Unglücklich und durchaus unverdient unterlag die U21 des TSV 1860 am Samstag Nachmittag in der Bayernliga Süd beim TuS Geretsried. Ein fragwürdiger Elfmeter in der sechsten und letzten Minute der Nachspielzeit besiegelte den 2:1-Sieg des Aufsteigers im vorletzten Auswärtsspiel des Jahres für das Team von Alper Kayabunar. Zuvor hatten die Amas die erste Halbzeit bei spätsommerlichen Außentemperaturen ein wenig verschlafen, sich aber mit dem Ausgleich durch den eingewechselten Noah Klose elf Minuten vor Ende der regulären Spielzeit eigentlich in die Erfolgsspur zurückgeschossen. In der Tabelle bleiben die kleinen Löwen trotz der Niederlage vorerst Spitzenreiter. Verfolger TSV Landsberg konnte durch ein 3:0 bei Schalding-Heining nach Punkten aufschließen, liegt aber aufgrund des direkten Vergleichs gegen 1860 auf Platz zwei.

Profikader-Junglöwen in Geretsried für die Amas am Ball
Über 500 Besucher*innen waren ins Isaraustadion gekommen und rechneten wohl mehrheitlich mit einem erneut klaren Erfolg für die Gäste aus München. Erst vor 17 Tagen war der TuS Geretsried beim Nachholspiel an der Grünwalder Straße 114 chancenlos gegen die Amas geblieben und mit 0:3 klar unterlegen. Löwendompteur Alper Kayabunar bot aufgrund der Länderspielpause bei den Profis mit Paul Bachmann im Tor und Lasse Faßmann sowie Samuel Althaus diesmal drei Aktuere auf, die zuletzt im Kader von Markus Kauczinski gestanden hatten. Dennoch zeigten sich die Gäste in der Anfangsphase weniger wach und erfolgreich, wie noch vor gut zwei Wochen gegen den selben Gegner. Nach Chancen stand es etwa zwei zu zwei, als der Geretsrieder Srdan Ivkovic in der 25. Minute eine Flanke unbedrängt herunterpflücken und aus acht Metern Torentfernung im Strafraumgetümmel zum 1:0 abschließen konnte. Die Amas mühten sich danach, kamen auch an den Strafraum des Aufsteiger heran, ohne jedoch zu entscheidenen Abschlussmöglichkeiten zu kommen. So ging es mit der knappen Führung für Geretsried in die Pause.
Nach der Pause weitgehend Spiel auf ein Tor
Nach dem Seitenwechsel brachte Kayabunar Noah Klose und sah zunächst fast das 0:2 aus Sicht der Amas, als der Torschütze des ersten Geretsrieder Treffers den Ball – allein vorm Tor – weit über den Kasten von Paul Bachmann donnerte. Danach stellten die Gastgeber ihre Angriffsbemühungen weitgehend ein und überließen den Löwen das Heft des Handelns, welches diese bereitwillig übernahmen und sich zahlreiche Chancen erspielten. Die logische Konsequenz des Sturmlaufs in weiß und blau war in der 78. Minute der hoch verdiente Ausgleich durch den eingewechselten Klose. Auch nach dem Tor drückten die Amas weiter und wollten unbedingt die drei Punkte die Isar flußabwärts mitnehmen. In der sechsten Minute der Nachspielzeit kamen dann die Geretsrieder per Konter noch einmal vor das Löwentor. Schiedsrichter Dominik Faber sah – relativ exklusiv – eine Notbremse von Lasse Faßmann am stark abseitsverdächtig positionierten Geretsrieder Fabian Pech, stellte den Löwen mit Rot vom Platz und entschied auf Elfmeter für die Hausherren, den Robin Renger ein wenig glücklich – Bachmann hatte die Ecke geahnt – zum umjubelten Sieg für den TuS verwandelte. Danach wurde die Partie nicht mehr angepfiffen.


Kaybunar verärgert über Fehlentscheidung
Alper Kaybunar kritisierte die Entscheidungen des Unparteiischen in der finalen Schlussminute – nach dem Studium der Videoaufnahmen – im Interview mit sechzger.de danach sachlich, aber sichtlich enttäuscht über die dritte Auswärtsniederlage für sein Team. Lasse Faßmann muss nun mit einer Sperre rechnen und steht den Profis im nächsten Heimspiel gegen den 1. FC Saarbrücken am kommenden Sonntag nicht zur Verfügung. Für die Amas geht es am Abend zuvor – zu ungewohnter Anpfiffzeit um 18.00 Uhr – am Trainingsgelände an der Grünwalder Straße gegen den SV Heimstetten zum vorletzten Mal um Bayernliga-Punkte im Kalenderjahr 2026.










