Wer derzeit im Internet nach Löwen-Trikots oder Fanartikeln des TSV 1860 München sucht, stößt schnell auf Angebote, die zumindest auf den ersten Blick verlockend erscheinen. Aktuelle oder vermeintlich aktuelle Fußballtrikots zu Preisen, bei denen man sich zwangsläufig fragt: Wie kann das eigentlich funktionieren?

Ein Beispiel ist der Onlineshop „brilliantkit.shop“. Wer dort bestellen möchte, sollte zumindest sehr genau hinschauen.

Sicherheitsdienste warnen vor brilliantkit.shop

Bei einer Recherche von sechzger.de finden sich praktisch keine belastbaren unabhängigen Erfahrungsberichte zu dem Shop. Dafür gibt es einige Warnsignale.

Der Sicherheitsdienst Gridinsoft stuft brilliantkit.shop derzeit als „Suspicious Shop“ ein und vergibt lediglich einen von 100 möglichen Vertrauenspunkten. Unter anderem werden Warnungen externer Sicherheitsanbieter sowie eine kaum vorhandene unabhängige Reputation genannt. Auch Scamadviser und Bitdefender sollen laut der Auswertung Warnungen für die Domain ausgegeben haben.

Ein weiterer Webshop-Prüfdienst, WebshopChecker, kommt zu einem ähnlich ernüchternden Ergebnis. Dort werden keine unabhängigen Kundenbewertungen und kein bekanntes Gütesiegel gefunden. Zudem seien keine verifizierbaren Kontaktdaten ermittelt worden. Die Seite wird dort aktuell mit 0 von 100 Punkten bewertet und als auf einer Blacklist geführt angegeben.

Vielzahl an Warnsignalen

Das bedeutet ausdrücklich nicht, dass sechzger.de dem Betreiber Betrug unterstellt. Automatisierte Sicherheitsbewertungen können falsch liegen und ersetzen keinen gerichtsfesten Nachweis. Die Vielzahl der Warnsignale sollte für potentielle Käufer allerdings Grund genug sein, zumindest äußerste Vorsicht walten zu lassen.

Und eigentlich gibt es für Löwenfans ohnehin einen viel besseren Grund, sich die Frage zu stellen, wo sie ihre Fanartikel kaufen. Denn ein Trikot ist eben nicht einfach irgendein T-Shirt.

Löwenartikel kauft man bei den Löwen

Wer das Löwenwappen auf der Brust trägt, zeigt damit seine Verbundenheit zum TSV 1860 München. Und gerade in der aktuellen Situation sollte zu dieser Verbundenheit auch gehören, sich zu überlegen, wen man mit seinem Einkauf eigentlich unterstützt.

Jahrelang war genau das bei Sechzig ein wunder Punkt.

Die damalige Fanartikelgesellschaft wurde bereits 2012 aus der KGaA heraus an Hasan Ismaik verkauft und anschließend in TSV 1860 Merchandising GmbH umbenannt. Damit hatte sich Sechzig eine wichtige laufende Einnahmequelle aus der Hand nehmen lassen. Gerade sechzger.de hat diese Konstruktion über Jahre immer wieder kritisch begleitet.

Die Situation hat sich inzwischen grundlegend verändert.

Nach der Insolvenz der bisherigen KGaA und der Anfang September erzielten Einigung befinden sich die vom TSV München von 1860 e.V. beziehungsweise seiner hundertprozentigen Tochter, der TSV München von 1860 Spielbetriebs-GmbH, übernommenen Vermögensgegenstände wieder unter dem Dach des Vereins. Dazu gehören insbesondere auch die Markenrechte. Der Verein selbst brachte die Bedeutung dieser Entwicklung mit einem Satz auf den Punkt:

„Der Löwe ist zurück.“

Ungeklärte Rechtsverhältnisse

Noch sind bei der kommerziellen Nutzung der Marken nicht sämtliche Rechtsverhältnisse abschließend geklärt. Doch die Richtung ist eindeutig: Sechzig hat nach vielen Jahren erstmals wieder die Chance, die eigene Marke selbstbestimmt zu nutzen und daraus Einnahmen für Sechzig zu generieren.

