Unbeeindruckt von den “sportlichen Umständen” treibt der TSV München von 1860 e.V. seine Stadionpläne voran. Das Projekt ist zu groß und auf zu lange Frist ausgelegt, als dass man es vom Tagesgeschäft abhängig machen könnte. Nachdem nun die Machbarkeitsstudie abgeschlossen wurde, gab es nach der Pressemitteilung am frühen Abend auch die erste Veranstaltung auf der Details und Pläne zur Zukunft des Grünwalder Stadions mit der Öffentlichkeit geteilt wurden. Noch vor der Mitgliederversammlung lud man die Anwohner der beiden Giesinger Bezirke zu “Giesing spricht” in die Alm am Trainingsgelände. Rund 250 Menschen folgten der Einladung und konnten sich schon in der Frühphase der Umbauplanungen informieren und einbringen.
Grußworte und einige Eckpunkte zu den Plänen

Dann ging es ans Eingemachte und der Leiter der Stadionkommission, Walter Lechner, übernahm das Mikrofon. Er präsentierte das weitere Vorgehen und zeigte den langfristigen Zeitplan auf:
- Die Machbarkeitsstudie, erstellt von der Powerhouse Company, ist fertig und wird in zwei Wochen freigegeben
- Direkt anschließend erfolgt die Vorstellung vor der Lokalbaukommission
- Der Antrag zum Bauvorbescheid soll dann bis Ende Juli 2026 eingereicht werden
- Währenddessen beginnen die Verhandlungen mit der Stadt München über den Erbpachtvertrag. Die Verhandlungsdauer wird auf gut sechs Monate prognostiziert. Danach geht es an die Ausgestaltung der Finanzierung des Umbaus.
- Baugenehmigung soll Ende 2027 vorliegen
- Baustart Mitte 2028 –> zwei Saisonen im Olympiastadion –> Eröffnung “Sechzger NEU” August 2030
Weitere Details findet ihr auf den folgenden Bildern:
Weiter Phasen der Bürgerbeteiligung – Giesing spricht weiter?
Im Anschluss wurde von Margarete Stadlbauer, ebenfalls Mitglied der Stadionkommission, das weitere Vorgehen in Bezug auf Bürgerbeteiligung und Sozialraumplanung vorgestellt. Aktuell werden die Anwohner*innen in einer so frühen Phase eingebunden, wie es sonst bei fast keinem Projekt der Fall ist. Gesetzlich ist eine solche Beteiligung nämlich erst rund um die Genehmigungsphase vorgeschrieben, einem Zeitpunkt, an dem schon der Großteil des Projekts unverrückbar fixiert sind. Der TSV 1860 und die beratenden Organe wollen in diesem Fall echte Beteiligung und Gestaltungsmöglichkeiten für die Giesinger*innen bieten. So soll das Stadion noch mehr mit dem Viertel verwachsen.
Ein großer Schritt in diesem Vorhaben ist eine umfassende Sozialraumanalyse unter der Leitung von Frau Prof. Dorit Sing von der Katholischen Stiftungshochschule München (KSH). Im kommenden Wintersemester wird diese Analyse von 180 Studierenden der KSH in Giesing durchgeführt und im Anschluss der Öffentlichkeit präsentiert werden. Hier wird u.a auf die Themen Fan-Arbeit, Soziale Einrichtungen, Mobilität eingegangen und z.B. Anwohnerbefragungen durchgeführt. Wenn euch also ab Herbst 2026 Studenten von der Kath. Hochschule in Giesing ansprechen, seid freundlich und nehmt euch die Zeit!
Panel steht Frage und Antwort – Giesing spricht nun wirklich
Im Anschluss konnten die anwesenden Anwohner*innen nun dem Panel zuerst Fragen stellen und dann in einem zweiten Teil eigene Anregungen und Wünsche zum neuen Stadion äußern. Das Panel bestand aus:
- Walter Lechner (Leiter Stadionkommission)
- Peter Schaefer (Vizepräsident TSV 1860 e.V.)
