Auf der Mitgliederversammlung des TSV München von 1860 e.V. wurden erste Ergebnisse aus der Machbarkeitsstudie zum Um- und Ausbau des Grünwalder Stadions vorgestellt. Dabei kamen auch Mitarbeiter der Powerhouse Company zu Wort und stellten sich den Fragen interessierter Mitglieder. sechzger.de knüpft dort an und hat Sander Apperlo, Partner Architect aus dem Münchner Büro des niederländischen Unternehmens, zum Interview gebeten.
Interview mit der Powerhouse Company
sechzger.de: Ein Stadionumbau am Standort Giesing ist von diversen stadtpolitischen und gesellschaftlichen Interessen geprägt. Wie kam die initiale Zusammenarbeit zustande – sind Sie proaktiv auf den Verein zugegangen, und betrachten Sie das Vorhaben als strategisches Leuchtturmprojekt für Ihr Büro?
Powerhouse Company: Die vereinsinterne Stadionkommission ist Ende 2025 mit der Anfrage auf die Teilnahme an einem Wettbewerbsverfahren für die Erstellung einer Machbarkeitsstudie zur Sanierung und Erweiterung des Grünwalder Stadions auf uns zugegangen.
In dem Verfahren konnten wir uns aufgrund unserer Referenzen, des sehr kompetenten Projektteams mit unseren Partnern und unserem Vorschlag einen holistischen Ansatz zu erarbeiten, der eine Perspektive aufzeigt und über das Konzept einer reinen Machbarkeitsstudie hinausgeht, gegen insgesamt sieben Architekturbüros durchsetzen.
Trotz unseres niederländischen Ursprungs mit Hauptsitz in Rotterdam sind wir bereits seit 2018 mit einem Bürostandort in München beheimatet und haben über die Jahre ein tiefes Verständnis für die Stadt und die Münchener Kulturlandschaft, an welcher der TSV 1860 München einen großen Anteil hat, entwickeln können. Demnach verstehen wir natürlich auch die Strahlkraft eines solchen innerstädtischen Leuchtturmprojekts für den Verein, aber auch für Giesing und die Stadt München.
Wichtige Erfahrungen aus Rotterdam
sechzger.de: Neben der Machbarkeitsstudie für Giesing ist die Powerhouse Company auch am umfassenden Masterplan für das neue Feyenoord-Stadion in Rotterdam beteiligt. Inwiefern lassen sich planerische Erfahrungen aus einem derart groß dimensionierten städtebaulichen Projekt auf die weitaus kleinteiligere, hochverdichtete Bestandstransformation des Sechzgerstadions übertragen? Und wenn wir auf Ihr gesamtes architektonisches Portfolio blicken: Wie viele Stadionprojekte haben Sie als Büro bislang insgesamt realisiert oder in der Planung begleitet?
Powerhouse Company: Die Projekte unterscheiden sich zwar deutlich in ihrer Größe, dennoch lassen sich wichtige Erfahrungen aus Rotterdam auf das Sechzgerstadion übertragen. Bei beiden geht es um die behutsame Weiterentwicklung einer historisch und emotional stark aufgeladenen Spielstätte.
Entscheidend ist dabei weniger die Übertragung konkreter baulicher Lösungen als vielmehr die Methodik: den Bestand und seine Identität genau zu verstehen und daraus eine maßgeschneiderte Weiterentwicklung abzuleiten. Themen wie Besucherströme, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Schallschutz, Nachbarschaft und die Einbindung unterschiedlicher Beteiligter müssen dabei von Anfang an gemeinsam gedacht werden.
Zu unseren öffentlich bekannten Stadionprojekten zählen die Transformation von De Kuip in Rotterdam und die Machbarkeitsstudie für das Sechzgerstadion in München. Darüber hinaus arbeiten wir an weiteren Sportstättenprojekten, zu denen wir derzeit noch keine Angaben machen können.
