Die Freunde des Sechz’ger Stadions e.V. (FdS) haben Münchner Stadtratskandidat:innen zur Zukunft des Stadions an der Grünwalder Straße befragt und die Rückmeldungen veröffentlicht. Aus Löwen-Sicht liest sich das wie ein starkes Signal: In der FdS-Übersicht unterstützen viele der genannten Kandidat:innen die Linie, das Grünwalder Stadion so zu ertüchtigen, dass dort perspektivisch 1. und 2. Bundesliga möglich wird – verbunden mit einer Kapazitätserweiterung auf 25.000 Zuschauer.

In vielen Statements tauchen Erbpacht/Erbbaurecht als Rahmen und die Machbarkeitsstudie als Bezugspunkt für die nächsten Schritte auf. Zur Einordnung: Dass diese Studie bereits läuft, ist längst der gemeinsame Nenner in der Debatte – sechzger.de hatte die Beauftragung der Machbarkeitsstudie Anfang Februar thematisiert.

Grüne: “Heimat in Giesing” – Erbpacht als Chance

Im Grünen-Block ist ein gemeinsames Statement dokumentiert, das den Standortfaktor klar in den Vordergrund stellt: “Uns ist wichtig, dass das Grünwalder Stadion bald ein Tip-Top Stadion wird und die 60er ihre Heimat in Giesing behalten.” Beim Finanzierungsrahmen wird zudem die Erbpacht-Variante als besonders flexibel beschrieben: Sie biete “die größte Flexibilität und Gestaltungsmöglichkeit” – für Verein und Stadt.

SPD: Pro Perspektive – teils mit klaren Bedingungen

Auch aus der SPD gibt es mehrere pro-Ausbau-Rückmeldungen. Nele Metzler spricht von einer “nachhaltigen Modernisierung … mit dem Ziel, langfristig auch höherklassigen Fußball zu ermöglichen”, knüpft das aber an ein tragfähiges Betreiber- und Finanzierungskonzept; zugleich betont sie: “Die Risiken für die Stadt München müssen dabei verbindlich begrenzt bleiben.”

Robert Köster formuliert es noch direkter: “Das Stadion an der Grünwalder Straße muss nicht nur saniert, sondern auch ausgebaut werden!”
Und Andrea Brüwer unterstreicht Identität und Entwicklungsperspektive: “Eine Ertüchtigung … auf 25.000 Plätze ist … der richtige Weg.”

Die Linke: Emotion und konkrete Vorstellungen

Bei der Linken fallen die O-Töne besonders emotional aus. Simone Schirmer, die sich als Nachbarin beschreibt, liefert trotz aller Begleiterscheinungen ein starkes Bekenntnis: “Und trotzdem: Ich finde das Stadion wunderbar. Ich liebe es, wenn der Wind richtig steht und ich die Fans singen höre.” In der Sache positioniert sie sich klar “FÜR den Ausbau … auf 25.000 Zuschauer” (inkl. Überdachung/geschlossene Ecken).

Tino Krense fordert nach “vielen Jahren des Geredes” eine tragfähige Lösung und hält eine Umsetzung “gerne auch in Erbpacht” für möglich.

Gegenposition: 15.000, kein Ausbau

Als Kontrast führt die FdS-Seite auch eine Position auf, die ausdrücklich nicht der eigenen Zielrichtung entspricht: kein Ausbau, 15.000 Plätze und damit Spielbetrieb “nur bis zur 3. Liga”; Sanierungen durch die Stadt (inkl. Verweis auf eine Sitzungsvorlage und rund 40 Mio. Euro). Diese Haltung wird Georgina-Elisabeth Wismeyer (SPD) zugeordnet.

Hinweis der FdS: Von mehreren Parteien kam bisher keine Antwort

Die FdS vermerken außerdem, dass von CSU, ÖDP, Die PARTEI, Bayernpartei und Bündnis Kultur bislang keine Rückmeldung eingegangen sei. Der OB-Kandidat der CSU, Clemens Baumgärtner, hat sich aber erst kürzlich auf Instagram wie folgt geäußert: “Starkes Signal für Sechzig. Gutes Gespräch mit dem Präsidenten Gernot Mang von TSV 1860 München. Für mich ist klar: Das Grünwalder Stadion gehört zu München und zu Sechzig. Deshalb begrüße ich es ausdrücklich, dass ein Ausbau auf mindestens 25.000 Plätze geprüft wird. Wir brauchen in der Stadionfrage keine Schlagzeilen, sondern Lösungen.”

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Esperanza

Schön, dass offenbar so viel Zustimmung herrscht in der Lokalpolitik, aber ich verstehe die Umfrage nicht richtig. Was wurde denn genau gefragt und an wen gingen diese Fragen? An Parteien? An die Fraktionen im Stadtrat? An alle Kandidierenden für den Stadtrat? An Ortsverbände? An ausgewählte Kandidierende? Wie wurden die Empfänger/innen adressiert?

Last edited 23 Stunden zuvor by Esperanza
Esperanza

Ergänzend: Waren die Antwortmöglichkeiten vorformuliert? Gab es auch andere Antwortmöglichkeiten? Wie lauteten diese?

Esperanza

Vielen Dank für den Link! Nur wird das dort genauso wenig beantwortet.

MalikShabazz

“Wie schon vor den letzten Kommunalwahlen in Bayern haben wir vor Beginn der Briefwahl alle demokratischen Parteien, die zur Wahl des Münchner Stadtrats zugelassen sind, zu Ihrer Meinung bzgl. der Zukunft des Sechzger Stadions befragt.
Die Umfrage ging an die Parteien, die sie dann jeweils an alle Kandidaten und Kandidatinnen weiterleiten sollten.
Zur Auswahl standen drei Antwortmöglichkeiten:
A) Das Stadion soll zusammen mit dem TSV 1860 für den Spielbetrieb in der 1. und 2. BL ertüchtigt werden, z.B. über eine Erbpachtlösung.
B) Das Stadion soll nicht ertüchtig werden und weiterhin der Stadt mit einer max. Kapazität von 15.000 Zuschauern gehören
C) Anderer Standpunkt,
Die meisten Parteien haben uns (Stand 22.2.) geantwortet, die Antworten präsentieren wir Euch nachfolgend.
Wahlempfehlungen zu einzelnen Parteien geben wir Euch selbstverständlich nicht, allerdings verweisen wir auf unserer FDS-Mitglieder, die zur Wahl antreten .Diese sind in den nachfolgenden Bildern gekennzeichnet.” das ist die Erklärung hierzu auf facebook.

Esperanza

Cool, danke! Jetzt wird es schon verständlicher. Warum sie die Infos bei Facebook verstecken, aber auf der eigenen Website nicht erwähnen, verstehe ich nicht.