- Tom Bieber (Büro der 3. Bürgermeisterin Verena Dietl)
- Sander Apperlo & Christian Runge (Powerhouse)
- Roman Beer (Stadionkommission)
- Prof. Dorit Sing (Professorin für Soziologie in der Sozialen Arbeit an der KSH)
Alle Inhalte des Frage-und-Antwort-Spiels hier wiederzugeben, würde den Rahmen des Artikels sprengen. Folgende Themen wurden angesprochen:
- Wildbieseln: In der kommenden Saison werden am Spieltag vermehrt mobile Toiletten eingesetzt werden. Außerdem wird es im neuen Stadion mehr Toiletten geben.
- Fanbusse Auswärtsanhänger: Es werden alternative Stellplätze geprüft, am Mangfallplatz könnten Flächen genutzt werden
- Der vielen bekannte “Hohlraum” in der U-Bahn Station Wettersteinplatz ist für Parkplätze eigentlich kein Thema, falls die Stadt sich aber zu einer Nutzung entschließt, wird sich der TSV nicht verschließen
- Zweitnutzung: Potenziell die Munich Ravens, perspektivisch evtl. auch Rugby, Cricket, o.Ä.; “Non-Sport” Nutzung aktuell nur für die Tribünenräumlichkeiten gedacht. Konzerte sind z.B. aktuell nicht vorgesehen.
- Die Wünsche reichten von KiTa über Bandräume bis hin zu öffentlichen Toiletten, aber auch über mögliches Gewerbe wie einen Drogeriemarkt wurde gesprochen. Grundsätzlich ist fast alles vorstellbar.
Was sonst noch aus der Veranstaltung hervorging
Das Erdgeschoss der Tribünenbauten an der Ost- und teilweise auch Südseite soll zum Viertel hin geöffnet werden und Gewerbe bzw. öffentliche Einrichtungen beherbergen. Auch ein Vereinsmuseum soll hier seinen Platz finden. Das Stadion sowie das Verkehrskonzept ist klimaneutral geplant und setzt auf erneuerbare Energien und ÖPNV. In all diesen Belangen ist auch wieder Bürgerbeteiligung gefragt!
Auch die Vertreter des Planungsbüros Powerhouse legten einige ihrer Prioritäten dar. So soll die Form der Westkurve definitiv beibehalten werden, die weiteren Ecken geschlossen und andere prägende Merkmale wie das Relief an der Fassade und die Anzeigetafel beibehalten werden. Die Firma wird selbst keine Bautätigkeiten übernehmen (Bausparte ist aktuell noch nicht in Deutschland tätig), steht aber schon in Kontakt mit möglichen Partnern für eine Umsetzung und wird den Weg weiter intensiv begleiten. Hier wird z.B. schon mit der großen Münchner Bau- und Projektmanagementfirma Drees und Sommer an einer Baukostenprognose gearbeitet.
Wie geht es weiter?
In den nächsten Monaten und Jahren sind weiter Termine zur Bürgerbeteiligung geplant. Außerdem kann man sich unter der eMail stadionumfeld@tsv1860.org mit Anregungen oder Fragen melden. Unter diesem Link kann man außerdem dem an einer schriftlichen Erstbefragung beteiligen, die erste Anhaltspunkte für die große Sozialraumanalyse liefern soll. Teilnehmen dürfen nicht nur Anwohner, am Ende ist aber unbedingt anzugeben, aus welcher Position man sich äußert (Fan, Anwohner, Gewerbetreibende).
























Hab Gestern auf der MV die Entwürfe zum ersten Mal gesehen und bin begeistert. Auch die frühe Einbindung der Bewohner find ich super. Ich fände auch eine Senioren Tagespflege oder ein Inklusives Cafe in Kooperation mit der Lebenshilfe, Pfennigparade oder Andere gut. Auch einen Safe Point für Menschen in Angstsituationen (Abend-, oder Nachts beim Weggehen, ….) oder eine Erste Hilfe Station vom Aicher, etc. wäre ein Benefit für die Nachbarschaft. Ich finde es total spannend, was das wird! Aber jetzt erst mal ohne HI weitermachen und dann einen Schritt nach dem anderen.