Emotionale Identifikation als relevanter Faktor
sechzger.de: Die Formensprache Ihres Entwurfs orientiert sich stark an der bestehenden Stehhalle, und auch die markanten Reliefs an der Fassade der Ostkurve sollen erhalten bleiben. Ein zentrales Element der Stadionhistorie ist die Westkurve, einst entworfen von Rudolf Ortner, einem Schüler von Mies van der Rohe. Da diese Kurve aufgrund der aktuellen Bausubstanz nicht erhalten werden kann: Wie integrieren Sie den historischen Geist und die spezifische Architekturgeschichte dieses Bereichs in den anstehenden Neubau der Westkurve?
Powerhouse Company: Wir haben uns im Zuge der Machbarkeitsstudie sehr intensiv mit der Stadionhistorie, der Entwicklung der baulichen Strukturen und der Emotionalen Identifikation mit dem Bauwerk als solches auseinandergesetzt. Unserem Verständnis nach ist vor allem die besondere Formensprache der bestehenden Westkurve mit der oval geschwungenen Anordnung der Stehtribünen, welche zur Mitte hin ansteigen, prägend für das Bauwerk. Die Zuschauer haben somit auch aus jeder Position immer einen guten Blick auf das Stimmungszentrum im Zentrum der Kurve, was die besondere Atmosphäre an diesem Ort ungemein fördert.
Es ist somit nicht nur die Wiege der Fanfolklore, sondern auch das Herz des Stadions. Wir wollen mit unserem Konzeptvorschlag daran anknüpfen und eine Art Reminiszenz an diese Struktur an selber Stelle wieder errichten, welche die ikonische Form und die Atmosphäre durch steilere Ränge und die Wiedererhöhung der historischen Zuschauerkapazität, fortschreiben soll. Wir planen ein Stadion für die Fans. Die Westkurve ist der Mittelpunkt unserer Fans, deswegen haben wir diese von 8.000 auf 13.000 Zuschauer erweitert.
Ziel: Maximale Erhöhung der Zuschauerkapazität
sechzger.de: Ein bauliches Detail in Stadien sind die sogenannten Mundlöcher als direkte Zugänge zu den Rängen. Aus der aktiven Fanszene wird oftmals bemängelt, dass solche Erschließungsportale das geschlossene optische Bild einer Stehplatzkurve zerschneiden und die Durchführung großflächiger Choreografien massiv erschweren. Wie gehen Sie in der Neuplanung der Kurvenbereiche mit diesem Spannungsfeld zwischen architektonischer Erschließung, baurechtlicher Entfluchtung und dem Wunsch nach einer optisch durchgehenden Tribünenstruktur um?
Powerhouse Company: Uns ist auch bewusst, dass die aktuelle Treppenerschließung mit einem umlaufenden Erschließungsgang in der Mitte der Westkurve, ein möglicherweise einheitlicheres Kurvenbild ermöglicht. Jedoch hat es durchaus einen Grund, warum heutzutage kaum mehr eine solche Erschließungsform in den Stadien zu finden ist. Dieser ist in der kapazitären Ineffizienz gegenüber den weitverbreiteten Mundlöchern begründet. So sieht man auch, dass in den Fankurven anderer Stadien, wie z.B. der Südkurve in Dortmund oder Nordkurve auf Schalke, trotz der Anordnung vieler Mundlöcher, durchaus beeindruckende und großflächige Fan-Choreografien möglich sind.
Nachdem eine der Vorgaben der Stadionkommission für die Machbarkeitsstudie die Untersuchung einer maximalen Erhöhung der Zuschauerkapazität ist, haben wir im ersten Konzept nun hier ebenfalls die effizientere Lösung mit der Tribünenerschließung über Mundlöcher vorgeschlagen. Bei der Erhöhung der Zuschauerkapazität waren die Vorgaben für Brandschutz, Entfluchtung und generell die Sicherheit der Zuschauer einzuhalten. Um die Vorgaben für die Baugenehmigung zu erfüllen, müssen leider die Fans ihre Choreografien den Gegebenheiten anpassen.
