Ein innerbayerischer Ausflug steht an, nachdem die Löwen auf die Siegerstraße zurückgekehrt sind. Entsprechend viele Schlachtenbummler werden sich heute auf den Weg machen, um die Sechzger nach Mainfranken zu begleiten. Wer 2018 nicht dabei war muss den Ground unbedingt mitnehmen, da man nächste Saison extra ohne weiß-blauer Beteiligung in den Norden des Freistaats fahren müsste. Es geht in die Kugellagerstadt zu den Schnüdeln, offiziell also zum 1. Fussball-Club Schweinfurt 1905, Verein für Leibesübungen e.V. !
Aktuelles – die Ausgangssituation
Schweinfurt ist schon abgestiegen und mit 20 Punkten stockletzter der dritten Liga. Mit fünf Siegen hat man zusammen mit Aue die wenigsten Dreier der Liga geholt und steht insgesamt bei 5-5-25. Sowohl Offensive als auch Defensive sind die schwächsten der Liga, was zu einem Torverhältnis von 33:79 geführt hat. Ähnlich viele Gegentreffer musste nur Havelse hinnehmen, die aber zwanzig Buden mehr gemacht haben.
Für ihre Verhältnisse sind die 05er aber gut drauf und haben zuletzt – unter anderem gegen Hansa Rostock – dreimal unentschieden gespielt. Davor setzte es erwartete Niederlagen gegen Osnabrück und Essen. Die Löwen sollten aber etwas gewarnt sein, denn zuhause ist Schweinfurt deutlich stärker als in der Fremde und hat dreimal so viele Punkte geholt. Alles in allem befinden sich die Schnüdel also auf Abschiedstour und wollen sich mit positivem Leistungen aus der dritten Liga verabschieden. Sportlich-tabellarisch geht es aber für beide Teams um nichts mehr.
Wintertransfers
Hochkarätig nachlegen konnte man in Franken im Winter nicht, es wurden einige Leihdeals und Wechsel von Ergänzungsspielern in und aus der Regionalliga durchgeführt. Die einzig größere Sache auf Spielerseite war der Abgang von Topstürmer (4 Tore) Jakob Tranziska (24) an die Pohang Steelers. Aktuell läuft er also im südkoreanischen Oberhaus auf.
Größeres Aufsehen erregte der Wechsel auf der Trainerbank. Man entließ Mitte Februar Aufstiegstrainer Victor Kleinhenz (34) und präsentierte umgehend mit Jermaine Jones (44) einen prominenten Nachfolger, der aber als Trainer noch ein ziemlich unbeschriebenes Blatt ist. Warum dieser Wechsel erfolgte war insgesamt wenig nachvollziehbar. Nun verlässt der Ex-Profi den Verein zum Saisonende aber schon wieder und wird in der kommenden Spielzeit von Jan Gernlein (33) ersetzt. Der zukünftige Übungsleiter kommt von Eintracht Bamberg und war bereits Anfang der 2020er Trainer in Schweinfurt.
Das Stadion
Der FCS trägt seine Heimspiele in der Riedel Bau Arena im Sachs-Stadion aus. Auf ihrer Website heißt es zu dem Oldschool-Stadion:
“Das Sachs-Stadion in Schweinfurt wurde im Jahre 1936 als Willy-Sachs-Stadion seiner Bestimmung übergeben. Es war nach dem Stifter benannt, dem Industriellen Willy Sachs, dem damaligen Eigentümer der Fa. Fichtel & Sachs, und dient vorrangig dem 1. FC Schweinfurt 1905. Im Jahr 2021 wurde es auf Basis der veröffentlichten Informationen zum Leben und Wirken von Willy Sachs in der Zeit des Nationalsozialismus durch einen Stadtratsbeschluss in Sachs-Stadion umbenannt.