Jeder Euro ist auch eine Entscheidung. Und genau deshalb bekommt der Kauf eines Fanartikels momentan eine zusätzliche Bedeutung.

Natürlich kann ein Trikot aus irgendeinem Onlineshop irgendwo auf der Welt billiger sein. Vielleicht sieht es auf dem Produktfoto sogar täuschend echt aus. Ob es tatsächlich geliefert wird, welche Qualität es besitzt und unter welchen Umständen es produziert wurde, steht auf einem anderen Blatt.

Vor allem aber hilft ein solches Geschäft dem TSV 1860 München nicht.

Unterstützt die Löwen – nicht fragwürdige Händler

Wer dagegen heute bewusst Fanartikel über die vereinseigenen Angebote und die entsprechenden Abteilungen des TSV München von 1860 e.V. kauft, unterstützt damit tatsächlich seinen Verein. Die Fußballabteilung beispielsweise bietet inzwischen regelmäßig eigene Fanartikel an und betreibt einen eigenen Onlineshop.

Das mag bei einem einzelnen Schal oder T-Shirt nach einer Kleinigkeit klingen. Ist es aber nicht.

Sechzig hat in den vergangenen Monaten erlebt, welche Kraft entstehen kann, wenn tausende Löwen gemeinsam handeln. Mitgliedschaften, Spenden, Unterstützung der Abteilungen und der Kauf von Fanartikeln sind am Ende viele kleine Entscheidungen, die zusammen einen erheblichen Unterschied machen.

Lieber ein echtes Löwen-Shirt als drei fragwürdige Schnäppchen

Deshalb unser Rat: Bei brilliantkit.shop sprechen mehrere unabhängige Warnsignale dafür, zumindest äußerst vorsichtig zu sein. Wer dort bestellt, sollte sich vorher sehr genau über Händler, Zahlungsweise, Käuferschutz und Rückgabemöglichkeiten informieren.

Für einen Löwen gibt es aber ohnehin die bessere Alternative.

Vielleicht kostet das Shirt beim Verein ein paar Euro mehr. Vielleicht bekommt man anderswo vermeintlich das größere Schnäppchen.

Aber wenn wir Löwen in den vergangenen Jahren eines gelernt haben sollten, dann doch wohl dieses:

Wer Sechzig draufstehen haben möchte, sollte nach Möglichkeit auch Sechzig unterstützen.

Nach all den Jahren, in denen die Löwen ihre wichtigste Marke nicht selbst in der Hand hatten, ist das heute wichtiger denn je. Das gilt – aber das nur am Rande – auch für den noch immer bestehenden Shop der Merchandising GmbH, in dem Trikots vertrieben werden, in denen keine Mannschaft der Löwen spielt, die einen ehemaligen Sponsor bewerben, und von deren Erlösen nichts dem TSV 1860 zugute kommt.

Der Löwe ist zurück.

Dann darf unser Geld gerne mit zurückkommen.

Titelbild: Societas


Hinweis:

Dieser Artikel wurde bereits Anfang September 2026 erstellt, wurde zunächst jedoch nicht veröffentlicht, um angesprochene Fake-Shops nicht unnötig zu bewerben. Aufgrund der Vielzahl solcher Angebote haben wir uns nun doch für eine Veröffentlichung entschieden, um davor zu warnen.

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Mutloewe

Hab mich mal länger mit einem Freund aus der Fashionbranche unterhalten, der in Hong Kong lebt und sich mit diesem Thema auskennt. Er meinte, Fake-Shops entsorgen häufig z.B.giftige Farbreste „kostengünstig“ im nächsten Fluss. Das Argument „kommt eh alles aus der selben Fabrik, nur die Marge ist kleiner“ ist da wohl zu kurz gesprungen. Wie dem auch sei: Ziel des Trikotkaufes sollte die Unterstützung des Vereins sein. Der Hate-Blogger möchte den Trikotkauf am Verein vorbei wohl am liebsten herbeischreibenn- so mein Eindruck. Trauriger Typ.