Kommunikation mit Fans zur Entscheidungsfindung
sechzger.de: Bei konventionellen Großprojekten definiert ein klassischer Bauherr die Vorgaben. Wie bewerten Sie beim Sechzgerstadion die Rolle der Fans im Planungsprozess?
Powerhouse Company: Bei der Entscheidung ob das Grünwalder ausgebaut oder außerhalb der Stadt ein neues Stadion gebaut wird haben Präsidium und Stadionkommission bereits die erste große Entscheidung für die Fans getroffen. Ein solches Projekt ist immer stark durch den Einfluss die vielfältigen Beteiligten (Stakeholder) geprägt. So wie bei der Grundsatzentscheidung spielen die Fans hierbei natürlich auch eine tragende Rolle und wurden frühzeitig in den Planungsprozess mit eingebunden. Hierzu hatten Mitglieder der Stadionkommission bereits in der frühen Projektphase der Machbarkeitsstudie Austausch mit einigen Fangruppen. Auch bei der Zusammenstellung der Stadionkommission wurden die Fans berücksichtigt. Zwei Vertreter der Fangruppen sind Mitglied der Stadionkommission. Die Wünsche der Fans wurden bereits durch die Stadionkommission abgefragt und werden bei der späteren Umsetzung berücksichtigt.
Größte Herausforderung als Chance nutzen
sechzger.de: Wo liegen aus baulicher und planerischer Sicht die größten Hürden bei der Transformation eines Bestandstadions im dicht besiedelten urbanen Raum?
Powerhouse Company: Die größte Herausforderung an diesem Standort ist mit der besonderen innerstädtischen Lage gleichzeitig auch die größte Chance dieses Stadions. Diese enge Beziehung mit dem umliegenden Viertel hat eine lange Tradition und bildet einen prägenden Anker in der Identifikation zwischen den Fans, dem Verein und der Stadt München. Diese Situation ist in Deutschland einmalig und gilt unbedingt zu erhalten. In so einem dichten Geflecht ist es daher sehr wichtig frühzeitig auf die Interessen und Belange aller Beteiligten einzugehen. Der gegenseitigen Rücksichtnahme gegenüber der Nachbarschaft kommt hierbei eine signifikante Rolle zu. So war die oberste Vorgabe in unserer Planung von Anfang an der maximal mögliche Schutz der Anwohner, durch tiefgreifende Schall- und Lichtschutzmaßnahmen und ein klares Zugangs und Sicherheitskonzept.
Stadion als „Viertelkraftwerk“?
sechzger.de: Moderne Infrastrukturprojekte erfordern zwingend schlüssige ökologische Konzepte. Welche übergreifenden baulichen und energetischen Maßnahmen sind in der Planung generell vorgesehen, um eine CO2-neutrale Realisierung sowie einen klimaschonenden Betrieb des Stadions zu gewährleisten? In welchem Umfang wird dabei unter anderem auch mit Elementen wie Fassaden- oder Dachbegrünungen arbeitete?
Powerhouse Company: Aufgrund der umlaufenden Überdachung aller Tribünenbereiche, besteht hier die Möglichkeit Teile zu begrünen oder großflächig PV-Anlagen anzubringen, die sowohl den Stadionbetrieb unterstützen könnten, als auch eine Wiedereinspeisung in das städtische Stromnetz erlauben würden. Auch ein Konzept das Stadion als eine Art „Viertelkraftwerk“ zu nutzen, um Giesing und die umliegende Nachbarschaft mit Solarstrom zu versorgen ist hier durchaus denkbar. Die Umsetzung eines privaten Stromhandels bedarf jedoch ein höheres Investment, Behördengenehmigung und ist eine Herausforderung für den Datenschutz. Einen Netzeinspeisung ist leichter umzusetzen.