Der neue Name verweist nicht nur auf die Firma und die Stadtgeschichte, er ist auch ein Dank an tausende Arbeiter und Angestellte von Sachs, die die Entwicklung des Unternehmens und damit auch der Stadt erst ermöglichten. Am Stadion wird zudem eine Tafel mit Erklärungen zur Biografie von Willy Sachs, dem 1896 geborenen Sohn von Ernst Sachs, angebracht.
Das Stadion wurde am 23. Juli 1936 unter großer Beteiligung nationalsozialistischer Propaganda und der Anwesenheit von exponierten Nationalsozialisten wie Himmler und Göring eingeweiht. Es handelt sich um ein Fußballstadion mit einer Leichtathletikbahn, das mit den hohen Bäumen, welche die Ränge umstehen, eine besonders heimelige Atmosphäre vermittelt. Um die Auflagen für die 2. Bundesliga zu erfüllen, wurde das Stadion im Sommer 2001 umfassend saniert. Die Stufen der Stehränge wurden erneuert und eine Flutlichtanlage wurde installiert. Zudem wurde ein abgetrennter Gästeblock mit separatem Eingang eingerichtet. Die Schweinfurter Industrie stiftete eine LED-Anzeige.
Das Fassungsvermögen des Stadions beträgt zurzeit rund 15.000 Plätze, darunter knapp 900 Sitzplätze auf der überdachten Haupttribüne. Nachdem im September 2014 auf den Stehrängen die für größere Zuschauermassen vorgeschriebenen Wellenbrecher errichtet wurden, kann dieses Fassungsvermögen auch wieder voll ausgenutzt werden. Neben den Sportveranstaltungen dient das Stadion gelegentlich auch musikalischen Großveranstaltungen.”

Die Haupttribüne des Stadions wurde im Bauhausstil vom Architekten des Stuttgarter Hauptbahnhofs Paul Bonatz entworfen. Es ist eine der seltenen Vorkriegsanlagen, in denen bis heute keine größeren baulichen Eingriffe vorgenommen wurden. Neben dem Berliner Olympiastadion ist es die einzige, weiträumige Sportanlage aus den 1930er Jahren, die einschließlich aller Nebengebäude unter Denkmalschutz steht.
Wer noch mehr zur durchaus interessanten Geschichte des Fußballplatzes erfahren will, dem sei der entsprechende Wikipedia Artikel ans Herz gelegt. Hier werden sowohl weiter architektonische Highlights, als auch die vorgenommenen Umbaumaßnahmen in Zuge des Drittligaaufstiegs detailliert beschrieben.
Das Hinspiel
Im Hinspiel gewannen die Löwen etwas glücklich mit 3:1, da der Aufsteiger aus Franken mit zwei Eigentoren kräftig mithalf. Bei Flutlicht war es ein munterer Kick, der noch das Drittliga Debüt von Samuel Althaus und die Einwechslung eines Schweinfurters ohne Nummer und Namen bereit hielt. Der FCS hatte das entsprechende Trikot vergessen.
Der 36. Spieltag im Überblick
| Samstag | 14:00 Uhr | SSV Jahn Regensburg – TSG Hoffenheim 1899 II |
|---|---|---|
| 14:00 Uhr | 1. FC Schweinfurt 05 – TSV 1860 München | |
| 14:00 Uhr | Aachener TSV Alemannia – FC Hansa Rostock | |
| 14:00 Uhr | SC Verl 1924 – TSV Havelse 1912 | |
| 14:00 Uhr | 1. FC Saarbrücken – SV Waldhof Mannheim 07 | |
| 16:30 Uhr | VfB Stuttgart 1893 II – Rot-Weiss Essen | |
| 16:30 Uhr | SSV Ulm 1846 Fußball – FC Viktoria Köln 1904 | |
| Sonntag | 13:30 Uhr | MSV 02 Duisburg – FC Energie Cottbus |
| 16:30 Uhr | SV Wehen 1926 – VfL 1899 Osnabrück |
|
| 19:30 Uhr | FC Ingolstadt 04 – FC Erzgebirge Aue |












