Nach dem enttäuschenden Unentschieden gegen die unnötigen Fürther geht es nun im zweiten Teil des Sechzger-Frankenderbies gegen den im blauen München weitaus beliebteren Gegner. Aufgrund der freundschaftlichen Beziehungen zwischen den Fans aus der Frankenmetropole und den Löwen freuen sich sowohl Heim- als auch Auswärtsanhänger auf die morgige Partie. Aus Nürnberg werden deshalb auch sehr viel mehr Fans als sonst bei den Amateuren erwartet, wenn unser TSV die Zweitvertretung des 1. Fußball-Club Nürnberg, Verein für Leibesübungen e. V. empfängt!

Aktuelles – Die Ausgangssituation

Der amtierende Meister ist nicht so gut in die Saison gestartet, wie es sich viele erwartet hätten. Auch im traditionell starken Nürnberger Nachwuchs gibt es stärkere und schwächere Jahre. Aktuell steht der FCN II (mitten am Spieltag) mit zehn Punkten und einer Bilanz von 3-1-4 aus acht Partien auf Rang 13. Die Tordifferenz von 17:13 verrät eine starke Offensive bei eher löchriger Hintermannschaft, nur Burghausen und Buchbach haben bisher mehr Tore erzielt.

Aktuell hat man endlich seine Form gefunden, aus den letzten vier Partien holten die Franken neun Punkte. Mit breiter Brust reisen sie nach München, nachdem Schwaben Augsburg unter der Woche mit 5:0 nach Hause geschickt wurde. Davor musste die Mannschaft von Trainer Andreas Wolf sich zwar knapp in Illertissen geschlagen geben, im vorletzten Heimspiel fing sich aber auch Schweinfurt fünf Stück. Gut für die Löwen, dass Nürnberg zu uns kommt. In der Fremde haben die Club-Amateure bisher erst einen Punkt geholt – Rang 17 in der Auswärtstabelle. In der Heimvariante steht man hingegen auf Rang 2.

Kader & Transfers

Im Sommer gab es in Nürnberg für Zweitvertretungen typische, aber eher ruhige Bewegungen im Kader. Zehn Zugänge stehen acht Abgängen gegenüber. Von den Neuverpflichtungen kamen aber sechs Stück aus der eigenen U19. Die anderen Youngster holte man aus dem Nachwuchs von Freiburg, Cottbus und Heidenheim. Nur Farid Maboa Dibamba (19) hat schon echte Herrenerfahrung. Der Innenverteidiger spielte für den Eimsbüttler TV und war als Stammspieler am Aufstieg in die Regionalliga Nord beteiligt.

Der Gesamtkader ist der drittjüngste und – den aufgeblähten Kader der Seitenstraße 1b ausgenommen – wertvollste der Regionalliga Bayern. Führungsspieler sind die Routiniers Fabian Menig (32, IV) und Benedikt Kirsch (30, ZM), wobei unser Coach Alper Kayabunar Letzteren aus seiner Zeit bei Türkgücü München kennt. Toptorschütze ist der Mittelfeldspieler Nizar Üstel (20), der schon vier Treffer erzielt hat.

Vereinsgeschichte

Die zweite Mannschaft des Club hat wie auch anderswo ihre Hauptfunktion, Talente an die erste Mannschaft heranzuführen. Erstmals gelang dem Club-Unterbau 1955 der Aufstieg in die drittklassige Amateurliga Bayern. Nach vier Spielzeiten ging es jedoch zurück in die unteren Klassen. 1965 gelang der Wiederaufstieg in die Bayernliga, in der man als Neuling gleich die Vizemeisterschaft errang. Damit waren die Club-Amateure auch für die Amateurmeisterschaft qualifiziert, scheiterten dort aber in der 1. Runde an der SG Westend Frankfurt.

In der Folge rutschte die Mannschaft von Saison zu Saison immer tiefer in der Tabelle ab. 1973 landete die Zweitvertretung schließlich auf dem 18. Platz und stieg mit 103 Gegentreffern wieder in die Landesliga ab. Erst 1980 kehrte man in die nunmehr zur Amateur-Oberliga reformierte Bayernliga zurück. Im selben Jahr waren die Club-Amateure erstmals in der Hauptrunde des DFB-Pokals vertreten, schieden in der 1. Runde jedoch bei TuS Schloß Neuhaus mit 2:3 n. V. aus. In der Oberliga stürmte der Nachwuchs auf den zweiten Tabellenplatz. Nachdem die besten Spieler in die Bundesligamannschaft abgewandert waren, erfolgte jedoch nach der Saison 1982/83 erneut der Abstieg. In der Folge entwickelten sich die Club-Amateure zu einer Fahrstuhlmannschaft, die abhängig von den Leistungen der Profis und der Nachwuchsarbeit immer zwischen Landes- und Bayernliga pendelte. 

Durch die Einführung der Regionalliga 1994 wurde man sogar in die Fünftklassigkeit herabgestuft. Als der Ersten 1998 der Durchmarsch von der Regionalliga in die Bundesliga gelang, kehrte auch die zweite Mannschaft wieder in die bayerische Amateuroberliga zurück. In der Saison 2007/08 gelang sogar der Aufstieg in die Regionalliga. Damit gehörte die zweite Mannschaft des 1. FC Nürnberg zu den ersten Mannschaften, die in der nach Einführung der 3. Liga nun viertklassigen Regionalliga spielten.  Auch nach der Einführung der Regionalliga Bayern spielt die zweite Mannschaft weiterhin viertklassig. 

