiskalt genutzt hätte. Ja, Sechzig ist in der Offensive sehr oft viel zu einfach auszurechnen und doch reicht die individuelle Klasse des Norwegers häufig, um dennoch den Unterschied auszumachen.

Dass dieses eine Tor am Ende genug war, um ins Finale des Toto Pokals einzuziehen, lag aber auch daran, dass der Jahn vor dem Tor geradezu sensationell harmlos auftrat. Ein Sigurd Haugen im Trikot der Regensburger und ein erneutes Debakel der Löwen wäre möglich gewesen. So aber waren reihenweise “Verrenkungen” der Oberpfälzer zu bewundern, wie sie im sechzger.de Liveticker tituliert wurden. Aus Löwensicht war es eine helle Freude, wie der Jahn selbst beste Einschussgelegenheiten kläglich vergab und den eigenen Anhang zur Verzweiflung brachte.

Der Titel für weitere Argumente?

Sechzig hingegen machte aus relativ wenig erstaunlich viel, hatte sogar noch Pech bei einem Lattenschuss von Danhof und zog am Ende ins Pokalfinale ein. Oder wie man bei uns zu sagen pflegt: “Hergspuit hammas!”

Nein, ernsthaft: Schön anzusehen war es über weite Strecken nicht, aber der TSV 1860 hat nun die Möglichkeit, einen Titel zu gewinnen und sich für den DFB Pokal zu qualifizieren. Das klingt nicht nur gut, sondern bietet auch die Chance, einen mittleren sechsstelligen Betrag zu verdienen. Vielleicht sind das dann durchaus auch Argumente, damit Haugen, Dähne & Co. in der kommenden Saison weiterhin den Löwen auf der Brust tragen…


Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und sind die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.

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Jan Walla

Mit ein bissl Abstand war das eigentlich ein cooler Pokalfight und vor allem war dieser Sieg immens wichtig. Da ist es dann noch einmal wurschtiger, wie das Ergebnis zustandegekommen ist.

Super waren auch die Nachwuchscapos im Gästeblock und wie gut die Löwenfans sich bei den angestimmten Gesängen beteiligt haben. Sehr ordentlich ohne aktive Fanszene und vor allem Trommel!

Ein weiterer Aspekt: Samuel Althaus hat sich nach seiner Einwechslung für mehr empfohlen, das war sehr stark!

Magic

Dies sollten auch Argumente sein, unsere Löwen in Würzburg voll zu unterstützen. Wahrscheinlich geht es dort um den Einzug in den DFB-Pokal, an Platz 4 oder besser glaub ich nicht mehr (wirklich) …oder?