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Hartplatzhelden: Sechzig München als Vorreiter?

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Seit knapp eineinhalb Jahren gibt es den Hartplatzhelden Podcast. Die „Hartplatzhelden“ sind Michael Franke, Vorsitzender der FT Gern und Gerd Thomas, Ehrenvorsitzender des FC Internationale Berlin. In der aktuellen Folge (Nummer 26 vom 26.08.2026) geht es auch um Sechzig, Grund für uns die Folge zu bewerben und kurz zu beleuchten (wir wollen natürlich nicht spoilern).

Hartplatzhelden: Sorgen und Nöte des Amateurfußballs

Selbst beschreiben sich die beiden in ihrem Spotify-Profil wie folgt:

„Wir sind die Stimme des Amateurfußballs. Hier kommen Menschen zu Wort, die sich seit Jahren im Verein engagieren. In Kolumnen oder Podcasts stellen sie Ideen vor, wie der Sportverein der Zukunft aussehen kann, und erklären die Bedeutung des Ehrenamts für die Gesellschaft.”

Weltmeisterkapitän Philipp Lahm, der selbst bei der FT Gern begann, sagt:

„Die Hartplatzhelden diskutieren die Sorgen und Nöte des Amateurfußballs, aber sie entwickeln auch Lösungen. Sie packen an, und das ehrenamtlich – deswegen unterstütze ich sie gerne.”

„Der Breitensport verdient einen höheren Stellenwert in der Politik“

Entsprechend geht es in den Gesprächen in der Länge eines Fußballspiels um Dinge wie „Was sind uns Werte wert?“ (Folge 25), „Mehr Wertschätzung im Ehrenamt“ (Folge 22), „Finanzen im Verein“ (Folge 16), „Rettet die Amateure” (Folge 9) oder „Gewaltprävention und Fairness“ (Folge 8). Thema bzw. Titel der aktuellen Folge 26 ist „Der Breitensport verdient einen höheren Stellenwert in der Politik“. Diskutiert wird dies mit einem sehr prominenten Gast aus der Fußballbranche: („Zettel“-)Ewald Lienen.

Football for the people als Beispiel für „Reclaim the game“?

Der TSV 1860 spielt in dieser Episode quasi dreifach eine Rolle, wenn auch nur eine kurze: Zum einen ist Michael Franke bekennender Löwenfan, zum Zweiten ist Ewald Lienen kein Unbekannter bei Münchens großer Liebe (Trainer vom 13.05.2009 bis 17.06.2010) und drittens ging die „Blutgrätsche der Woche“ an unsere Löwen bzw. Ex-„Kreditgeber“ Hasan Ismaik, der mit seiner „Blutgrätsche“ sein eigenes „Investment“ mal so richtig umgesäbelt hat.

Knapp wird hierfür nochmals der Frühsommer bei unseren Löwen umrissen, um anschließend zu zeigen, wie aus dieser Krise die enorme Energie, wie sie im Löwenkosmos aktuell zu spüren ist, entstand. Für Franke kann Sechzig zu einem Vorreiter werden, wie ein anderer Fußball – nicht nur, aber vor allem frei von Investoren – möglich ist, auch wenn Geld natürlich weiterhin benötigt wird. Exemplarisch wird vor allem auf „Football for the people“ eingegangen, was bei Ewald Lienen offene Türen eintritt. Für ihn liegt die Zukunft in genossenschaftlichen, kooperativen Ansätzen – wie sie er auch zum Beispiel mit der Genossenschaft beim FC St. Pauli mitetabliert hat – da seiner Meinung nach alle aktuellen Probleme – von Exzessen im Fußball bis zur Klimakatastrophe – daraus entstehen, dass einige wenige auf Kosten anderer „verdienen bis der Arzt kommt“, woraus Kollateralschäden entstehen, die dann wieder von der Gesellschaft aufgefangen werden müssen. Dementsprechend findet er es wichtig, generell die „Gesellschaft neu zu denken“ und in diesem Sinne könnte unser Verein eine Vorreiterrolle einnehmen, wie man Fußball wirklich nachhaltig gestalten kann.

Die heilende Wirkung des (Breiten-)Sports und der fehlende Mut der Verbände

Die restliche Folge beschäftigt sich dann, wie der Titel schon verrät, mit Aspekten, in denen der (Breiten-)Sport gesellschaftliche Beiträge leistet, die aber leider von der Politik und der Wirtschaft zu wenig Wertschätzung erfahren. Dabei wird unter anderem auf die Punkte körperliche und psychische Gesundheit, Prävention, Wertevermittlung und gesellschaftlicher Zusammenhalt eingegangen und diskutiert, inwiefern der Breitensport dazu beiträgt und der Frage nachgegangen, warum er dennoch nicht stärker unterstützt wird.

Insgesamt sehr unterhaltsame knapp 90 Minuten, die wichtige gesellschaftliche Fragen aufwerfen und teilweise auch umsetzbare Lösungen präsentieren, für die es allerdings politischen Willen und den Mut, auch einmal etwas zu verändern, braucht – und dieser fehlt leider sowohl in den Verbänden als auch in der Politik viel zu häufig.

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