Den bislang größten Erfolg erreichten die jungen „Clubberer“ im Frühjahr 2026, als sie erstmals Meister der Regionalliga Bayern wurden. Der 1. FC Nürnberg verzichtete darauf, eine Drittligalizenz zu beantragen, da unter anderem kein geeignetes Stadion zur Verfügung steht. Das Max-Morlock-Stadion dient bereits als Hauptspielstätte für die ersten Herren- und Damenmannschaften.

Verein

Der 1. Fußball-Club Nürnberg, Verein für Leibesübungen e.V. vereint 42.315 Mitglieder in den Vereinsfarben Rot und Weiß, wobei die Spielfarben aber entweder rot-schwarz-rot oder weiß-weiß-weiß sind. Von der Gründung am 04.05.1900 bis ins Jahr 1995 waren alle Sportarten in einem Verein organisiert. Heute ist jede der Sparten in einem eigenen Verein eigenständig tätig und “nur” noch über eine Mitgliedschaft im 1. FCN Dachverein e.V. verbunden. Neben dem Fußball werden noch Boxen, Handball, Roll- und Eissport, Schwimmen, Ski und Tennis in der Glubbfamilie betrieben.

Fanszene

Organisierten Support gibt es bei den Spielen der Amateure normalerweise keinen. Aufgrund langjähriger freundschaftlicher Verbindungen zwischen den aktiven Fanszenen der beiden Vereine und weil der Glubb schon heute in Karlsruhe spielt, werden Teile der Ultrasszene der Franken im Grünwalderstadion anwesend sein. Fix bekannt ist das von den Gruppen Banda di Amici (BDA) und Kaos Bagage Nürnberg (KBN). Die BDA ist seit 2010 eine Abspaltung von Ultras Nürnberg 1994 (UN), die zweite Kraft der Nordkurve Nürnberg und pflegte von Anfang der 2010er Jahre bis zu deren Auflösung eine freundschaftliche Beziehung zu Cosa Nostra 1860, die andere Gruppen der Westkurve bis heute weitertragen. Die KBN gibt es seit 2015, steht neben der BDA im Block 7 des Max-Morlock-Stadions und ist die dritte Kraft in der aktiven Fanszene Nürnbergs. (Mehr eigenständige Ultrasgruppen gibt es aber eigentlich auch nicht.) Hier gibt es seit Jahren eine Freundschaft zu den Blue Blood Fanatics (BBF), die auch auf T-Shirts, Pullovern und Aufklebern nach außen getragen wird.

So sollen morgen also rund 800 Nürnberger als Freunde auf Giesings Höhen begrüßt werden. Einige Fans älteren Semesters mag das vielleicht verwundern. “Ich erinnere mich auch noch daran, dass wir Nürnberg eigentlich gehasst haben – Ende der 90er Jahre noch”, sagte mir ein früherer Allesfahrer. Über Einzelkontakte beim Groundhoppen, Fahrten zur Nationalmannschaft und Reisen in den Westen Wiens (Rund um die Jahrtausendwende pflegten besonders die Blue Vikings enge Kontakte zu Ultras Rapid, die seit 2002 eine offizielle Freundschaft zu Nürnberg (UN) pflegen.) freundeten sich die Fanlager dann sukzessive an. Mit der Feindschaft zum Nachbarn aus der Seitenstraße fand sich auch ein einendes Element. Aus diesen einzelnen Berührungspunkten entstand eine bis heute bestehende Grundsympathie beider Fanlager, wobei besonders Löwenfans gerne immer wieder nach Nürnberg fahren, auch ohne große persönliche Kontakte zu Clubfans.

Trivia – Unnützes Wissen

  • In der Saison 2012/2013 beendete Marek Mintál, der noch einmal für eine Saison nach Nürnberg zurückgekehrt war, seine aktive Karriere als Profi mit einem Ligaspiel gegen die zweite Mannschaft des TSV 1860 München.
  • In den 90er-Jahren wurde der Verein für kurze Zeit durch das Maskottchen Frankie, einen Ritter, unterstützt. Im Herbst 2024 führte man mit dem Nashorn Rhinola wieder ein Maskottchen ein. Wie es dazu kam, lest ihr hier.
  • Die mit Abstand erfolgreichste Schwimmerin des 1. FCN war die Welt- und zweifache Europameisterin Claudia Stich.
  • Die Hymne des FCN “Die Legende lebt” stammt von den gleichen Komponisten wie “Stark wie noch nie”.

Der 10. Spieltag im Überblick

Freitag 18:60 Uhr Buchbach – Schweinfurt
19:00 Uhr Aubstadt – Seitenstraße 1b
Samstag 19:00 Uhr Illertissen – Memmingen
19:00 Uhr Burghausen – Augsburg II
19:00 Uhr Ansbach – Eltersdorf
13:00 Uhr Eichstätt – Fürth II
14:00 Uhr Bayreuth – Unterhaching
14:00 Uhr Schwaben Augsburg – Landsberg
Sonntag 15:00 Uhr TSV 1860 München – Nürnberg II
spielfrei Vilzing

 

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