Die Rundumbedachung wird für die PV Anlage benötigt. Eine Dachbegrünung ist wartungsintensiv. Die Dachstatik darf nicht überfordert werden (Schneefang). Neben den baulichen Maßnahmen spielt vor allem das Mobilitätskonzept eine tragende Rolle. So entstehen ca. 70% der CO2 Emissionen an einem Spieltag durch die An- und Abreise der Fans. Gemeinsam mit der Stadt München gilt es hierbei nun ein Konzept zu entwickeln, dass eine klimaneutrale An- und Abreise mittels ÖPNV, Fahrrad und E-Mobilität, sowie Car-Sharing und P+R Angeboten ermöglicht. Der besondere innerstädtische Standort bietet hier aufgrund der guten Anbindung an das bestehende Netz der MVG eine Chance für die Entwicklung eines Vorzeigeprojekts für eine funktionierende Verkehrswende.
Craven Cottage als innerstädtische Referenz
sechzger.de: Wenn Sie die Stadionarchitektur der vergangenen zwei Jahrzehnte analysieren: Welche Projekte betrachten Sie im Hinblick auf städtebauliche Integration und bauliche Umsetzung als besonders gelungen?
Powerhouse Company: Die Tendenz in der Stadionarchitektur der letzten Jahrzehnte zeichnet ja leider eher eine Abkehr von den innerstädtischen Stadien auf. Das liegt natürlich an den immer größeren Anforderungen an Gastronomie-, Funktions- und Erschließungsflächen, die im beengten Umfeld der Stadt nur schwer zu realisieren sind. Auch ist trotz dem Bewusstsein für klimagerechtes Bauen nach wie vor das Auto viel zu stark im Fokus und entsprechende Flächen werden hier weiterhin gefordert.
Somit sehen wir, mit Ausnahme des Millerntors in Hamburg, vor allem die innerstädtischen Stadien in England (z.B. die Erweiterung des Riverside Stands im Craven Cottage), als spannende Referenzen an. Hier wurden trotz der beengten Lage ausgewogene Konzepte entwickelt, die neben der immer wichtiger werdenden Gewinnmaximierung, dennoch den ursprünglichen Charakter historischer Spielstätten wahren konnten.
sechzger.de: Zwei Beispiele für sehr außergewöhnliche Stadionarchitektur sind das Stadion in Braga von Eduardo Souto de Moura und der Entwurf von Bernardo Bader in Lustenau. Wie bewerten Sie diese beiden Bauwerke aus Architektensicht? Zieht man aus solch speziellen Ansätzen auch Inspiration für die eigene Arbeit an einer Sportstätte?
Powerhouse Company: Das sind beides Stadien mit sehr klarer, bestechender Formensprache und einem starken Ortsbezug. Daher ist gerade der jeweilige Umgang mit dem umgebenden Kontext wahnsinnig inspirierend. Für uns ist es immer wichtig ein tiefes Verständnis für die lokalen, historischen und kulturellen Einflüsse eines Ortes zu entwickeln und daraus Inspiration für die weitere Architektonische Entwicklung abzuleiten.
Transparente Kommunikation zwischen Stadt und Verein
sechzger.de: Von Seiten der Stadt München und des Vereins wird aktuell wiederholt kommuniziert, die Gesprächsatmosphäre in der Planungsphase sei äußerst konstruktiv und zielführend. Inwiefern können Sie diese Wahrnehmung aus der Perspektive der ausführenden Architekten bestätigen, insbesondere wenn es um die notwendige Kompromissfindung geht?
Powerhouse Company: Mit der guten Zusammenarbeit und der transparenten Kommunikation zwischen Stadt und Verein hat die Stadionkommission in den vergangenen Monaten sehr wichtige Vorarbeit für die Ausarbeitung der Machbarkeitsstudie geleistet. Wir hatten somit die Möglichkeit in dieser frühen Phase alle Beteiligten aus der Stadtverwaltung in den Entwicklungsprozess einzubinden und gemeinsam erste Lösungsansätze innerhalb der bau- und planungsrechtlichen Möglichkeiten auszuarbeiten. Es ist nun wichtig auf dieser Basis aufzubauen und das Projekt konsequent weiterzuentwickeln, um auch am Ende eine Realisierung möglich zu machen.
sechzger.de: Die Machbarkeitsstudie liegt vor, die Einreichung der Bauvoranfrage steht an. Welche konkreten administrativen und planerischen Schritte müssen in den kommenden Monaten erfolgen, damit aus dem aktuellen Entwurf Baurecht und schließlich Realität wird?
