Es war mal wieder angerichtet für ein Drama: Platzverweis, Führung verspielt, der Gegner mit Rückenwind, eine drohende Heimniederlage. Doch dann traf Eric Uhlmann, die Mannschaft erkämpfte sich drei Punkte und es wurde doch noch eine dieser magischen Nächte in Giesing.
Erinnerungen an 2004
Nicht nur einmal dachte ich gestern an den 06.12.2004 und das Heimspiel gegen die SpVgg Greuther Fürth. Damals war es ein Montagabend in der 2. Bundesliga, diesmal ein Dienstag zwei Spielklassen tiefer. Wieder war es kalt und ungemütlich, erneut war das Grünwalder Stadion ausverkauft. Auch damals musste ein Löwe mit Gelb-Rot vom Platz – vor knapp 22 Jahren Rodrigo Costa, diesmal Lance Fiedler – und wieder gelang es dem TSV 1860, eine Niederlage abzuwenden und den Platz am Ende als Sieger zu verlassen.
Ein wichtiger Faktor waren einmal mehr die Zuschauer, die sich gestern zwar zugegebenermaßen einige Auszeiten gönnten, in den letzten zehn Minuten plus Nachspielzeit aber alles nachholten. Ein Mann weniger? Nicht bei Sechzig! Statt in Unterzahl verteidigten die Löwen mit einem elften, zwölften und dreizehnten Akteur den knappen Vorsprung.
Wieder mal eine Führung verspielt
Natürlich war auch gestern nicht alles Gold, was glänzte. Warum es auch diesmal nicht gelang, mit einem 1:0 im Rücken weiterhin druckvoll und überlegen zu agieren, wirft Fragen auf. Es schien fast, als sei mit dem Tor von Michael Eberwein ein unerklärlicher Bruch im Spiel der Löwen geschehen. Plötzlich gelang offensiv nur noch sehr wenig, die Gäste aus Oberfranken hatten von einem Moment auf den anderen Oberwasser.
Noch bei 11 gegen 11 schien der Ausgleich nach dem Seitenwechsel eine Frage der Zeit, nach dem Platzverweis für Lance Fiedler und noch vor der Einwechslung seines Ersatzes Julian Bell war es dann so weit. Ganz ehrlich: Nach dem 1:1 hätte ich das Remis bei 20 verbleibenden Minuten sofort unterschrieben…
Eine dieser magischen Nächte
So aber kam es ganz anders: Aus dem Nichts mutierte Eric Uhlmann zum Tunay Deniz und sorgte vor den Augen des schwer verletzten Spielmachers per Freistoß für den Siegtreffer. Videoaufnahmen, die in den Sozialen Medien kursieren, belegen eindrucksvoll, welche Last von der Mannschaft abgefallen ist. Gänsehaut, Baby!
Und so wurde dieser Dienstagabend in Giesing doch noch zu einer dieser magischen Nächte, wie man sie gefühlt nur im Grünwalder Stadion erleben kann. Zittern, Ekstase, Euphorie, Adrenalin, Schlaflosigkeit.
Die Giesinger Gedanken erscheinen regelmäßig als Kommentar und stellen die persönliche Meinung eines Mitglieds unserer Redaktion oder eines Gastautors dar. Sie spiegeln nicht grundsätzlich die Meinung der gesamten Redaktion wider.











Magisch an diesem Löwenheimspiel fand ich beide Tore und schon auch das Flutlicht-feeling.
Besonders freut mich dieser Heimsieg für unseren Tennis-Kameraden Olaf aus
Nussdorf a. Inn, der nach vielen Jahrzehnten das allererste Mal den Weg ins SECHZGER-Stadion fandund so belohnt wurde.
Wünsche uns allen am Sonntag erneut dieses Spielglück, denn mit dieser teils laschen Spielweise wird es wieder schwer werden.
Im Zweikampfverhalten und in der Passgenauigkeit darf weiter viel trainiert und verbessert werden. Dennis Dressel als Kapitän ist hier auch gefordert!
Ja, an Fürth habe ich gestern Abend auch gedacht.
Damals war ich im Stadion, getern leider nur am TV – aber Spielverlauf, Stimmung und das stark erkämpfte (gute) Ende waren schon vergleichbar. Ich beneide jeden, der dabei war!