Panthera-Leo

Je sensationell billiger, desto vorsichtiger sollte man grundsätzlich sein.

Man sollte darüberhinaus vor jeder Online-Bestellung bei unbekannten Shops vorher das Impressum und die Bonität sowie Bewertungen z.B. bei Verbraucherzentralen oder Trust-Pilot prüfen. Außerdem nur mit Paypal zahlen wegen Käuferschutz. Das erspart viel Ärger und Geld.

Hutti60

Die Verbraucherzentrale kommt auch zu dem Ergebnis, dass die URL brilliantkit.shop Anzeichen für einen Fakeshop aufweist.
Also meiden!

Die Seite nutze ich gerne zur Überprüfung von Shops mit zu guten Angeboten:

https://www.verbraucherzentrale.de/fakeshopfinder

Einfach URL eingeben und schon kommt eine Einschätzung.

Kraiburger

Wobei es ja durchaus “Fälschungsseiten”, mitunter auch für richtig geile Retro-Trikots gibt, dessen Qualitäten sich fast nicht vom Original unterscheiden.

Und da bin ich schon ehrlich: wenn sich eine “Fälschung” qualitativ nicht vom “Original” unterscheidet, dann muss mir der Originalhersteller schon erklären, wie sich die Hundert Euro Preisdifferenz erklären.

Ich rede da jetzt bewusst und ganz klar nicht von Societas und 1860 München zum jetzigen Zeitpunkt, denn da ist mir ganz klar wofür ich das Geld ausgebe.
Sondern beispielsweise von adidas und seinen Nationaltrikots. Wo ich mich schon frage, weshalb ich adidas und dem DFB 120 Euro für ein Trikot nachwerfen soll, wenn chinesische “Fälschungsseiten” das qualitativ selbe Produkt für 20 Euro und weniger anbieten. Und dabei möchte ich DFB und adidas wirklich nicht unterstellen, dass sich deren Preisdifferenz aus Nachhaltigkeit, faire Kinderhände oder glücklichen Polyestertierchen zusammensetzt, das glaube ich denen nämlich nicht!

Und dass ich mir die letzten 1860-Trikots, die ich bei diversen Familienfeiern oder als Reisegeschenke verteilt habe, statt bei Hasan für 80 Euro lieber in Bangkok für 20 Euro hab schneidern lassen, muss ich ja auch nicht als Geheimnis ewig mit mir rum tragen.

Last edited 42 Minuten zuvor by Kraiburger
Stephan Tempel

Stefan, Du bist doch ein schlauer Bub.

Warum sollte man einen Fake-Hersteller dafür belohnen, dass er ein Design / eine Marke klaut und kopiert?

Als Löwe kauft man bei den Löwen. Als Fan der Nationalmannschaft kauft man bei Adidas (oder halt zukünftig bei Nike).

…und wenn man signalisieren möchte “ich kann mir Ralph, Tommy, Louis oder Rolex leisten”, dann muss man eben das Geld fürs Original hinlegen.

Alles andere ist einfach peinlich und unterstützt Diebstahl geistigen Eigentums. Wobei ich da die Motivation, dem – zum Glück ehemaligen – Kreditgeber von 1860 kein Geld geben zu wollen, ausdrücklich ausnehme.

Peter vom Deich

Zitat von brilliantkits aus der Beschreibung des neuen 1860 Heimtrikots: 
Beschreibung:

-Materialzusammensetzung: 100 % Polyester 
-Stil: Herren 
-Herkunft: Thailand 
-Wappen: Stickerei 
-Verein: Bayern München 
-Ärmel: Kurzarm 
-Kragen: Rundhalsausschnitt