In der gestrigen Ausgabe von Blickpunkt Sport hat sich Thomas Hitzlsperger erstmals detailliert zu den Gerüchten um ein mögliches Engagement beim TSV 1860 München geäußert. Gemeinsam mit Ex-Geschäftsführer Markus Rejek und weiteren Partnern gab es Überlegungen, die Gesellschafteranteile von Hasan Ismaik zu übernehmen. Aktuell seien die Gespräche jedoch ins Stocken geraten.
Thomas Hitzlsperger bestätigt Interesse an 1860 München
Es waren Aussagen, die Löwenfans aufmerksam registriert werden dürften. Zu Gast im BR-Fernsehen bestätigte der ehemalige Nationalspieler und Vorstandsvorsitzende des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger, dass ein Einstieg beim TSV 1860 München für ihn und seine Partner ein konkretes Thema war – und womöglich noch ist.
Faszination „Sechzig“ und die Rolle von Markus Rejek
Hitzlspergers Interesse kommt nicht von ungefähr. Er sei im Umfeld von „lauter Sechzgern“ aufgewachsen und habe das Geschehen rund um den Verein stets verfolgt. Ein entscheidender Auslöser für sein konkretes Engagement sei die BR-Dokumentation Rise & Fall gewesen, die sein Interesse an einer aktiven Rolle im Verein geweckt habe.
Daraus resultierte der Plan, gemeinsam mit Markus Rejek bei 1860 tätig zu werden. Rejek kennt die Löwen bereits aus seiner Zeit als Geschäftsführer bestens – und weiß aus eigener Erfahrung, wie kompliziert sich die Zusammenarbeit mit Hasan Ismaik gestalten kann. Im Kern der Überlegungen stand demnach das ambitionierte Vorhaben, den aktuellen Mitgesellschafter durch eine neue Investorengruppe abzulösen.
Konstruktive Gespräche, aber eine „komplizierte“ Lage
Wie Hitzlsperger betonte, ist das Interesse an diesem Projekt nach wie vor vorhanden, momentan ruhe die Thematik jedoch. Zuvor habe man bereits mit zahlreichen Akteuren innerhalb des e.V. sowie mit den Vertretern von Hasan Ismaik gesprochen. Hitzlsperger betonte ausdrücklich, dass diese Gespräche – unabhängig von der Partei – stets konstruktiv verlaufen seien.
Dennoch bewertet er die aktuelle Situation rund um den Verein als „sehr kompliziert“. Es fehle derzeit an einem Miteinander auf allen Ebenen. Ein weiteres Hindernis für sofortige Fortschritte sei das sportliche Timing: Mit dem Ende der Spielzeit und der Planungsphase für die neue Saison sei aktuell schlichtweg nicht der beste Zeitpunkt, um derart wesentliche und zukunftsweisende Dinge zu verhandeln. Gleichwohl hob Hitzlsperger hervor, dass das Potenzial des Klubs unbestritten sei – ein Umstand, den „alle sehen“ und der dementsprechend viele Interessenten anziehe.
Wink an die Gesellschafter und strategische Medienoffensive
Die Aussagen Hitzlspergers passen nahtlos ins Bild der aktuellen Situation. Dass der Kontakt zur Ismaik-Seite seit längerer Zeit verstummt ist, deckt sich auch mit den Informationen unserer Redaktion. In diesem Kontext lässt sich Hitzlspergers Hinweis, die Lage sei „sehr kompliziert“ und es fehle an einem Miteinander, tiefergehend deuten. Diese Wortwahl darf durchaus als subtiler Wink verstanden werden, dass er die gegenwärtige Konstellation zwischen dem e.V. und Mitgesellschafter Hasan Ismaik als wenig zukunftsträchtig erachtet.
Dass Hitzlsperger und Rejek nun den Weg an die Öffentlichkeit suchen und ihre Pläne derart offen in den Medien kommunizieren, kann zudem als strategisches Mittel eingeordnet werden. Diese kleine Medienoffensive könnte darauf abzielen, öffentlichen Druck auf Hasan Ismaik aufzubauen, um die festgefahrenen oder ruhenden Verhandlungen wieder aufzunehmen. Ob diese Taktik aufgeht und die Ismaik-Seite wieder an den Verhandlungstisch zurückkehrt, werden die nächsten Monate zeigen.











Mancherorts wird mit der Initiative von Hitzlsperger und Rejek bereits vom Wiederaufstieg von 1860 in die Bundesliga geträumt, da ja mit neuen Investoren mehr sportliche und wirtschaftliche Kompetenz die Geschicke bei der TSV KGaA einziehen würden. Vielleicht sollte man sich keinen Illusionen hingeben.
Wer sagt denn, dass Hitzlsberger und Rejekt die zukünftigen (Mit-)Investoren sein werden. Sind sie vielleicht die provisionsbegünstigten Strohmänner, die renditeorientierten Geldgebern den Weg zur Beteiligung an 1860 ebnen sollen und weg sind, wenn die Verträge unterschrieben sind?
Und wo ist der Beweis, dass mit kapitalkräftigen Investoren alles besser wird? Erinnert sei nur an Hertha BSC. Dort hat ein dubioser Investor 300 Mio. € bereit gestellt und dennoch dümpeln die Berliner immer noch in der 2. BL herum.
Oder das Beispiel Hannover 96, Dauergast seit der Saison 2019/20 in der 2. BL trotz scheinbar bester Voraussetzungen als nachhaltiger Bundesligist. Traditionsverein mit mehr als 23.000 Mitgliedern, eigenes WM-Stadion für 49.000 Zuschauer, kapitalkräftige ortsansässige Gesellschafter, große Fanbasis, die das Stadion im Durschnitt mit mehr als 40.000 Zuschauer in der 2. BL füllen. Und dennoch, leichtfertig den Aufstieg in die BL verspielt.
Häufige Trainerwechsel, massive Spielertransfers und unrealistische Erwartungshaltungen garantieren keinen gekauften Aufstieg.
Ähm, gerade was die Thematik “unkontrollierte Gesellschafterstruktur” betrifft, ist jedoch Hannover 96 nicht sehr weit dem uns bekannten, ebenfalls sportlich weitaus unerfolgreichen, Drittligisten sehr ähnlich!
Das fällt mir dazu ein…
Sollte das funktionieren wäre es sicherlich eine sehr wünschenswerte Lösung.
Hitzelsbergers Auftreten ist immer äußerst sympatisch und wirkt durchaus kompetent.
Ein Konsortium mit einem Fachmann wie ihm an der Spitze wäre mit Sicherheit ein Gewinn für die Löwen. (Schlechter kanns ja auch nicht mehr werden) Allein der Glaube fehlt mir, dass das klappt.
Die nächste Frage, ob dieses “Konsortium” im Hintergrund die nötigen Mittel zur Verfügung hat. bleibt ebenso offen.
Welcher “Verkaufspreis” Ismaik vorschwebt – wäre auch interessant zu wissen.
Ob sich diese Investoren auf das übliche “zahlen aber in der Mitbestimmung nicht das letzte Wort haben” einlassen genauso. Es müsste im Vorfeld ein gemeinsamer Weg gefunden werden – e.V. und neue Investoren in eine Richtung denken.
Schon wieder viel zu viel Konjunktiv…