Powerhouse Company: Die Einreichung einer Bauvoranfrage stellt einen wichtigen Meilenstein dar, um bereits früh Klarheit zu den bau- und planungsrechtlichen Möglichkeiten an diesem Standort zu erlangen. Darüber hinaus sollte bereits in den kommenden Monaten eine zügige Konkretisierung der Planungsansätze angestrebt werden, um zeitnah fundierte Aussagen zu den Bau- und Planungskosten treffen zu können.
Eine wichtige Voraussetzung ist hierzu natürlich das Zustandekommen des Erbpachtvertrags. Die Eckpunkte liegen hierzu der Stadt bereits vor. Nur dann kann der Verein auch ein umsetzbares Finanzierungskonzept auf die Beine stellen, um somit gegenüber den Fans und der Stadt München ein klares Signal zur Zukunft des Sechzgerstadions zu übermitteln.
sechzger.de: Herzlichen Dank für die ausführlichen Erläuterungen!
Sämtliche Grafiken wurden uns von der Powerhouse Company zur Nutzung zur Verfügung gestellt.
















Stresspusterl bekommen höchstwahrscheinlich Anhänger des Kommerzklubs von da Seitenstrass, spielend am nördlichen Münchner Müllberg. Ganz einfach deshalb, weil Sie NIE regelmäßig derartige Fußballstimmung pur samt Stadtteil-Feeling spüren dürfen wie wir.
Sechzig bleibt kultiger, wahrhaftiger und liebenswerter als jeder andere noch so erfolgreiche ( erkaufte) Unbeliebt-FC im rot-weißen Hässlich-Leiberl !
Dieses Stadionprojekt auf Erbpacht wird kommen…und die Finanzierung dafür wird spannend, aber machbar. Auch weil wir treuesten Fans uns dafür weiter engagieren und ggf. beteiligen ( Genossenschaftsanteile)!
T reue S timmung V ereinsliebe 1 8 6 0
Von jeden Vereinsmitglied 5000€ und schon hättest 150 Mio…….
Denke aber trotzdem wird es ein Traum bleiben.
Und Stimmung könnte man auch in der Arena machen, kostet nur Miete, sollte in Zukunft das Thema über die 3. Liga hinaus gehen.
Arena… Hatten wir doch schon 😞 Dann lieber im alten GW bleiben… Warten wir mal ab, was kommen wird oder nicht. Läuft noch viel Wasser durch die Donau
Der Interviewführer hat gute und fachlich konkrete Fragen gestellt. Sehr schönes Interview. Wer von euch hat denn solche architektonische Vorkenntnisse, wenn ich fragen darf?
vielen Dank, das war ich! Architektur ist eine große Leidenschaft.
So geht Journalismus, entweder man hat das Wissen (danke Bene) oder man informiert sich vorher. Es gibt auch “Journalissssten” die stellen gar keine sachlichen, fachlichen, kritischen Fragen.
Ein schöner Traum dem man 1860 nur so wünschen könnte.
Er wird aber an der Realität scheitern. Die Stadt ist fast pleite, sie kann sich Investitionen nur über Schulden leisten, und ein weiteres Stadion steht da wohl ganz weit unten am Wunschzettel.
1860 wird zu klein sein um das wirklich stemmen zu können, es würde im selben Desaster wie mit der Arena enden. Bei geschätzten 150 Mio. betrüge nur der Schuldendienst um die 9 Mio im Jahr. Zur Erinnerung, man schaffte die Lizenz nicht aus eigener Kraft.