Frage zur Erbpacht … da gibt es ja noch einige andere Münchner Mannschaften, die aktuell noch im Giesinger spielen … wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, daß die Stadt München die anderen Vereine zu Gunsten des TSV rauswirft und die Erbpacht vergibt? Da sehe ich große Unwägbarkeiten! Helft mir aus!
Was ich noch einbringen möchte ist das man auch die Anwohner ganz von Anfang an miteinbindet . Und dazu noch Geschäfte im Erdgeschoß hört sich richtig gut an.
Kindergarten oder Änliches wäre eine tolle Idee.
Hauptsache kein Zoo 😉
An Spieltagen gibt es Pendelverkehr Stadion- Hellabrunn
Das macht richtig Hoffnung, geil.
Übrigens: Die Beratungsfirma (vorletzter Absatz, letzte Zeile) heißt Drees&Sommer
Genau das Richtige! Gefällt mir sehr gut und was wichtig ist, Charme und Charakter bleiben. Hoffen wir auf einen positiven Fortgang.
EINE TOLLE STUDIE
UND WIR SEHEN ÜBERALL.
SECHZIG BRAUCHT KEINEN HASAN/HAM
WIR SIND SELBST STARK WIE NOCH NIE
NUR MORDOR HAT DAS NOCH NICHT KAPIERT
Natürlich braucht es keinen Hasan, der nach Erpressung die Löcher stopft, die er selber verursacht. Wenn man frei ist, kann man ganz anders agieren
Genau. Wir haben heldenhaft via 50+1 Marc Nicolai Pfeifer gefeuert und dann mit einem Über Casting Herrn Mueller das Ruder überlassen. Der hat, wie der Begriff Geschäftsführer schon sagt, die Geschäfte geführt. Nach ein paar Monaten musste er wieder (teuer) gehen, aber das interessiert keinen. Alles ohne Hasan.
Ein Hoch auf unsere e.V. Vertreter. Reichlich Profis am Werk.
Er musste gegen, weil Hasan das wollte und im Gegenzug gabs wieder ein Darlehn zur Belohnung.
Das waren Fehlentscheidungen von Robert Reisinger und der ist (zum Glück) Geschichte!
mein erster Eindruck: WOW!!!!
Vielen Dank für den ausführlichen Bericht! Prima auch, dass schon sehr zeitnah die groß angelegte Sozialraumanalyse der KSH startet. Alle Leute mitzunehmen ist der einzige Weg.
Das hört sich alles richtig gut an!
Es hieß doch immer, 1.Liga im GWS würde nicht gehen, weil Flächen für die TV-Übertragung fehlen. Wie hat man denn das Problem jetzt gelöst?
Das würde mich auch interessieren. Vielleicht kommt uns hier ja der technische Fortschritt entgegen 🙂
Das schaut doch schon mal sehr vielversprechend aus 👍
Bin gespannt auf weitere Details…
Ist zwar im Moment nur eine (sehr konkrete) Studie und noch sehr viel zu klären für die Realisierung, aber schon mal ein sehr interessanter Ansatz.
Wäre schön in einem echten Sechzger die Löwen spielen zu sehen 🦁💪
Es ist das erste Mal so scheint mir das dieses Thema mit Hand und Fuß angegangen wird.
Ich bin sicher nicht der einzige Neugierige, ist die Präsentation öffentlich einsehbar? Kann man die runterladen?
Ja, ich wäre da auch sehr, sehr neugierig drauf. Klingt nämlich fast schon zu gut um wahr zu sein.
Die Studie wird in 2 Wochen freigegeben 👍(steht zumindest in der o.g.Zeitschiene) 😉
Es ging nicht um die Machbarkeitsstudie (wobei die natürlich auch sehr interessant wäre) sondern um die Präsentation von gestern