Hoher Besuch in der BR-Radiosendung Heute im Stadion am vergangenen Samstag. Quasi direkt nach der Rückkehr aus dem Trainingslager in Belek, machte sich Löwentrainer Markus Kauczinski auf den Weg ins Funkhaus des Bayerischen Rundfunks, um Moderatorin Sina Wende Rede und Antwort zu stehen. Parallel zu vier Partien des 16. Spieltags der Bundesliga blickte der Löwendompteur in der Fragerunde durchaus auch über den ganz aktuellen Löwen-Tellerrand hinaus. Wir haben die interessantesten Aussagen von Kauczinski aus Heute im Stadion für Euch hier noch einmal zusammengefasst.

Kauczinski über das Trainingslager in Belek:

Was ich gesehen habe im Trainingslager, hat mir sehr gut gefallen. Eine Mannschaft, die sehr harmonisch war und trotzdem sehr bissig, sehr viel Feuer hatte. Es hat sehr viel Spaß gemacht mit meiner Mannschaft zu trainieren. (…) Gerne auf dem Platz zu stehen und sich zu  bekämpfen und an seine Grenzen zu gehen und sich dann trotzdem zu verstehen und Spaß drumherum zu haben, diese Mischung, die war einfach gut. (…) Wir hatten wunderbare Bedingungen, super Rasen. Konnten unter Top-Bedingungen einfach trainieren und dann hat man noch mal viel mehr Zeit zusammen zu sein. Beim Essen abends. Die Jungs haben Karten gespielt, man konnte ein bisschen quatschen, man hat sich mal anders kennengelernt. Auch wir im Staff… ich bin ja relativ neu, auch wir sind irgendwie enger zusammengerückt, weil man einfach noch mal mehr Gelegenheit hat, zusammen zu sein.

Kauczinski über seine Wünsche für das Jahr 2026:

Ich wünsche mir, dass unsere Fans zufrieden nach Hause gehen nach unseren Spielen, weil das bedeutet, das wir gut gespielt haben. Und wenn sie sehr zufrieden sind, dann haben wir in der Regel auch gewonnen. Ich möchte einfach auch die Leute unterhalten und diese ganze Leidenschaft um’s Stadion rum, die kickt uns und da möchten wir auch gerne was zurückgeben.

Welcher Trainertyp Kauczinski ist:

Ich bin einer, der sich nicht selbst beschreibt, weil das ist Käse! Ich find’ das unheimlich schwer, zu sich selber was zu sagen. Man sieht immer nur so ‘nen kleinen Teil und ich kann mit manchen Dingen was anfangen mit manchen überhaupt nicht. Man wird immer in irgend so ‘ne Schublade gepackt und da ist man dann drin und fest. Ich glaube, dass sich viele Facetten habe und nur ein Teil scheint nach außen und der andere Teil geht nach innen zur Mannschaft und vielleicht ist das auch gut so.

Kauczinski zur Lautstärke seiner Ansprachen in der Kabine:

Es ist unterschiedlich. Mittlerweile habe ich mich im Griff und tu’ wirklich nur Dinge, von denen ich überzeugt bin, dass sie auch irgendeine Wirkung haben. Und im Moment ist es eher ruhig bei uns. Die Mannschaft braucht eher Hilfe, Unterstützung und Ansagen als jetzt irgendwelche Motivationsdinge. Und Dinge richtig zu sagen, bedeutet nicht, dass sie unbedingt laut sein müssen.

Kauczinski zu seinem Fokus auf junge Spieler:

Das ist natürlich immer ein Schwerpunkt. Das ist ein Standbein, was unheimlich wichtig ist. Prinzipiell für mich behandel ich alle gleich. Es wird niemand bevorzugt, auch die Jungen nicht, die müssen es schon können. Aber wenn sie es können, haben sie genauso gute Chancen wie die Alten. Da gibt’s auch keine Erbhöfe und nichts was man so aus der Vergangenheit beanspruchen kann. Und das ist das große Plus, dass es mir eigentlich egal ist, ob jemand jung oder alt ist, sondern dass ich wirklich darauf schau, was kann jemand und was kann er nicht. (…) Ich hab viele, viele (junge Spieler, Anm. d. Red.) begleitet. Ich bin ja jetzt selber kein Profifußballspieler gewesen, sondern ich kam über die Trainerschiene. Hab früh schon Mannschaften trainiert und dann ist das einfach auch so ein Schwerpunkt, den man nie so aus dem Auge verloren hat. Und zu sehen wie sich Menschen entwickeln und wie man weitermachen kann und wie sich auch Dinge verändern, das find ich unheimlich spannend.

Über die Pause zwischen seiner Arbeit in Wiesbaden und dem Antritt bei 1860:

Leerlauf war es jetzt nicht wirklich. Es ist dann schon so: Erstmal braucht man ne Pause, Wiesbaden hab ich zweieinhalb Jahre am Stück fast durchgearbeitet. Man hat dann wenig Zeit zwischendrin, es ist sehr intensiv und dann habe ich wirklich auch die Zeit gebraucht und dann wird einem irgendwann langweilig und dann findet man Inhalte. Natürlich ist Fußball immer mit dabei und man man geht sich Sachen angucken und man geht zu anderen Vereinen. Es ist jetzt nicht so, dass man sich da irgendwo bewirbt. Man wird mehr oder minder gefunden. Aber man muss dann schon für sich schauen, dass man Inhalte findet mit seiner Familie, die einen erfüllen, die einen ausfüllen. Das hab ich aber immer ganz gut geschafft. (…) Mein mein ganzer Lifestyle, Ernährung, Sport, alles alles umgekrempelt, auf den Kopf gestellt, wieder Sport getrieben, Sprachen vertieft… Einfach für sich Möglichkeiten gefunden, Sachen gefunden, einfach auch den den Tag zu gestalten, gemeinsam aber auch mal alleine für sich.

Kauczinski über den Vergleich zwischen 3. Liga und der 1. und 2. Bundesliga:

Das ist ein bisschen wilder, das ist natürlich nicht so fein und technisch nicht so fein, aber mit viel Herz und viel Leidenschaft. Da wird noch ein bisschen anders gekämpft. Dann ohne Videoschiedsrichter, da gibt es noch mal andere Entscheidungen. (…) Es ist (in der zweiten Liga Anm. d. Red.) mehr Qualität. Es ist ein bisschen mehr Struktur drin, die Spieler haben ein bisschen mehr Ordnung. Die Qualität ist dann insgesamt noch mal höher. Und auch in der ersten Liga, je höher man kommt, umso strukturierter ist das ganze Spiel, umso geordneter. In der dritten Liga gibt es immer noch mal mehr Querschläger, da ist das Ganze einfach nochmal anders.

Kauczinski über den Traum vom Aufstieg der Löwen:

Träumen hilft nicht! Ich hab auch nichts dagegen, wenn die Fans träumen und wenn man da auch ein bisschen Euphorie hat. Ich seh immer welche Arbeit dahinter steckt und was ich dafür tun muss. Ich muss Tag für Tag funktionieren. Und da hilft mir nicht, wenn ich oben an das Bergkreuz schau’. Wenn ich dann ganz viele Etappen vor mir habe, sondern ich bin da ganz funktionell und schaue wirklich Stück für Stück, jeder Tag, jede Woche. Und dann kommt der Rest. Kommt von allein.

 

 

 

 

 

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