Hinzu kommt das es eine hochmoderne Arena in der Stadt gibt, es ist doch hinaus geworfenes Geld ein zweites Stadion zu bauen, Rivalität hin oder her, insbesondere da der FC in Unterhaching nochmal eine hochmodernes Stadion ausbaut.
Ich weiß da kriegen welche Stresspusteln, aber letztendlich ist das Giesinger auch für den FC Bayern die Wurzeln. Eine komplette Übernahme wird da ohnehin nicht möglich sein, oder halt gemeinsam mit den Bayern für die sind die 150 Mio was aus der Portokasse.
Naja, der FCB besitzt bereits drei Stadien, die AA, den Sportpark in Unterhaching und den Campus, den man problemlos drittligatauglich machen könnte … dies sollte reichen.
Denke auch daß das ganze ein Luftschloss ist und bleiben wird. Beim Bau der AA hatte der Ude schon klipp und klar gesagt, die Stadt unterstützt das Projekt nur wenn definitiv beide Vereine fas Stadion später nutzen, damit diese Stadionthematik endlich aus der Welt geschafft wird.
Und jetzt soll für einen Regionalliga (!) Verein hunderte Millionen für den Umbau investiert werden, obwohl man mit dem Olympiastadion bereits 3 Fußballstadien zur Verfügung hat?
Nur weil der jetzige OB ein Löwenfan ist, wird der das auch nicht alleine durchsetzen können beim Stadtrat und der Bevölkerung.
Wer weiß wieviel Zuschauer wir in 1 bis 2 oder 3 Jahren im Schnitt noch haben und in welcher Liga wir dann spielen.
Die hunderte Millionen 🙈 zahlt doch nicht die Stadt.
und ja leider ist 60 nun grad in der RL, aber es muss das Stadion umgebaut werden um noch mehr damit erwirtschaften zu können. Ist eine Investition in die Zukunft die schon längst gemacht werden hätte müssen.
Das Oly wird aktuell saniert und ist danach maximal drittligatauglich.
Der Lügen-OB Ude wollte schon Mitte der 90er,Anfang 2000 das Grünwalder abreißen und ein Einkaufszentrum oder Wohnungen dort bauen.
Ein Unding war ja bereits als die Ostkurve plattgemacht und verunstaltet wurde
Das Grünwalder Stadion war um 2000 eines der meistbespielten Stadien in Deutschland
Tatsache ist, dass die Weichen für dieses Projekt gestellt wurden, als wir vor nicht allzulanger Zeit an die zweite Liga geklopft haben, und uns die Politik auch deutliche Signale gegeben hat, uns zu unterstützen.
Es wäre grob fahrlässig, diese Signale nun ui ignorieren, weil wir in die vierte Liga geschickt wurden.
Irgendwann (in hoffentlich nicht allzu ferner Zukunft) wird das Thema “profitauglicher Ausbau” unweigerlich wieder auf den Tisch kommen. Und zu diesem Zeitpunkt dann brauchen wir uns nicht vorwerfen lassen, auch im Sommer 2026 nicht ausreichend dafür getan haben.
Vor 3 Monaten hat keiner dran geglaubt, dass wir mal ohne den Investor spielen würden. Wir wissen dass wir träumen dürfen. Aber wir müssen auch für unsere Träume kämpfen. Und deswegen dürfen wir auch beim Stadionausbau nicht locker lassen.
Ja, schon. Aber können wir uns das leisten, jetzt nach den Neuanfang, alles neu Aufgebaut, gerade eine Mannschaft zusammen bekommen…?Und wissen nicht mal, wie diese Saison verlaufen wird? Ich hoffe schon auf Aufstieg… Aber wenn nicht.. Was dann? Ja, hatten 2.Liga Träume… War aber nicht so 😓 Ohne Namen zu nennen H… Hat uns den Weg versaut…. Freilich dran Glauben, aber wird’s so werden? 🤔 Denken wir mal ALLE darüber nach….
Um die Finanzierung ging es bislang noch gar nicht.
Aktuell geht es um die bauliche Machbarkeit.
Dass uns unsere Finanzsituation überholt hat, wissen wir alle selbst. Gleichzeitig ist aber die gmbh solventer und kreditwürdiger, als es die KgaA je hätte sein können. Und auch der Gesamtverein ist ohne Hasan vertrauenswürdiger als mit.
Wir wollen irgendwann alle wieder zweite Liga spielen. Und dass uns dabei das Thema einholen wird, ist uns doch allen klar. Also sollten jetzt die rechtlichen Begebenheiten dazu geklärt werden, zumal es ja positive Signale gibt.
Und ich wiederhole gerne auch nochmal meine Einschätzung, die ich auf der MV geteilt habe: Mit der Gründung einer weiteren Stadiongesellschaft, die auch in Gespräche mit der Stadt zum Thema Erbpacht gehen soll, haben wir auch schon Vorteile, noch bevor wir überhaupt ans Bauen denken. Sei es bei der Vermarktung, sei es bei Umbauten, Vermietung, Catering oder Namensrechten.
Der Zeitplan wurde dank dem Absturz womöglich aus dem Schiene geworfen, aber das Ziel ist ja immer noch das selbe!
Die Stadt würde maximal für ein Drittel aufkommen und das wäre für sie billiger, als die anstehende Renovierung des Grünwalder Stadions. Die Erbpachtlösung ist ein Win-Win für Stadt und Verein. Rot2 wird beim Umbau schätzungsweise nach Haching wechseln und da nach dem Umbau verbleiben. Dafür wird dann bei uns vielleicht Football gespielt.
For The People? 🙂
Frage an die Redaktion: ist bei der Machbarkeitsstudie auch ein Plan a la Manni Schwabl – siehe Artikel im MM vom 20.10.2026 – zur Sprache gekommen? Das heißt: Neu-/Umbau, Vollüberdachung des Stadions, mit Tiefgarage und Hotel usw., Oder ist das bezüglich Verkehr etc. schon jetzt Utopie?
sollte heißen 20.10.2010 !!
Ja!
(M)ein Traum soll endlich wahr werden:
für die nächsten 60 Jahre im dann modernen
SECHZGER STADION in Freiheit für die beste Fußballstimmung pur auf Giesings Höhen!
Bitte Fakten schaffen.
Vielen Dank für dieses Interview. Das Stadionthema beschäftigt uns Löwenfans ja seit eh und je. Es hat mich gefreut und ehrlicherweise auch überrascht, wie detailiert und thematisch der Beitrag in die Tiefe geht.
Es liegt jetzt an der Stadionkomission, am Ball zu bleiben und die nächsten Schritte zügig anzugehen. Weiter so!
Sehr schönes Interview, bitte mehr davon!
Gibt es mittlerweile die gesamte Studie irgendwo online zum Nachlesen?
Danke für das super Interview. Das Konzept wäre ein Traum. Auf geht’s machen und die nächste Crowdfunding Aktion, ich will mir einen Stuhl in meinem Namen sichern 😉
Tolles Interview! Sehr interessant!
Es wäre einfach nur grandios, wenn das alles umgesetzt werden kann.
Kann man die Studie eigentlich irgendwo online einsehen? Ich würde mir das auch gerne mal in Ruhe durchlesen. Momentan finde ich nur die alte mit 18.060 Kapazität.
Danke für dieses sehr konstruktive Interview. Klingt alles wie in einem Märchen, wenn es sich nicht um unseren geliebten TSV handeln würde. Sehe leider, auch wenn es sich so schlüssig anhört, zwei Schwierigkeiten: A) diese zum Teil aufmüpfige Bevölkerung – hier Anwohner, die uns das Leben mit Gerichtsverfahren zur Hölle machen könnten (darf nur an die Donnersberger Brücke erinnern 30er Zone) B) wer zahlts Wenn das alles geklärt ist, freu ich mich natürlich auf das Eröffnungsspiel gg S04? 😉
zu Punkt A) es werden eigentlich deutliche Verbesserungen (Licht/Lärm) gegenüber dem Status Quo geplant.
Des weiteren wurden die Anwohner bereits während der Studie in mehreren Versammlungen mit einbezogen und man muß sich weiter rechtlich absichern.
zu Punkt B) ganz normaler Prozess, der nach der Bauvoranfrage geklärt werden muß (ist doch beschrieben) 😉
Ja, das sehe ich grundsätzlich auch so. Mir ging es nur darum, dass trotz guter Vorbereitung und Einbindung der Anwohner ein gewisses rechtliches Restrisiko bleibt. Ein betroffener Anwohner könnte unter Umständen trotzdem klagen und zumindest für Verzögerungen sorgen. Dass das zum normalen weiteren Genehmigungsprozess gehört, sehe ich genauso 😉
das stadion war definitiv VOR jedem anwohner da, man ist entweder damit aufgewachsen oder hat seine fußballnachbarschaft mit allen auswirkungen beim zuzug in kauf genommen.
Wer zwischen 2005 und 2017 nach Giesing gezogen ist konnte halt davon ausgehen, dass er neben ein Stadion zieht, in dem außer bei den beiden Ama-Derbys nicht so arg viel los ist. Dass Sechzig nochmal mit der ersten Mannschaft nach Giesing zurückkommt war da ja nicht unbedingt absehbar. Und gerade von ca. 2005 bis 2010 war ja sogar ein baldiger Abriss des Stadions wahrscheinlicher als dass es 10 Jahre später wieder alle 2 Wochen ausverkauft ist.
Und davon abgesehen muss ich als langjähriger Anwohner der Wiesn sagen dass alleine die Tatsache, dass etwas vorher schon da war ja auch nicht heißt, dass ich mir alles gefallen lassen muss. Als Anwohner des Oktoberfest darf ich mich durchaus darüber beschweren, wenn mir Besoffene in den Innenhof kotzen oder Wohnmobile selbst Feuerwehrzufahrten zu parken. Und genauso haben meiner Meinung nach Anwohner in Giesing das Recht zu sagen, dass vielleicht die Lautsprecher im Stadion vor dem Spiel zu laut sind oder sie es nicht geil finden wenn Leute vor ihre Haustür pinkeln.
Am Ende würde genau deine Haltung das Risiko einer Klage deutlich erhöhen. Da einfach zu sagen “juckt uns nicht weil das Stadion vor euch da war” wär glaub ich der komplett falsche Ansatz. Am Ende bringt es doch viel mehr wenn man die Anwohner mit ins Boot holt und wo es sinnvoll ist auch auf sie Rücksicht nimmt.
Ich kann’s ehrlich gesagt auch gut verstehen dass Anwohner erstmal nicht alle begeistert sind. Klar wird das Stadion durch die Überdachung und das schließen der Ecken leiser. Aber dafür laufen auch fast doppelt so viele Menschen am Spieltag rum die außerhalb vom Stadion ein Stück weit mehr Lärm und Dreck machen. Da einfach zu sagen “ist nicht unser Problem”wär glaub ich falsch.
„ Wer zwischen 2005 und 2017 nach Giesing gezogen ist konnte halt davon ausgehen, dass er neben ein Stadion zieht, in dem außer bei den beiden Ama-Derbys nicht so arg viel los ist.“ – mag sein, aber bei einer innerstädtischen Mietswohnung in der Nähe von Tram, Mittlerem Ring usw. (wie es die meisten in Giesing sind) ist es schon auch ein wenig konstruiert, das eigene Ruhebedürfnis von ~ 20 ausverkauften Spielen im Jahr mit ggf. 2-3 Stunden „Störung“ abhängig zu machen. Ist in Sachen Lärm und Verschmutzung auch weit harmloser als jedes Volksfest usw… – also klar, Anwohnerinteressen gibt es und deren Ruhe ist relevant. Für den Gesamtblick sollte man aber auch den ökonomisch (Gastro!) und sozialen unglaublich positiven Impact auf‘s Viertel betrachten.